Rhinotocinclus britskii
Beschreibung
Britskis Ohrgitter-Harnischwels (Rhinotocinclus britskii, bis 2022 Parotocinclus britskii) wird etwa 6 cm groß und gehört zur Familie der Harnischwelse (Loricariidae). Der Körper ist klein, gedrungen und mit den typischen Knochenplatten der Loricariidae bedeckt. Die Grundfärbung ist bräunlich-beige mit einem dunklen Seitenstreifen und einem helleren Bauch. Die Art ähnelt äußerlich den bekannteren Otocinclus-Arten, ist aber robuster gebaut. Im Aquarium zeigt Rhinotocinclus britskii ein ruhiges, bodennähes Verhalten und ist ein unermüdlicher Algenfresser. Die Art haftet bevorzugt an Steinen, Pflanzenblättern und Scheiben und weidet dort Aufwuchs und Biofilm ab. Im Vergleich zu Otocinclus-Arten gilt Rhinotocinclus britskii als deutlich schwieriger in der Haltung und empfindlicher bei der Eingewöhnung.
Besonderheiten
- Spezialisierter Aufwuchsfresser: weidet Algenbeläge und Biofilm von harten Oberflächen
- Seit Reis und Lehmann (2022) Rhinotocinclus britskii; FishBase führt die Art noch unter Parotocinclus
- Fettflosse vorhanden: wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zu den ähnlich aussehenden Otocinclus
- Empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten
- Holz als Nahrungsergänzung: Wurzelholz im Becken wichtig
- Schwieriger in der Haltung als verwandte Otocinclus-Arten
- Gut eingefahrenes Becken erforderlich (mindestens 6-8 Wochen Einlaufzeit)
Vergesellschaftungshinweise
Rhinotocinclus britskii ist ein friedlicher Gruppenhalter, der in Gruppen ab sechs Tieren gepflegt werden sollte. Einzeltiere sind stressanfällig und zeigen wenig natürliches Verhalten. Das Temperament ist durchgehend friedlich. Gegenüber anderen Arten gibt es keinerlei Aggression. Auch innerartlich sind Konflikte nicht bekannt. Für die Vergesellschaftung eignen sich andere friedliche südamerikanische Arten wie kleine Salmler, Panzerwelse und andere Aufwuchsfresser. Garnelen und Schnecken werden vollständig toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Bei Rhinotocinclus britskii sind die Geschlechtsunterschiede gering. Weibchen können im laichbereiten Zustand etwas fülliger wirken. Männchen bleiben tendenziell etwas schlanker. Zuverlässiger als die Körperform ist die Bauchflosse: Männchen tragen am ersten unverzweigten Bauchflossenstrahl eine Hautfalte, und die Flosse reicht bis hinter den Ansatz der Afterflosse. Bei Weibchen fehlt die Hautfalte, die Bauchflosse endet davor. Bei juvenilen Tieren ist eine sichere Bestimmung kaum möglich.
Haltungstipps / Pflege
Rhinotocinclus britskii benötigt eine Wassertemperatur von 22-27 °C, einen pH-Wert von 6,5-7,5 und eine Gesamthärte von 0-10 dGH. Das Aquarium sollte mindestens 80 cm Kantenlänge und 112 Liter fassen. Das Becken muss gut eingefahren sein, bevor Rhinotocinclus britskii eingesetzt wird. Mindestens 6-8 Wochen Einlaufzeit sind nötig, damit sich ausreichend Aufwuchs als Nahrungsgrundlage gebildet hat. Eine dichte Bepflanzung, Wurzelholz und Steine bieten zusätzliche Weideflächen. Wurzelholz ist besonders wichtig, da es auch direkt als Nahrung dient. Die Strömung sollte moderat bis kräftig sein. Die Art stammt aus sauerstoffreichen Fließgewässern und profitiert von guter Durchströmung und Belüftung. Regelmäßige Wasserwechsel sind unerlässlich. Wichtig: Loricariidae sind empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten. Bei Erkrankungen kupferfreie Alternativen verwenden. Rhinotocinclus britskii ist ein anspruchsvoller Pflegling, der erfahrene Aquarianer mit gut eingefahrenen Becken und stabilen Wasserwerten erfordert.
Zucht und Fortpflanzung
Über die Zucht von Rhinotocinclus britskii im Aquarium liegen kaum Informationen vor. Als Loricariidae ist die Art vermutlich ein Substratlaicher, der seine Eier an glatten Oberflächen ablegt. Spezifische Zuchtparameter sind nicht dokumentiert. Aufgrund der schwierigen Haltung ist die Zucht als sehr anspruchsvoll einzustufen und nur für erfahrene Spezialisten zu empfehlen.
Ernährung/Futterbedarf
Rhinotocinclus britskii ist ein spezialisierter Aufwuchsfresser, der sich hauptsächlich von Algenbelägen, Biofilm und Aufwuchs auf harten Oberflächen ernährt. Zusätzlich raspelt die Art an Wurzelholz. Im Aquarium ist eine ausreichende natürliche Aufwuchsbildung die wichtigste Nahrungsgrundlage. Ergänzend sollten Algentabletten, Spirulina-Flocken und blanchiertes Gemüse wie Zucchini oder Gurke angeboten werden.
Natürlicher Lebensraum
Rhinotocinclus britskii stammt aus dem Orinoco-Einzug und den atlantischen Küstenflüssen der Guyanas und bewohnt dort sauerstoffreiche Fließgewässer mit steinigem Grund und moderater bis starker Strömung. Das natürliche Habitat ist geprägt von klarem Wasser, reichlich Aufwuchs auf Steinen und Felsen sowie dichter Ufervegetation. Die Art hält sich bevorzugt in Bereichen mit starker Strömung auf, wo reichlich Algen auf festen Untergründen wachsen. Wilde Wasserwerte können lokal variieren und weichen von optimalen Aquarienwerten ab.