Potamotrygon orbignyi

Deutscher Name: Langschwanz-Süßwasserrochen

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Südamerika
Farben:
braun, schwarz
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Potamotrygon reticulatus
Gattung: Potamotrygon
Familie: Potamotrygonidae

Beschreibung

Der Langschwanz-Süßwasserrochen (Potamotrygon reticulatus) erreicht eine Scheibenbreite von etwa 40 cm. Der Artname „reticulatus“ (netzartig) verweist auf das typische helle, netzartige Rückenmuster auf dunklem Untergrund. Der charakteristisch lange Schwanz vergrößert die Gesamtlänge erheblich und gibt der Art ihren deutschen Namen. Im Aquarium zeigt die Art typisches Rochenverhalten: Ruhen auf dem Substrat, halb eingegraben, bodennahe Fortbewegung. Beim Fressen sucht sie aktiv mit dem Unterseitenmaul nach Beute im Substrat. Dämmerungs- bis nachtaktiv. SICHERHEITSHINWEIS: Der Schwanzstachel ist giftig – bei Stich sofort ärztliche Hilfe suchen. Beim Arbeiten im Becken stets größte Vorsicht walten lassen. (GBIF-Synonym, Zuordnung prüfen)
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • GIFTIGER SCHWANZSTACHEL – beim Umgang größte Vorsicht
  • Netzartiges Rückenmuster – namensgebend und wichtiges Artmerkmal
  • Langer Schwanz – namensgebend, funktional zur Stabilisierung
  • Lebendgebärend (matrotrophe Viviparie)
  • Bodenbezogener Lebensstil – permanenter Kontakt mit Substrat
  • Sehr großes Becken erforderlich (mind. 1.100 L für Einzeltier/Paar)
  • Garnelen ungeeignet, Schnecken riskant

Vergesellschaftungshinweise

Potamotrygon reticulatus kann in Gruppen gehalten werden, sofern ausreichend Platz und mehrere Ruheplätze vorhanden sind. Die Art ist wenig aggressiv gegenüber Artgenossen, bei Platzknappheit sind Konfrontationen um Ruhestellen möglich. Ruhiges, zurückhaltendes Temperament. Garnelen sind ungeeignet – werden gefressen. Kleine Schnecken können gefressen werden, größere gepanzerte Schnecken werden oft toleriert. Zur Vergesellschaftung eignen sich robuste südamerikanische Fische, die nicht um Boden-Ruheplätze konkurrieren. Kleine Fische werden als Beute betrachtet.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen tragen paarige Klaspern an den Bauchflossen – röhrenartige Fortsätze als Begattungsorgane, bei geschlechtsreifen Tieren deutlich sichtbar. Weibchen sind in der Regel etwas größer als Männchen.
Größe: ca. 40 cm Scheibenbreite

Haltungstipps / Pflege

Potamotrygon reticulatus benötigt ein Becken ab 210 cm Kantenlänge (ca. 1.100 Liter für Einzeltier/Paar) mit Temperaturen von 24–28 °C, einem pH-Wert von 6,5–7,5 und einer Gesamthärte von 2–12 °dGH. Feiner, weicher Sand als Substrat ist Pflicht. Große freie Flächen zum Ruhen, Wenden und Schwimmen. Scharfe oder raue Dekoration vermeiden. Sehr gute mechanische und biologische Filterung, moderate Strömung. Regelmäßige Teilwasserwechsel (bis 50% wöchentlich). Geschlossene Abdeckung – zum Schutz vor dem Stachel bei Beckenarbeiten. Gedämpfte Beleuchtung. Diese Art ist für spezialisierte Halter mit Großaquarien geeignet.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,5-7,5
Temperatur:
24-28 °C
Beckengröße:
ab 210 cm, 1.100 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Potamotrygon reticulatus ist lebendgebärend (matrotrophe Viviparie). Die Embryonen werden über Uterussekrete (Histotrophe) ernährt. Artspezifische Zuchtdaten liegen nicht vor; bei verwandten Arten Würfe von 1–8 Jungtieren nach 9–12 Wochen. Die Zucht gilt als schwierig und ist spezialisierten Haltern vorbehalten.

Ernährung/Futterbedarf

Potamotrygon reticulatus ist ein Fleischfresser. Geeignet sind Muscheln, Garnelen, Fischfilets, sinkende Karnivoren-Pellets sowie gelegentlich lebende Nahrung. Jungtiere: Artemia, Mückenlarven, Tubifex. Adulte werden zweimal täglich gefüttert. Futterreste konsequent entfernen. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 20+ Jahre (Gattungsschätzung)

Natürlicher Lebensraum

Potamotrygon reticulatus stammt aus Südamerika und bewohnt flache bis mäßig tiefe Flussabschnitte mit sandigen oder schlammigen Substraten. Bereiche mit ruhiger bis mäßiger Strömung, in denen kleine Organismen im Substrat reichlich vorhanden sind.

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