Micropanchax johnstoni

Deutscher Name: Johnstons Leuchtauge

Bild: EFS, Partner des Zoofachhandels
Herkunft:
Kongo, Malawi, Tansania
Farben:
blau, rot, silber
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Micropanchax johnstoni
Gattung: Micropanchax
Familie: Procatopodidae

Beschreibung

Johnstons Leuchtauge (Micropanchax johnstoni) wird bis zu 8,5 cm (TL) groß und gehört zur Familie der Procatopodidae. Der schlanke, seitlich leicht abgeflachte Körper zeigt eine silbrige Grundfärbung mit bläulich-grünen Reflexen. Namensgebend ist das intensiv leuchtende Auge, das dem Fisch bereits aus der Entfernung ein charakteristisches Aussehen verleiht. Männchen zeigen deutlich intensivere Farbspiele mit Blau-, Rot- und Gelbtönen sowie feinen Linienzeichnungen. Im Aquarium zeigt sich M. johnstoni als aktiver Schwarmfisch, der bevorzugt die obere Schwimmzone nutzt. Die Tiere bewegen sich flink und wendig zwischen Pflanzenhalmen und gleiten häufig dicht unter der Wasseroberfläche entlang, wo sie nach Kleintieren suchen. In einer ausreichend großen Gruppe entstehen harmonische Schwarmformationen. Männchen zeigen gelegentlich leichtes Imponierverhalten untereinander. Die Art ist ein Eierlaicher (Dauerlaicher), der seine Eier an Wasserpflanzen oder feinen Pflanzenteilen ablegt. Bei gutem Nahrungsangebot kann die Laichaktivität das ganze Jahr über anhalten. Erwachsene Tiere fressen Eier und Jungfische, weshalb für die Aufzucht eine Trennung empfehlenswert ist.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Intensiv leuchtendes Auge als Erkennungsmerkmal
  • Eierlaicher (Dauerlaicher), laicht bei guter Pflege ganzjährig
  • Oberflächen- bis oberer Schwimmraum-Präferenz
  • Schwarmfisch, mindestens 8–10 Tiere empfohlen
  • Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen und Schnecken toleriert
  • Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfohlen
  • Familie Procatopodidae, kein Lebendgebärer

Vergesellschaftungshinweise

Micropanchax johnstoni ist ein Schwarmfisch. Zur artgerechten Haltung empfiehlt sich eine Gruppe von mindestens 8–10 Tieren. In dieser Gruppengröße verteilen sich Dominanzbeziehungen und das natürliche Sozialverhalten entfaltet sich am besten. Im Normalzustand ist das Temperament friedlich. Während der Brutzeit können Männchen untereinander leicht aufdringlich werden, was sich in Imponiergehabe und kurzen Verfolgungen zeigt. Ernsthafte Aggressionen sind selten. Schnecken werden toleriert. Adulte Garnelen sind meist verträglich, Junggarnelen können jedoch gefressen werden. Geeignete Beifische sind ruhige afrikanische Arten aus der gleichen Bioregion, etwa ähnlich große Schwarmfische, friedliche Salmler oder kleinere Welse. Arten aus ostafrikanischen Hartwasserseen oder südamerikanische Weichwasserarten sind nicht kompatibel.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechter lassen sich gut unterscheiden: Männchen sind farbintensiver und zeigen Blau-, Rot- und Gelbnuancen mit feinen Linienzeichnungen und etwas längeren Flossen. Weibchen sind blasser gefärbt, weisen einen fülligeren Bauch auf und erscheinen weniger kontrastreich. Im Hobby erreichen die Tiere meist 4,5–6 cm TL, Maximalgrößen bis 8,5 cm TL sind dokumentiert.
Größe: ca. 4,5-6 cm (max. 8,5 cm)

Haltungstipps / Pflege

Die empfohlenen Aquariumwerte sind: Temperatur 20–26 °C, pH 6,5–7,5, GH 5–15 °dGH. Als Beckengröße wird ein Aquarium mit mindestens 80 cm Kantenlänge (ab 112 Liter) empfohlen. Das Becken sollte dichte Bepflanzung mit Schwimmpflanzen und dichter Ufervegetation bieten, kombiniert mit offenen Schwimmflächen. Als Substrat eignet sich dunkler, feiner Bodengrund wie Sand oder feiner Kies. Die Strömung sollte ruhig bis schwach sein, da die Art aus stehenden bis langsam fließenden Gewässern stammt. Regelmäßige Wasserwechsel und eine gute Filterung sind wichtig. Die Beleuchtung kann moderat sein, schattierende Pflanzenbereiche sorgen für Rückzugsmöglichkeiten. Das Sprungrisiko ist gering, eine Abdeckung aber ratsam. Johnstons Leuchtauge ist ein lebhafter, farbenfroher Schwarmfisch für afrikanische Gemeinschaftsbecken. Bei ausreichender Gruppengröße und abwechslungsreicher Fütterung zeigt die Art ihr natürliches Schwarmverhalten und die leuchtenden Farben der Männchen kommen voll zur Geltung.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6,5-7,5
Temperatur:
20-26 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Micropanchax johnstoni ist ein Eierlaicher (Dauerlaicher) mit gut dokumentierten Zuchterfolgen. Zucht-Temperatur: 25–27 °C, Zucht-pH: 6,5–7,0, Zucht-GH: maximal 10 °dGH. Die Art laicht ihre Eier an Wasserpflanzen oder feinen Pflanzenteilen wie Javamoos oder Laichmops ab. Bei gutem Nahrungsangebot laichen die Tiere regelmäßig und über einen langen Zeitraum. Zur Konditionierung eignet sich reichlich Lebendfutter wie Mückenlarven und Daphnien. Adulte Tiere fressen Eier und Jungfische, eine Trennung ist für höhere Aufzuchtraten empfehlenswert. Als Erstfutter dienen Infusorien und Pantoffeltierchen, später Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen.

Ernährung/Futterbedarf

Micropanchax johnstoni ist karnivor und bevorzugt lebende Beutetiere. Geeignete Futtersorten sind Mückenlarven, Daphnien, Artemia-Nauplien und Cyclops. Hochwertiges feines Trockenfutter kann die Fütterung ergänzen, sollte aber nicht alleiniges Futter sein, da lebende Beute die Kondition und Laichbereitschaft deutlich fördert. Die Fütterung sollte mehrmals täglich in kleinen Portionen erfolgen. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Micropanchax johnstoni stammt aus dem südlichen und östlichen Afrika, mit Vorkommen in Malawi, Mosambik, Tansania, Sambia, Angola, Namibia, Botswana, Simbabwe, Südafrika und der Demokratischen Republik Kongo. Die natürlichen Lebensräume sind stehende oder langsam fließende Gewässer mit dichter Ufer- und Schwimmpflanzenvegetation. Typische Fundorte sind flache, lichtdurchflutete Bereiche von Tümpeln und Seitenarmen mit dichten Wasserpflanzenbeständen.

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