Labidochromis sp. "hongi"
Beschreibung
Labidochromis sp. „hongi“ wird bis zu 12 cm groß (Männchen) und ist ein kompakt gebauter Mbuna-Cichlide aus dem Malawisee. Männchen zeigen eine hellblaue bis lilafarbene Grundfärbung mit dunklen vertikalen Streifen und einer gelb-orangen bis roten Rückenflosse, die den Beinamen „Red Top“ erklärt.
Weibchen und Jungfische sind deutlich schlichter gefärbt und erscheinen in Braun- bis Schlammtönen, können jedoch je nach Stimmung einen leichten Lilaschimmer entwickeln. Im Aquarium zeigt die Art typisches Mbuna-Verhalten: Revierbildung an Felsstrukturen, Inspektion von Spalten und Höhlen sowie gelegentliches Graben im Substrat. Während der Balz intensivieren Männchen ihre Färbung deutlich.
Besonderheiten
- Hellblaue bis lilafarbene Grundfärbung mit leuchtend rot-oranger Rückenflosse bei Männchen
- Hybridisierungsgefahr mit Labidochromis caeruleus und anderen Labidochromis-Arten
- Endemisch an der tansanischen Ostküste des Malawisees (Hongi Island, Lundo Island, Mbamba Bay)
- Proteinreiche Ernährung vermeiden: Malawi-Bloat-Risiko bei herbivoren Mbunas
- Rote Mückenlarven und Tubifex sind tabu
- Grabenverhalten im Substrat, feiner Sand als Bodengrund nötig
Vergesellschaftungshinweise
Labidochromis sp. „hongi“ wird in Haremshaltung gepflegt: 1 Männchen mit 3-4 Weibchen. Bei größeren Becken (ab 400 Litern) ist auch eine Gruppenhaltung mit 2-3 Männchen und 6-8 Weibchen möglich. Die Art ist mäßig aggressiv und innerartlich deutlich territorial.
Labidochromis sp. „hongi“ lässt sich gut mit anderen Mbuna-Arten aus dem Malawisee vergesellschaften, etwa Pseudotropheus, Metriaclima oder Melanochromis. Die Mitbewohner sollten ähnlich robust und durchsetzungsfähig sein. Sehr kleine, scheue oder langsame Arten sind ungeeignet. Nicht zusammen mit Labidochromis caeruleus (Yellow Lab) oder anderen Labidochromis-Arten halten, da Hybridisierungsgefahr besteht. Garnelen und kleine Schnecken werden gefressen.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind deutlich größer (bis 12 cm) und zeigen eine intensive hellblaue bis lilafarbene Grundfärbung mit dunklen Vertikalstreifen und einer leuchtend gelb-orangen bis roten Rückenflosse. Eiflecken auf der Afterflosse sind bei Männchen meist deutlich ausgeprägt. Weibchen bleiben kleiner (bis 9 cm), sind braun-orange bis schlammfarben gefärbt und zeigen schwächere oder fehlende Eiflecken.
Haltungstipps / Pflege
Labidochromis sp. „hongi“ benötigt ein felsenreiches Malawi-Aquarium ab 120 cm Kantenlänge (ab 240 Liter) mit stabilen Steinaufbauten, zahlreichen Höhlen und Spalten als Rückzugsmöglichkeiten. Empfohlene Wasserwerte: 24-28 °C, pH 7,5-8,5, GH 10-25 °dGH.
Feiner Sand als Bodengrund ermöglicht das artgerechte Grabenverhalten. Pflanzen werden in der Regel beschädigt oder ausgegraben, daher sind robuste oder künstliche Pflanzen zu bevorzugen. Hartes, alkalisches Wasser ist essenziell. Bei weichem Leitungswasser kann Aragonit oder Korallensand im Filter zur Aufhärtung eingesetzt werden. Wöchentliche Wasserwechsel von 25-30 % sind wichtig, da Mbunas empfindlich auf nachlassende Wasserqualität reagieren.
Zucht und Fortpflanzung
Labidochromis sp. „hongi“ ist ein maternaler Maulbrüter. Die Zucht gelingt im Aquarium bei guter Pflege oft ohne besondere Maßnahmen. Das Männchen balzt das Weibchen in eine Höhle oder flache Mulde im Sand, wo die Eier einzeln oder paarweise abgelegt und sofort vom Weibchen ins Maul aufgenommen werden.
Zuchtbedingungen: pH 7,8-8,5, GH 10-20 °dGH, 26-28 °C. Das Weibchen bebrütet die Eier 18-25 Tage im Maul. Pro Gelege werden etwa 10-25 Eier produziert. Während der Brutpflege nimmt das Weibchen kaum Nahrung auf. Die entlassenen Jungfische sind voll entwickelt und können mit feinem Staubfutter, Artemia-Nauplien oder zerriebenen Spirulina-Flocken aufgezogen werden.
Ernährung/Futterbedarf
Labidochromis sp. „hongi“ ist ein überwiegend herbivorer Aufwuchsfresser. Die Grundfütterung sollte aus Spirulina-Flocken, pflanzlichen Granulaten und speziellem Mbuna-Futter bestehen. Regelmäßig blanchiertes Gemüse wie Zucchini, Spinat oder Erbsen anbieten. Frostfutter wie Mysis oder Artemia kann gelegentlich in kleinen Mengen ergänzt werden.
Proteinreiches Futter wie rote Mückenlarven oder Tubifex ist zu vermeiden. Eine zu proteinreiche oder fettreiche Ernährung kann Malawi-Bloat auslösen, eine oft tödlich verlaufende Erkrankung, die bei herbivoren Mbunas besonders häufig auftritt.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Labidochromis sp. „hongi“ ist im Malawisee endemisch und kommt an der tansanischen Ostküste vor, insbesondere bei Hongi Island, Lundo Island und im Bereich Mbamba Bay bis Undu Reef. Das natürliche Habitat sind sedimentreiche Felsküsten mit massiven Gesteinsformationen, Höhlen, Spalten und sandigen Zwischenbereichen in Tiefen von wenigen Metern.