Nothobranchius patrizii

Deutscher Name: Blauer Nothobranch

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Ostafrika
Farben:
blau, braun, rot, schwarz
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Nothobranchius patrizii
Gattung: Nothobranchius
Familie: Nothobranchiidae

Beschreibung

Der Blaue Nothobranch (Nothobranchius patrizii) erreicht ca. 5 cm TL und ist ein robuster Vertreter der annuellen Prachtgrundkärpflinge aus Ostafrika. Männchen tragen eine intensive Blaufärbung über den Körperseiten mit einem feinen Netzmuster durch dunkelbraune Schuppenränder, eine stark marmorierte Rückenflosse und eine kräftig rote Schwanzflosse. Gelegentlich treten gelbe Schwanzflossen-Morphen auf, die mit zunehmendem Alter zu Rot ausbleichen. Weibchen sind braun bis graubraun gefärbt und zeigen an der hinteren Körperhälfte ein charakteristisches V-Linienmuster durch dunklere Schuppenränder. Im Aquarium zeigt die Art lebhaftes Schwimmverhalten in den mittleren bis oberen Wasserschichten. Männchen imponieren durch Balzflossenschläge und Farbaufhellungen. Trotz territorialer Tendenzen gelten sie im Vergleich zu anderen Nothobranchius-Arten als weniger aggressiv. N. patrizii gehört zu den jährlichen Killifischen mit Diapause der Eier und gilt als eine der robusteren Arten der Gattung.
Sozialverhalten: Harem
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Jährlicher Lebenszyklus mit Eierdiapause zur Überdauerung trockener Perioden
  • Substratlaicher: Eier werden in Torf oder Kokosfaser eingebracht
  • Schneller Stoffwechsel und sehr rasches juveniles Wachstum
  • Im Gattungsvergleich weniger aggressiv gegenüber Weibchen
  • Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen und Schnecken meist verträglich
  • Springfreudigkeit: Abdeckung dringend empfohlen
  • Gilt als robuste und für Einsteiger in die Killifischhaltung geeignete Art

Vergesellschaftungshinweise

N. patrizii wird am besten im Harem gehalten: ein Männchen mit 2–3 Weibchen. Alternativ sind größere Gruppen mit deutlichem Weibchenüberschuss möglich. Männchen sind untereinander territorial, gelten aber im Gattungsvergleich als weniger aggressiv gegenüber Weibchen. Das Temperament ist generell friedlich. Gegenüber anderen Beifischen zeigt sich N. patrizii meist verträglich, sofern diese nicht deutlich größer oder räuberisch sind. Zwerggarnelen können als Beute betrachtet werden; größere Schnecken sind unproblematisch. Bei der Vergesellschaftung sollte Priorität auf ruhige, kompatible Arten gelegt werden. N. patrizii wird bevorzugt im Artbecken oder ruhigen Gesellschaftsbecken gehalten. Unruhige oder deutlich aktivere Arten vermeiden.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen sind größer und farbenprächtig: leuchtend blauer Körper mit Netzmuster durch dunkelbraune Schuppenränder, stark marmorierte Rückenflosse, leuchtend rote Schwanzflosse. Ihre Flossen sind größer, zugespitzter und stärker ornamentiert. Weibchen bleiben blasser und kleiner mit brauner bis graubrauner Grundfärbung und dem artcharakteristischen V-Linienmuster an der hinteren Körperhälfte sowie abgerundeten, transparenten Flossen. Die Unterschiede sind bereits bei subadulten Tieren erkennbar.
Größe: ca. 5 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: 23–28 °C, pH 6,5–7,0, GH 5–15 dGH. Das empfohlene Beckenmaß beträgt mindestens 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter) für eine Haremskonstellation. Ein ruhig strukturiertes Becken mit offener Schwimmzone und Versteckmöglichkeiten am Boden ist ideal. Weiches, dunkles Substrat mit Torf oder Laubdecke simuliert das natürliche Laichsubstrat. Schwimmende Deckpflanzen reduzieren das Licht. Keine oder sehr schwache Strömung. Sanfte Filterung (kleiner Schwammfilter) und regelmäßige Wasserwechsel sichern stabile Werte. Moderate bis gedämpfte Beleuchtung fördert natürliches Verhalten. Aufgrund des schnellen Stoffwechsels sind häufige Fütterungen mit proteinreichem Futter ideal. Abdeckung wegen Sprunggefahr Pflicht.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6,5-7
Temperatur:
23-28 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Substratlaicher. Schwierigkeit: leicht bis mittel. Die Zucht gilt als vergleichsweise unkompliziert und ist auch für Einsteiger in die Killifisch-Zucht geeignet. Zuchtwasserwerte: 24–26 °C, pH 6,5–7,0, GH max. 10 dGH. Für die Embryonalentwicklung ist weicheres Wasser vorteilhaft. Weibchen vergraben ihre Eier in Torf oder Kokosfaser. Das Substrat wird gesammelt und kontrolliert getrocknet (Diapause). Trockenlagerung: 8–12 Wochen bei moderaten Temperaturen. Zum Schlupf wird der Torf mit kühlem Wasser übergossen; die Jungfische schlüpfen innerhalb weniger Stunden bis zu einem Tag. Erstfutter: Artemia-Nauplien, Essigälchen oder Mikrowürmchen. Rasches Wachstum erfordert hohe Futterfrequenz und gute Wasserhygiene. Vor der Zucht empfiehlt sich reichliche Konditionierung mit hochwertigem Lebendfutter.

Ernährung/Futterbedarf

N. patrizii ist karnivor mit ausgeprägter Präferenz für tierische Kost (Mikro-Prädator). Bevorzugt werden Artemia-Nauplien, ausgewachsene Artemia, Daphnien, rote und weiße Mückenlarven sowie kleine Wirbellose und Insektenlarven. Trockenfutter wird oft abgelehnt und sollte nur als Ergänzung dienen. Aufgrund des schnellen Stoffwechsels ist häufige Fütterung (mehrmals täglich) mit kleinen Portionen sinnvoll. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 12–18 Monate (annueller Killifisch)

Natürlicher Lebensraum

N. patrizii stammt aus temporären, flachen Gewässern in Ostafrika, konkret aus Kenia und Somalia (Einzugsgebiete Uebi, Juba, Tana). Während der Regenzeit füllen sich flache Tümpel und Überschwemmungsflächen, in denen die Fische heranwachsen und laichen. In der Trockenzeit trocknen diese Gewässer vollständig aus; nur die im Substrat ruhenden Eier überdauern. Die Gewässer sind trüb und organisch reich, mit weichem, schlammigem Untergrund und minimaler Strömung. Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.

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Der Deutsche Name für Nothobranchius patrizii ist Patrizi Prachtgrundkärpfling.

Saverio Patrizi ist der Entdecker dieser Fische, daher der Artenname patrizii.
Fundulus ist der alte Gattungsname.
In der Gattung Nothobranchius gibt es verschiedene blau gefärbte Arten.

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