Poecilia salvatoris
Beschreibung
Der Freiheitsmolly (Poecilia salvatoris) ist ein lebhafter Lebendgebärender aus der Familie Poeciliidae, der etwa 7-10 cm TL erreicht. Die Grundfärbung ist silbrig bis goldgelb, bei manchen Populationen orange bis rot aufleuchtend, mit feinen blauen Sprenkeln und dunklen Punkten. Die Rückenflosse der Männchen ist deutlich vergrößert und prächtig in Rot, Weiß, Blau und Schwarz gefärbt, ein Muster, das an die amerikanische Flagge erinnert und dem Fisch seinen englischen Namen Liberty Molly eingebracht hat.
Im Aquarium präsentiert sich der Freiheitsmolly sehr lebhaft und aktiv, bevorzugt die obere Wasserschicht und zeigt ausdauerndes Schwimmverhalten. Männchen sind gegenüber Weibchen sehr hartnäckig in der Balz; bei ruhigen oder langflossigen Nachbarn kann Flossenbeißen auftreten.
Die Art ist ein produktiver Lebendgebärer und unter guten Haltungsbedingungen leicht zu vermehren.
Besonderheiten
- Prächtige, farbige Rückenflosse der Männchen (rot-weiß-blau, Liberty-Muster)
- Lebendgebärend mit Gonopodium bei Männchen
- Aktives Balzverhalten; Flossenbeißen bei langflossigen Nachbarn möglich
- Eltern fressen Jungfische; dichte Bepflanzung oder Aufzuchtbecken nötig
- Springt gelegentlich; Abdeckung erforderlich
- Neigung zur Verfettung bei zu proteinreicher Kost
- Wärmeliebend: Temperatur nicht unter 25 °C
Vergesellschaftungshinweise
Poecilia salvatoris ist eine gesellige Art und sollte in Gruppen von mindestens 4 Tieren gehalten werden, mit deutlichem Weibchenüberschuss zur Stressreduktion.
Das Temperament ist im Gesamtverhalten friedlich, Männchen zeigen jedoch ausgeprägte Balzaktivität und können Weibchen hartnäckig bedrängen. Gegenüber ruhigen, langflossigen Arten kann Flossenbeißen auftreten.
Verträglichkeit mit Wirbellosen: Schnecken werden toleriert. Sehr junge und kleine Garnelen gefährdet; adulte Garnelen meist toleriert.
Geeignete Beifische: mittelamerikanische Arten, robuste Welse und größere Salmler mit ähnlichen Wasseransprüchen und aktivem Temperament. Ostafrikanische Cichliden und sehr ruhige Arten sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind farbprächtiger, schlanker und kleiner, mit stark ausgeprägter und bunt gefärbter Rückenflosse sowie Gonopodium. Weibchen sind größer und fülliger mit dezenterer Grundfärbung und gut erkennbarem Schwangerschaftszeichen (Gravid Spot) während der Trächtigkeit.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 25-28 °C, pH 7,0-7,8, GH 10-15 °dGH. Ein Becken mit mindestens 80 cm Kantenlänge (ca. 112 Liter) ist die Mindestgröße; 200 Liter und mehr sind vorzuziehen.
Offene Schwimmzone im oberen Bereich mit dichter Bepflanzung an den Rändern. Schwimmpflanzen als Schattenspender und Verstecke. Feiner bis mittelkörniger Sand oder Kies. Mäßige bis leichte Strömung.
Abdeckung erforderlich wegen Springneigung. Bei starkem Männchenüberschuss Weibchenanteil erhöhen.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht ist einfach und gut dokumentiert. Poecilia salvatoris ist lebendgebärend. Tragzeit ca. 4-6 Wochen, Wurfgrößen 20-100 Jungfische.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 26-28 °C, pH 7,0-7,5. Konditionierung mit eiweißreichem Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven) und pflanzlichen Komponenten.
Jungfische sind nach der Geburt sofort frei schwimmend. Erstfutter: Infusorien, Artemia-Nauplien und fein zerriebenes Flockenfutter. Dichte Bepflanzung oder separates Aufzuchtbecken nötig, da Eltern Jungtiere fressen.
Ernährung/Futterbedarf
Poecilia salvatoris ist ein Allesfresser mit ausgeprägter Neigung zu pflanzlicher Kost. Spirulina-Flocken, Algen-Tabs und Gemüsebeigaben (blanchierter Salat, Zucchini) als pflanzliche Basis. Ergänzend: Artemia, Mückenlarven und Frostfutter. Bei zu proteinreicher Kost Neigung zu Verfettung; hoher Pflanzenanteil empfohlen. Mehrere kleine Fütterungen täglich.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Poecilia salvatoris stammt aus Mittelamerika, Kerngebiet El Salvador, möglicherweise auch Honduras. Die Art bewohnt warme, klare Gewässer mit mittlerer bis hoher Härte. Typische Habitate sind dicht bewachsene Uferzonen mit sandigem oder schlammigem Grund und langsamer bis mäßiger Strömung.