Platystacus cotylephorus
Beschreibung
Der Peitschenwels (Platystacus cotylephorus) ist ein Vertreter der Aspredinidae mit gedrungem, abgeflachtem Körperbau, der optimal an ein bodennahes, grabendes Leben angepasst ist. Die Grundfärbung reicht von sehr dunklem Braun bis fast Schwarz, oft mit marmorierter Zeichnung und einer schmaleren, helleren Längsbinde entlang der Flanken. Die Unterseite ist heller. Kopf und Maul sind flach gedrückt, die Augen sind relativ klein und eher nach oben gerichtet.
Im Aquarium zeigt der Peitschenwels ein ruhiges, zurückhaltendes Verhalten. Tagsüber vergräbt er sich im feinen Sand oder legt sich reglos auf Laub und Holzteile, wo er wie ein Stück Detritus wirkt. Erst in der Dämmerung und nachts wird er aktiv und sucht am Bodengrund nach Nahrung. Die Fähigkeit zur perfekten Tarnung durch Haltung und Körperzeichnung ist ein Hauptgrund für seine geringe Sichtbarkeit im Becken.
Besonderes Merkmal: Weibchen entwickeln während der Fortpflanzungszeit fleischige Hautwucherungen (Cotylephores) am Bauch, an denen die Eier bis zum Schlupf angeheftet werden. In der Natur wandert die Art zwischen Süß- und Brackwasser; das Laichgeschäft findet vermutlich im Brackwasser statt.
Besonderheiten
- Weibliches Brutverhalten mit speziellen Hautwucherungen (Cotylephores) am Bauch, an denen Eier angeheftet werden
- Starke Tarnung: vergräbt sich im Sand oder tarnt sich als totes Blatt
- Nachtaktiv; tagsüber sehr inaktiv
- Wanderungen zwischen Süß- und Brackwasser in der Natur; Laichgeschäft findet vermutlich im Brackwasser statt
- Grabendes Verhalten: benötigt sehr feines Substrat zum Eingraben
- Geringes Sprungrisiko
- Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen und Schnecken weitgehend sicher
Vergesellschaftungshinweise
Platystacus cotylephorus wird als friedlich beschrieben. Die Art kann einzeln gehalten werden, ist aber auch in lockeren Ansammlungen von gleichgroßen Exemplaren zu beobachten; eine fest dokumentierte, optimale Gruppengröße existiert nicht.
Gegenüber sehr kleinen Fischen oder Wirbellosen ist die Art potenziell räuberisch, insbesondere nachts. Sehr kleine Garnelen und Jungfische sind gefährdet. Adulte Garnelen und Schnecken werden deutlich besser toleriert. Das Temperament ist ruhig und zurückgezogen.
Geschlechtsdimorphismus
Die Geschlechter sind vergleichsweise gut zu unterscheiden. Männchen sind dunkler gefärbt und stärker gemustert als Weibchen. Ausgewachsene Männchen entwickeln zudem vergrößerte Brustflossen. Weibchen wirken von oben betrachtet fülliger, vor allem während der Laichzeit, wenn der Bauch durch die angehefteten Eier und die fleischigen Hautstiele (Cotylephores) deutlich voluminöser wird. Beide Geschlechter erreichen vergleichbare Endgrößen.
Haltungstipps / Pflege
Die empfohlenen Wasserwerte liegen bei 22-25 °C, pH 6-8,2 und GH 12-30 °dGH.
Mindestbeckengröße: 150 cm Kantenlänge (ca. 400 Liter). Sehr feiner Sand oder feiner Schlamm als Substrat ist Pflicht, damit sich die Tiere eingraben können. Grobes Kies ist ungeeignet. Viel Totholz, Laubstreu und abgeflachte Wurzelstücke als Verstecke. Pflanzen in Randbereichen.
Schwache bis mäßige Strömung. Gedämpfte Beleuchtung. Fütterung in den Abend- oder Nachtstunden, da nachtaktiv. Die Haltungsschwierigkeit wird als mittel bis fortgeschritten eingestuft.
Zucht und Fortpflanzung
Der Zuchtstatus für Platystacus cotylephorus ist als nicht zuverlässig reproduzierbar einzustufen. Es handelt sich um einen Substratlaicher mit spezieller Brutpflege. Weibchen entwickeln fleischige Hautwucherungen (Cotylephores) am Bauch, an denen die Eier befestigt werden. Es wird angenommen, dass diese Strukturen den Embryonen auch Nährstoffe oder Sauerstoff zuführen.
Der eigentliche Laichvorgang findet vermutlich im Brackwasser statt. Aus importierten tragenden Weibchen konnten vereinzelt Jungfische aufgezogen werden. Als Zuchttemperatur wurden Werte um 24-25 °C dokumentiert. Weitere Parameter sind nicht gesichert. Die Zucht wird als schwer eingestuft.
Ernährung/Futterbedarf
Platystacus cotylephorus ist überwiegend fleischlich ausgerichtet. Mückenlarven, Tubifex, Regenwürmer und kleine Krebstiere bilden die Hauptnahrung. Ergänzend sinkende Tabletten oder Welssticks mit ausreichend fleischlichen Anteilen. Fütterung bevorzugt in den Abend- oder Nachtstunden, da nachtaktiv.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Platystacus cotylephorus kommt an der Küste Südamerikas vor, in Ästuaren und unteren Flussläufen von Venezuela bis Nordbrasilien, einschließlich Guyana, Suriname und Französisch-Guayana. Die Art bewohnt küstennahe Gewässer, brackige Mündungsbereiche und flache Landschaften mit Totholz und dichter Laubablagerung. Typische Habitate sind schlammige oder sandige Böden in flachen, oft trüben Gewässern mit schwankendem Salzgehalt.