Panaqolus sp. (LDA 1)

Deutscher Name: Rio-Negro-Tigerharnischwels (L169 / LDA 1)

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Brasilien
Farben:
schwarz, silber
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Panaqolus sp.
Gattung: Panaqolus
Familie: Loricariidae

Beschreibung

Der Rio-Negro-Tigerharnischwels (Panaqolus sp. LDA 1, auch als L169 bekannt) wird 10-12 cm groß und ist ein kompakt gebauter, gestreifter Harnischwels aus dem mittleren Rio Negro in Brasilien. Die GrundfÀrbung reicht von dunkelbraun bis schwarz, durchzogen von leuchtend gelben bis goldenen Querstreifen, die ein tigerÀhnliches Muster ergeben. Der Kârper ist mit krÀftigen Knochenplatten gepanzert, die Bauchpartie weniger stark bedeckt. Die Art war 1992 der erste Wels, der eine LDA-Nummer erhielt. Tagsüber zieht sich der Wels in Hâhlen und unter Wurzelholz zurück; nach Einbruch der DÀmmerung wird er aktiv und raspelt ausdauernd an weichem Holz.
Sozialverhalten: Harem
Temperament: friedlich
VertrΓ€glichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Spezialisierter Holzfresser (Xylivor): Weiches Wurzelholz muss permanent im Becken sein
  • RegelmÀßige ProteinfΓΌtterung fΓΌhrt zu Organverfettung und vorzeitigem Tod!
  • Erster Wels mit LDA-Nummer (1992)
  • Synonyme: L169, LDA 1, Golden Stripe Pleco
  • Schwarzwasserbewohner aus dem Rio Negro
  • DΓ€mmerungs- und nachtaktiv
  • Kupferhaltige Medikamente und DΓΌnger vermeiden (Loricariidae)

Vergesellschaftungshinweise

Panaqolus sp. (LDA 1) ist friedlich, unter Artgenossen leicht territorial und dÀmmerungs- bis nachtaktiv. Haltung als Paar oder in Kleingruppen ab 3-4 Tieren. Pro Tier sollte eine eigene Hâhle vorhanden sein, da insbesondere zur Brutzeit Revierkonflikte um HâhlenplÀtze auftreten. Geeignete Mitbewohner sind kleine bis mittelgroße Salmler, Panzerwelse (Corydoras-Arten) und friedliche Zwergbuntbarsche. Adulte Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina) und Schnecken sind in der Regel unproblematisch. Bei der Vergesellschaftung mit anderen Harnischwelsen auf genügend Hâhlen achten.

Geschlechtsdimorphismus

MÀnnchen entwickeln lÀngere und krÀftigere Odontoden (zahnfârmige Auswüchse) an den Brustflossenstacheln und am hinteren Kârperbereich hinter den Kiemendeckeln. Der Kopf der MÀnnchen ist tendenziell breiter. Weibchen sind im Bauchbereich fülliger, besonders vor dem Ablaichen. Genitalpapille beim MÀnnchen klein und spitz, beim Weibchen grâßer, rundlich und geschwollen.
Grâße: 10-12 cm (TL)

Haltungstipps / Pflege

Der Rio-Negro-Tigerharnischwels benâtigt ein Aquarium ab 100 cm KantenlÀnge (ab 160 Liter). Empfohlene Wasserwerte: 25-29 °C, pH 5,5-7,0, GH 1-10 °dGH. Weiches, verwittertes Wurzelholz (Moorkien, Mangrove, Torfholz) muss dauerhaft und in mehreren Stücken vorhanden sein, da es Hauptnahrungsquelle, Versteck und BeschÀftigung zugleich ist. Durch intensives Abraspeln von Holz entsteht eine erhebliche Menge Kot: leistungsstarke Filterung und regelmÀßige Wasserwechsel (wâchentlich 30-50 %) sind nâtig. Mehrere Hâhlen aus Ton oder Schiefer (ca. 5-6 cm Durchmesser) großzügig verteilen. Robuste Pflanzen wie Anubias und Javafarn auf Wurzeln aufgebunden eignen sich am besten. Kupferhaltige Medikamente und Dünger sind für Harnischwelse giftig und dürfen nicht eingesetzt werden.
WasserhΓ€rte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5,5-7
Temperatur:
25-29 Β°C
Beckengrâße:
ab 100 cm, 160 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Panaqolus sp. (LDA 1) ist ein typischer Hâhlenbrüter. Die Zucht gilt als mittel bis anspruchsvoll. Das MÀnnchen wÀhlt eine enge Hâhle (ca. 5-6 cm Durchmesser, 15 cm Tiefe) und verteidigt diese energisch. Nach dem Ablaichen bewacht das MÀnnchen das Gelege von 20-35 Eiern und befÀchelt diese aktiv. Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und tragen einen großen Dottersack, der bis etwa Tag 15 aufgezehrt wird. Jungfische erreichen mit zwei Wochen ca. 2 cm und zeigen bereits die arttypische Streifenzeichnung. Zuchtwasser: pH 6,0-6,5, GH 1-3 °dGH, KH unter 2 °dGH, 28-30 °C, Leitwert unter 100 ¡S/cm. Auslâser: große Wasserwechsel (50-70 %) mit weicherem Osmosewasser, dann langsamer Temperaturanstieg auf 29-30 °C. Aufzuchtfutter: Staubfutter, Artemia-Nauplien, weiches Holz und dünne Kartoffelscheiben.

ErnΓ€hrung/Futterbedarf

Panaqolus sp. (LDA 1) ist ein spezialisierter Holzfresser (Xylivor). Weiches Wurzelholz muss dauerhaft im Becken vorhanden sein und bildet die Grundlage der ErnΓ€hrung. Die Tiere raspeln kontinuierlich an Holz und extrahieren NΓ€hrstoffe aus dem Biofilm auf der HolzoberflΓ€che. ErgΓ€nzend eignen sich pflanzliche Welstabletten, Spirulina-Chips, GemΓΌse (Zucchini, Gurke, Kartoffel) sowie Herbstlaub (Buche, Eiche) als AufwuchsflΓ€che. Panaqolus sind keine Allesfresser! Tierische Kost (MΓΌckenlarven, Artemia, Garnelen) darf allenfalls sehr selten und in kleinsten Mengen zur Zuchtkonditionierung gereicht werden. RegelmÀßige ProteinfΓΌtterung fΓΌhrt zu rascher Verfettung mit OrganschΓ€den und vorzeitigem Tod. FΓΌtterungshinweis: Lieber mehrmals tΓ€glich kleine Portionen fΓΌttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
ErnΓ€hrungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
ΓΌber 10 Jahre

NatΓΌrlicher Lebensraum

Panaqolus sp. (LDA 1) stammt aus dem mittleren Einzugsgebiet des Rio Negro in Brasilien, insbesondere dem Rio Demini und weiteren SchwarzwasserzuflΓΌssen. Das Habitat umfasst strΓΆmungsreiche, gut durchlΓΌftete Uferbereiche mit reichlich Totholz und versunkenem Astwerk. Der Bodengrund besteht aus Sand und GerΓΆll. Das Wasser ist typisches Schwarzwasser: extrem weich (GH unter 3 Β°dGH), sauer (pH 4,5-6,5), mit niedriger LeitfΓ€higkeit und hohem Huminstoffgehalt.

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