Inpaichthys kerri

Deutscher Name: Königssalmler

Quelle Willi Heidbrink FA Honer
Herkunft:
Brasilien, Südamerika
Farben:
gold, rot
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Inpaichthys kerri
Gattung: Inpaichthys
Familie: Characidae

Beschreibung

Der Königssalmler (Inpaichthys kerri) ist ein zierlicher Salmler der Familie Acestrorhamphidae mit einer Maximalgrösse von etwa 3,5 cm. Der Körper ist kompakt und seitlich leicht abgeflacht. Männchen zeigen eine intensive blauviolette Körperfärbung; das zuverlässigste Geschlechtsmerkmal ist die Fettflosse (Adiposeflosse): Bei Männchen bläulich, bei Weibchen rot bis orangerot. Weibchen sind insgesamt blasser gefärbt und fülliger im Bauchbereich. Im Aquarium zeigt I. kerri ein ruhiges bis schüchternes Verhalten. Die Art bewegt sich vorwiegend in der mittleren Schwimmzone und reagiert sensibel auf Störungen. In zu kleinen Gruppen neigt die Art zum Flossenzupfen bei Artgenossen und anderen Fischen. Eine ausreichend grosse Gruppe von mindestens 6, besser 10 Tieren minimiert dieses Verhalten erheblich. Die Gattung Inpaichthys umfasst seit 2024 mehrere Arten und gehört zur Familie Acestrorhamphidae.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Friedlicher, scheuer Schwarmfisch für die mittlere Schwimmzone
  • Mindestgruppe 6 Tiere, optimal 10+ – bei zu kleinen Gruppen Flossenzupfen möglich
  • Geringes Sprungrisiko – Abdeckung empfohlen
  • Deutlicher Geschlechtsdimorphismus: Fettflosse blau bei Männchen, rot bei Weibchen
  • Gattung Inpaichthys umfasst 4 Arten (Stand 2025); Familie Acestrorhamphidae
  • Schnecken verträglich; Junggarnelen potenziell gefährdet
  • Empfindlich gegenüber Kupfer und kupferhaltigen Medikamenten – in weichem Wasser ist Kupfer besonders toxisch für Salmler

Vergesellschaftungshinweise

Inpaichthys kerri ist ein Gruppenfisch und wird in Gruppen von mindestens 6, idealerweise 10 oder mehr Tieren gehalten. In der Gruppe entwickeln die Tiere ihr typisches Schwarmverhalten und zeigen mehr Selbstsicherheit. Die Art ist insgesamt friedlich, sollte aber nicht mit deutlich größeren oder sehr aktiven Fischen vergesellschaftet werden. In zu kleinen Gruppen oder bei Stress kann es zu leichtem Flossenzupfen kommen. Geeignete Mitbewohner sind ruhige südamerikanische Salmler (z. B. Hyphessobrycon-Arten, Nannostomus), ruhige Zwergbuntbarsche (Apistogramma), Corydoras und kleine Harnischwelse (Otocinclus). Schnecken werden toleriert, Junggarnelen können gefährdet sein.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechter sind gut unterscheidbar. Männchen zeigen eine intensiv blauviolette Färbung und eine schlankere Körperform. Weibchen sind stämmiger und fülliger, besonders im Bauchbereich. Das zuverlässigste Merkmal ist die Färbung der Fettflosse: Bei Weibchen rot bis orangerot, bei Männchen bläulich.
Größe: ca. 3,5 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 24–27 °C, pH 5,5–7,0, GH 1–12 °dGH. Ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge (ca. 70 Liter) ist für eine Gruppe ausreichend. Als Schwarzwasserart aus dem Rio Aripuanã sollte der pH-Wert dauerhaft unter 7,0 bleiben. Naturnahe Einrichtung mit schwacher Beleuchtung, Treibholz, Wurzeln, dunklem Substrat und Schwimmpflanzen. Laub auf dem Bodengrund (z. B. Seemandelbaumblätter) gibt Tannine ab und senkt den pH-Wert auf natürliche Weise. Feinfiedrige Pflanzen wie Javamoos bieten Schutz. Ruhige bis schwache Strömung, sanfte Filterung. Allesfresser mit fleischbetonter Neigung. Hochwertiges Trockenfutter als Basis, regelmäßig ergänzt durch Lebend- oder Frostfutter: Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien. Pflanzliche Anteile (Spirulina-Flocken) runden die Ernährung ab. Der Königssalmler ist eine attraktive, kleine Schwarzwasserart für Aquarianer, die ein ruhiges, gut bepflanztes Aquarium mit weichem, leicht saurem Wasser pflegen können.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5,5–7,0
Temperatur:
24–27 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 70 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Freilaicher ohne Brutpflege. Zuchtschwierigkeit: Mittel. Gut dokumentierte Zuchterfolge im Hobby. Für die Nachzucht empfiehlt sich ein separates Zuchtbecken mit gedämpftem Licht und feinfiedrigen Pflanzen oder Laichmops. Weiches, saures Wasser (pH 5,5–6,5, GH 1–5 °dGH). Die Eltern fressen die Eier und müssen nach dem Laichen entfernt werden. Schlupf nach 24–48 Stunden. Jungfische benötigen zunächst Infusorien, später Artemia-Nauplien.

Ernährung/Futterbedarf

Inpaichthys kerri ist Allesfresser mit fleischbetonter Neigung. Hochwertiges Flocken- oder Granulatfutter als Basis, ergänzt durch Lebend- oder Frostfutter: Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien. Pflanzliche Anteile (Spirulina-Flocken) runden das Spektrum ab. Mehrere kleine Fütterungen täglich in der mittleren Wasserschicht. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 3–5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Inpaichthys kerri stammt aus dem Rio Aripuanã und seinen Nebenflüssen im oberen Rio-Madeira-Einzugsgebiet in Mato Grosso, Brasilien. Die Art bewohnt ruhig bis schwach strömende Nebenläufe mit dichter Ufervegetation, reichem Laubfall und Schwarzwasser-Charakter. Das Wasser ist durch Tannine braun gefärbt, die Substrate bestehen aus feinem Sediment und Humusauflagen.

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