Leliella
Beschreibung
Der Rote Hexenwels (Leliella sp. bzw. Rineloricaria sp. „Rot“, L010a) ist eine schlanke, bodenbewohnende Art aus der Familie Loricariidae und wird bis zu 11 cm groß. Die Tiere zeigen eine charakteristische kupfer- bis feuerrot-gefärbte Körperoberfläche mit kleinen, borstenartigen Hautauswüchsen. Der Körperbau ist langgestreckt, dorsoventral abgeflacht, mit einer Saugschnauze und schützenden Knochenplatten.
Der Rote Hexenwels ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine reine Zuchtform ohne bestätigte Wildpopulation, die wahrscheinlich aus DDR-Zuchtlinien von Rineloricaria heteroptera hervorging. Die Gattungsbezeichnung „Leliella“ ist taxonomisch ein Juniorsynonym von Rineloricaria. Reinrassige Exemplare sind heute selten; im Handel kursierende Tiere sind häufig Kreuzungen.
Im Aquarium sind diese Welse gut beobachtbar und keineswegs streng nachtaktiv. Sie heften sich tagsüber sichtbar an Wurzeln oder Scheiben. Ihre Bewegungen sind ruhig und substratgebunden. Die Art ist einer der friedlichsten Welse überhaupt und eine der am einfachsten zu züchtenden Welsarten im Hobby.
Besonderheiten
- Zuchtform: Höchstwahrscheinlich kein Wildtier, aus DDR-Zuchtlinien entwickelt
- Taxonomie: „Leliella“ ist Juniorsynonym von Rineloricaria; korrekt: Rineloricaria sp. „Rot“ / L010a
- Auch tagsüber aktiv und gut beobachtbar
- Zucht gut dokumentiert: Röhrenbrüter mit väterlicher Brutpflege
- Kupferempfindlich (Loricariidae)
- Geringes Sprungrisiko
Vergesellschaftungshinweise
Rineloricaria sp. „Rot“ ist einer der friedlichsten Welse überhaupt. Haltung in kleinen Gruppen (3–5 Tiere) wird empfohlen. Untereinander sind sie außerhalb der Laichphase nahezu konfliktfrei; während der Fortpflanzung kann es zu lokalen Revierstreitigkeiten zwischen Männchen kommen.
Junggarnelen sind gefährdet; adulte Garnelen und Schnecken werden toleriert.
Geeignete Mitbewohner sind kleine bis mittelgroße, friedliche Fische: Salmler, Apistogramma, Corydoras und andere ruhige Loricariiden. Ostafrikanische Riftseefische sind wegen inompatibler Wasserchemie ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen lassen sich durch feine Borsten (Odontodes) am Kopf und an den Brustflossen-Stacheln unterscheiden, die bei erwachsenen Männchen ausgeprägter sind. Männchen sind zudem tendenziell etwas schmaler und schlanker.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22–28 °C, pH 6,0–7,5, GH 2–15 °dGH.
Beckengröße: Ab 100 cm Kantenlänge, 160 Liter. Eine längere Beckenkante ist wichtiger als das Volumen.
Einrichtung: Feinkörniger Sand oder abgerundeter Kies. Viele Verstecke in Form von Wurzelholz, Steinhöhlen und Bambusröhren (Laichröhren). Gedrungene Bepflanzung und Laubbereiche fördern Aufwuchsbildung. Moderate Strömung mit ruhigen Nischen. Gute Filterung und Sauerstoffversorgung sind wichtig.
Kupfer-Warnung: Wie alle Loricariidae kupferempfindlich.
Der Rote Hexenwels ist eine der am unkompliziertesten zu haltenden Welsarten. Friedlich, gut beobachtbar und anpassungsfähig. Für Einsteiger in die Wels-Aquaristik eine gute Wahl.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Substratlaicher (Röhrenbrüter). Zuchtschwierigkeit: einfach.
Die Art ist gut dokumentiert und eine der am häufigsten nachgezüchteten Welsarten. Schmale Röhren (Innendurchmesser 1,4–2 cm, Länge ca. 10 cm) aus Bambus, PVC oder Ton dienen als Laichsubstrat. 40–100 Eier pro Gelege. Das Männchen befächert die Eier 5–7 Tage bis zum Schlüpfen.
Zuchtwasser: pH 5,5–6,5, GH 2–6 °dGH, 25–26 °C. Jungfische wachsen langsam (ca. 3,5 cm in 7 Monaten). Erstfutter: Mikrowürmer, Artemia-Nauplien, blanchiertes Gemüse.
Ernährung/Futterbedarf
Allesfresser mit Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost und Aufwuchs. Hauptfutter: Sinkende Tabletten, Algenwafer und blanchiertes Gemüse (Zucchini, Gurke, Spinat). Gelegentlich Frostfutter wie Artemia, Daphnia, Mückenlarven. In naturnahen Becken suchen die Tiere aktiv Biofilm und Aufwuchs an Holz- und Steinoberflächen ab.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Der Rote Hexenwels ist eine Zuchtform ohne bestätigte Wildpopulation. Als wahrscheinlichste Ausgangsbasis gilt Rineloricaria heteroptera aus dem Amazonasbecken (Mittlerer Amazonas, Brasilien). Die Art wird seit Jahrzehnten in der Aquaristik gehalten und vermehrt.