Hyphessobrycon pyrrhonotus
Beschreibung
Der Rotrücken-Kirschflecksalmler (Hyphessobrycon pyrrhonotus), auch als Flameback Bleeding Heart Tetra bekannt, ist ein kompakt gebauter, leicht hochrückiger Salmler aus der Familie der Characidae. Er wurde 1993 von Burgess erstbeschrieben und ist die jüngste der drei „Bleeding Heart“-Tetra-Arten (neben H. erythrostigma und H. socolofi).
Männchen erreichen typischerweise 4–4,5 cm Standardlänge (ca. 5–5,5 cm Gesamtlänge); Weibchen bleiben etwas kleiner. Das markanteste Merkmal der Männchen ist der leuchtend rote Keilstreifen vom Nacken entlang des Rückens bis zur verlängerten, schwarz-weiß gespitzten Rückenflosse. Der „Bleeding Heart“-Fleck auf der Körpermitte ist bei dieser Art weniger ausgeprägt als bei H. erythrostigma. Gelegentlich tritt eine metallisch-goldene Verfärbung der Schuppen auf, deren Ursache bisher ungeklärt ist.
H. pyrrhonotus ist eine Schwarzwasserart mit ausgeprägter Empfindlichkeit gegenüber hartem, hellem Wasser. Unter falschen Bedingungen verblasst die charakteristische Färbung schnell.
Besonderheiten
- Kleinste der drei „Bleeding Heart“-Tetra-Arten; Männchen mit leuchtend rotem Dorsalstreifen
- Schwarzwasser-Anpassung: Farbintensität nimmt in hartem, hellem Wasser deutlich ab
- Männliche Imponierverhalten (Flossenspreizen) sind optisch reizvoll, aber harmlos
- Metallisch-goldene Schuppenverfärbung tritt gelegentlich auf (Ursache unbekannt)
- Zucht im Aquarium bisher nicht dokumentiert (Stand 2026)
- Geringes Springrisiko
Vergesellschaftungshinweise
H. pyrrhonotus ist eine friedliche, schwarmbildende Art. Männchen zeigen untereinander lebhaftes Imponierverhalten beim Konkurrieren um Rangordnung, ohne sich ernsthaft zu verletzen. Mindestgruppe: 8 Tiere, empfohlen werden 10 bis 12 Exemplare.
Von großen, rauflustigen Fischen kann die Art aufgrund ihrer langen Flossen leicht eingeschüchtert werden. Schnecken werden toleriert. Junggarnelen können gefressen werden; adulte Garnelen werden in der Regel toleriert.
Geeignete Beifische: andere friedliche südamerikanische Salmler, Corydoras, Apistogramma-Arten aus Schwarzwasserbiotopen. Ostafrikanische Hartwasserarten und lebhafte oder flossenknabbernde Fische sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind deutlich größer, intensiver gefärbt und entwickeln stark verlängerte Rücken- und Afterflossen. Der rote Dorsalstreifen ist bei Männchen leuchtend und kontrastreich; bei Weibchen kaum vorhanden oder sehr blass. Weibchen sind gedrungener gebaut und wirken zur Laichzeit fülliger im Bauchbereich.
Haltungstipps / Pflege
Empfohlene Wasserwerte: 22–28 °C, pH 5,5–7,0, GH 1–8 °dGH. Schwarzwasserverhältnisse mit pH 5,5–6,5 fördern die Farbintensität.
Mindestbeckengröße: 80 cm Kantenlänge (ca. 80–100 Liter). Einrichtung als Schwarzwasser-Biotop: feines Sandsubstrat, Treibholz, Äste, Laub (Seemandelbaumblätter) und dichte Randbepflanzung. Schwimmpflanzen dämpfen das Licht und fördern die Farbintensität. Strömung: moderat.
Die Art ist empfindlich gegenüber organischen Belastungen (Nitrat, Ammonium). Regelmäßige, sanfte Wasserwechsel sind erforderlich. Torffilterung oder Huminsäure-Quellen unterstützen die gewünschte Wasserchemie.
Zucht und Fortpflanzung
H. pyrrhonotus ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Zucht bisher nicht dokumentiert.
Trotz jahrzehntelanger Verfügbarkeit im Handel wurde eine erfolgreiche Nachzucht im Aquarium bisher nicht öffentlich dokumentiert. Praktiker vermuten, dass die Zucht weiches, leicht saures Wasser (pH 5,5–6,5, GH unter 5 °dGH), ein separates Zuchtbecken mit feinfiedrigen Pflanzen oder Laichmopps sowie die Entfernung der Elterntiere nach dem Ablaichen erfordert. Konkrete verifizierte Zuchtberichte fehlen.
Ernährung/Futterbedarf
H. pyrrhonotus ist ein Allesfresser. In der Natur ernährt sich die Art opportunistisch von Früchten, Wasserinsekten, Larven und Ameisen. Im Aquarium: kleine Lebendfutter (Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnia, Mückenlarven) sowie hochwertige Frost- und Trockenfutter. Abwechslungsreiche Fütterung mit überwiegendem Lebendfutter-Anteil fördert Kondition und Farbintensität.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Hyphessobrycon pyrrhonotus ist endemisch im Rio-Negro-System im Bundesstaat Amazonas in Brasilien. Dokumentierte Fundorte umfassen den Rio Ereré, einen schmalen Fluss mit 7–12 Metern Breite. Die Art besiedelt langsam fließende Schwarzwassergewässer mit strukturierten Uferzonen, Baumwurzeln und eingetragenem pflanzlichem Material.