Pelvicachromis humilis

Deutscher Name: Gelber Kribensis

Männchen - Quelle: Aquarium Glaser
Herkunft:
Liberia, Westafrika
Farben:
blau, gelb, grün, rot
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Pelvicachromis humilis
Gattung: Pelvicachromis
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Der Gelbe Kribensis (Pelvicachromis humilis, wissenschaftlich seit 2016 als Wallaceochromis humilis geführt) ist der größte Vertreter der Gattung Pelvicachromis und erreicht bis zu 12,5 cm Standardlänge. Im Gegensatz zum bekannteren Purpurprachtbuntbarsch (P. pulcher) besitzt P. humilis einen gestrecteren Körperbau mit vergleichsweise langer Schnauze. Männchen zeigen eine gelbliche bis olivgrüne Grundfärbung mit einem dunklen Längsband, roten Flossensäumen und gelber Schwanzflosse. Weibchen präsentieren zur Balzzeit eine intensiv purpurrote bis violette Bauchpartie und eine gelbe Rückenflosse mit schwarzen Flecken. Die Art zeigt mehrere regionale Farbvarianten, darunter die Formen „dikinyah“ und „falesade“ aus Guinea sowie „Liberia Red“ aus Liberia. Im Aquarium sind die Tiere in mittleren bis unteren Wasserschichten aktiv und streifen zwischen Verstecken, Wurzeln und Laubschichten umher. Als größte Pelvicachromis-Art sind sie selbstbewusster und territorial ausgeprägter als P. pulcher, ohne durchgehend aggressiv zu sein.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Biparentale Brutpflege: Beide Eltern bewachen Gelege und Jungfische intensiv
  • Höhlenlaicher: Bevorzugt geschützte Laichplätze in Höhlen oder unter Wurzeln
  • Starke Balzfärbung bei Weibchen; Gesichtsmaske wechselt von Gelb über Grün zu fast Schwarz
  • Größte Art der Gattung Pelvicachromis (bis 12,5 cm SL)
  • Mehrere Farbmorphen: dikinyah, falesade (Guinea), Liberia Red
  • Taxonomie: Seit 2016 als Wallaceochromis humilis geführt; im Handel weiterhin als Pelvicachromis humilis
  • Geringes Springrisiko

Vergesellschaftungshinweise

Pelvicachromis humilis ist paarbildend und revierbildend; empfohlen wird die Haltung als Paar. Im Regelfall sollte nur ein Paar pro Becken gehalten werden; nur in sehr großen, strukturreichen Becken können mehrere Paare koexistieren. Die Art neigt zu klaren Reviermarkierungen und kurzen Verfolgungen. Während der Brutzeit steigt die Aggressivität stark an. Beide Eltern verteidigen die Bruthöhle vehement. Die Kombination mit anderen bodenorientierten Arten muss sorgsam gewählt werden. Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen werden meist toleriert. Schnecken werden überwiegend ignoriert. Geeignete Beifische sind westafrikanische Salmler (Alestiiden wie Phenacogrammus), Loricariiden, der Afrikanische Schmetterlingsfisch (Pantodon buchholzi) und friedliche Corydoras. Malawi- und Tanganjika-Buntbarsche sind nicht geeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen werden größer und gestreckter, erreichen bis zu 12,5 cm SL und zeigen längere, spitz ausgezogene unpaarige Flossen. Ihr Körper wirkt schlanker, das Längsband ist häufig stärker ausgeprägt oder fleckig segmentiert. Weibchen bleiben deutlich kleiner (ca. 8 cm) und gedrungener. Zur Balzzeit weisen Weibchen eine intensive Purpur- bis Violettfärbung am Bauch und eine gelbe Rückenflosse mit schwarzen Flecken auf.
Größe: M: ca. 12,5 cm SL, W: ca. 8 cm

Haltungstipps / Pflege

Pelvicachromis humilis benötigt Wasser mit 24-27 °C, pH 5,0-7,0 und GH 5-12 °dGH. Das Becken sollte mindestens 120 cm Kantenlänge und 160 Liter fassen; aufgrund der Größe sind 200 Liter und mehr für entspannte Haltung vorzuziehen. Die Einrichtung sollte den natürlichen Bedingungen nachempfunden sein: feiner Sand als Substrat, ausladende Wurzeln, hohle Steinhöhlen und dichte Randvegetation. Eine Schicht aus Falllaub fördert das natürliche Erkundungsverhalten. Die Strömung sollte langsam bis mäßig sein. Beleuchtung kann moderat bis gedimmt gehalten werden. Regelmäßige Teilwasserwechsel stabilisieren die Wasserparameter. Pelvicachromis humilis ist deutlich größer und territorial ausgeprägter als P. pulcher. Bei der Beckengröße und Einrichtung ist dies zu berücksichtigen.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5,0-7,0
Temperatur:
24-27 °C
Beckengröße:
ab 120cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Pelvicachromis humilis ist ein biparentaler Höhlenlaicher mit dokumentierten Zuchterfolgen. Die Zuchtschwierigkeit ist mittel. Um ein harmonisches Paar zu erhalten, empfiehlt sich die Aufzucht einer Gruppe von mindestens sechs Jungfischen. Zuchtwasserwerte: Temperatur 25-26 °C, pH 5,5-6,5, GH maximal 8 °dGH. Reichliche Fütterung mit hochwertigen Proteinquellen fördert die Laichbereitschaft. Die Gelegegröße beträgt etwa 100-200 Eier. Die Inkubation dauert 2-3 Tage, die Jungfische werden nach weiteren 7-8 Tagen freischwimmend. Beide Eltern betreuen die Jungfische aktiv. Als Erstfutter eignen sich Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen.

Ernährung/Futterbedarf

Pelvicachromis humilis ist ein Allesfresser mit stark fleischlicher Neigung. In der Natur ernähren sich die Tiere von Insektenlarven, kleinen Krebstieren und Würmern, ergänzt durch pflanzliches Material. Im Aquarium eignen sich hochwertiges Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), gefrorene Alternativen sowie feines Granulat als Basis. Pflanzliche Ergänzungen wie Spirulina-Flocken runden die Kost ab. Zur Konditionierung vor der Zucht empfiehlt sich proteinreiche Fütterung. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Pelvicachromis humilis stammt aus Westafrika, mit Vorkommen in Sierra Leone, Liberia und Guinea (Flusssysteme Moa und Kolente). Die Art bewohnt Uferzonen mit dichter Randvegetation und bevorzugt Bereiche mit Wurzeln, Totholz und Laubschichten. Das Substrat ist überwiegend sandig bis feinkiesig. Die Strömung ist meist langsam bis mäßig.

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