Platydoras armatulus
Beschreibung
Der Liniendornwels (Platydoras armatulus) wird ca. 20-24 cm SL groß und gehört zur Familie Doradidae. Die Grundfärbung reicht von dunkelbraun bis schwarz, mit kontrastreichen cremefarbenen bis gelblich-weißen Längsstreifen vom Kopf bis zur Schwanzflosse. Die Bauchpartie ist heller. Typisch für Doradidae sind die Knochenschilde und Dornen entlang der Seitenpartie.
Taxonomischer Hinweis: Platydoras armatulus wurde jahrzehntelang fälschlich als Platydoras costatus geführt. Eine Revision von 2008 (Piorski et al.) klärte, dass der im Aquarienhandel verbreitete gestreifte Raphael-Wels P. armatulus ist.
Im Aquarium zeigt die Art vorwiegend nachtaktives Verhalten. Tagsüber verbergen sich die Tiere in Höhlen, unter Wurzeln oder in Laubschichten; nachts suchen sie den Bodengrund ab. Trotz ihrer Größe sind sie gegenüber gleichgroßen Fischen friedlich. Die Brustflossenstacheln können sich in Fangnetzen verhaken und schmerzhafte Stichwunden verursachen. Beim Umsetzen Behälter statt Netz verwenden. Platydoras armatulus erzeugt hörbare Laute durch Reiben der Brustflossenstacheln (Stridulation), verstärkt durch die Schwimmblase.
Besonderheiten
- Nachtaktiv: vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Aktivitätsperiode
- Empfindliche Barteln: weiches Substrat (Sand) wichtig
- Kräftige Brustflossenstacheln: verhaken sich in Netzen, Stichwunden möglich. Behälter statt Netz verwenden!
- Hörbare Stridulation: Lauterzeugung via Brustflossenstacheln + Schwimmblasen-Resonanz
- Versteckliebend: viele Rückzugsmöglichkeiten nötig
- Geringes Sprungrisiko
- Außerordentlich langlebig: 15-20 Jahre und mehr dokumentiert
- Im Handel jahrzehntelang als P. costatus geführt (Revision Piorski et al. 2008)
Vergesellschaftungshinweise
Platydoras armatulus ist gesellig und sollte in einer Gruppe von 3-5 Tieren gehalten werden. Die Art ist ruhig und friedfertig gegenüber gleichgroßen oder größeren Fischen. Auseinandersetzungen sind selten, solange genug Verstecke vorhanden sind.
Schnecken sind unproblematisch. Junggarnelen können gefressen werden, adulte Garnelen sind meist sicher. Sehr kleine Fische (unter 4-5 cm) können nachts als Beute enden.
Geschlechtsdimorphismus
Äußere Geschlechtsunterschiede sind nur schwach ausgeprägt. Weibchen erscheinen häufig fülliger und breiter, besonders wenn laichbereit. Männchen sind tendenziell etwas schlanker. Beide Geschlechter erreichen ähnliche Endgrößen.
Haltungstipps / Pflege
Die empfohlenen Wasserwerte liegen bei 24-30 °C, pH 5,8-7,5 und GH 2-20 °dGH.
Mindestbeckengröße: 120 cm Kantenlänge (ca. 240 Liter). Viele Verstecke aus Wurzelholz, Höhlen, Laubschichten und Steinformationen. Weiches Substrat (Sand) ist Pflicht für die empfindlichen Barteln. Gedämpfte Beleuchtung oder viele Schattenspender.
Moderate bis schwache Strömung. Effektive, aber nicht turbulente Filterung. Fütterung am Abend nach Lichtabschaltung, da nachtaktiv. Abwechslungsreiche Ernährung mit sinkenden Tabletten, Frost- und Lebendfutter.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht von Platydoras armatulus im Heimaquarium ist bisher nicht dokumentiert. In der Natur laicht die Art im Bereich von Oberflächenvegetation ab (Freilaicher). Kommerzielle Nachzuchten erfolgen vereinzelt in Asien, häufig unter Einsatz hormoneller Stimulation. Konkrete Angaben zu Gelegegröße, Inkubationszeit oder Aufzucht fehlen.
Ernährung/Futterbedarf
Platydoras armatulus ist ein Allesfresser mit Tendenz zu tierischer Kost. Sinkende Tabletten und Wafers als Basisnahrung, ergänzt durch Mückenlarven, Tubifex, Regenwürmer und Muschelfleisch. Fütterung bevorzugt am Abend, da nachtaktiv. Bei Vergesellschaftung darauf achten, dass ausreichend Futter auf den Bodengrund gelangt.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Platydoras armatulus kommt in großen Teilen Südamerikas vor: Amazonas-, Paraguay-Parana- und unteres Orinoco-Einzugsgebiet sowie Rio Tocantins in Brasilien, Peru, Bolivien, Kolumbien und Venezuela. Die Art besiedelt langsam fließende bis stehende Gewässer mit weichem, schlammigem oder sandigem Untergrund. Typische Habitate sind Bereiche mit dichter Unterwasservegetation, Wurzelwerk und Laubschichten.