Procatopus similis
Beschreibung
Der Similis-Leuchtaugenfisch (Procatopus similis) gehört zur Familie Procatopodidae (Afrikanische Leuchtaugenfische) und erreicht bis zu 6 cm Gesamtlänge (Männchen). Der Körper ist spindelförmig mit einem nach oben gerichteten Maul. Beide Geschlechter tragen den typischen orange reflektierenden Leuchtfleck in der oberen Irishälfte. Männchen variieren in der Grundfarbe von Olivgrün bis Hellgrau mit bläulichen Seitenreflexen; die Flossen zeigen Farbvarianten von Hellblau über Gelb bis Rot. Weibchen sind halbtransparent grau-oliv mit farblosen Flossen. Die Art ist als „Variable Lampeye“ bekannt, da Färbung und Muster je nach Herkunftspopulation stark variieren.
Im Aquarium zeigt Procatopus similis ein oberflächennahes Schwimmverhalten in kleinen Gruppen. Die Art ist scheu und wird von lebhafteren Fischen beim Fressen leicht verdrängt.
Besonderheiten
- Leuchtaugenfisch (Variable Lampeye) – Färbung variiert stark nach Herkunftspopulation
- Spaltenlaicher (Crevice-Spawner) – Eier werden in Spalten, Moos oder Laichmops abgelegt
- Scheu – wird von lebhaften Fischen beim Fressen verdrängt
- Kein Lebendgebärender, sondern Eierlegend (Familie Procatopodidae)
- Springer – gut schließendes Deckglas Pflicht
- Unterschiedliche Lokalformen nicht mischen
Vergesellschaftungshinweise
Procatopus similis ist ein friedlicher Gruppenfisch. Empfohlen werden mindestens 6–8 Tiere. Die Art ist scheu und wird von lebhaften Mitbewohnern leicht beim Fressen verdrängt – ruhige, gleichgroße Beifische wählen.
Garnelen: Adulte Garnelen meist toleriert, sehr kleine Junggarnelen können gefressen werden. Schnecken werden toleriert.
Zur Vergesellschaftung eignen sich ruhige westafrikanische Begleitarten wie Pelvicachromis-Arten und gleichgroße friedliche Fische. Lebhafte oder räuberische Arten sind ungeeignet. Malawi- und Tanganjikasee-Buntbarsche sind wegen abweichender Wasseransprüche ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind deutlich größer (ca. 6 cm TL) und farbenprächtiger mit variablen Flossenfarben (Blau, Gelb, Orange bis Rot) und Flecken- oder Streifenzeichnung. Weibchen bleiben kleiner (ca. 3,5–4 cm) und sind halbtransparent grau-oliv mit farblosen Flossen.
Haltungstipps / Pflege
Procatopus similis benötigt ein Becken ab 80 cm Kantenlänge (ca. 112 Liter für eine Gruppe ab 6–8 Tieren) mit Temperaturen von 24–26 °C, einem pH-Wert von 6–8 und einer Gesamthärte von 5–12 °dGH.
Dichte Bepflanzung mit Schwimmpflanzen und oberflächennaher Vegetation für Deckung und Laichnischen. Wurzelholz, Äste und Pflanzenblätter schaffen Strukturen in der Oberflächenzone. Leichte bis mäßige Filterung, keine starke Strömung in der oberen Zone.
Ruhige, störungsarme Platzierung des Beckens. Gut schließendes Deckglas ist Pflicht – Sprungrisiko. Stabile Wasserwerte besonders wichtig, da die Art als anspruchsvoll gilt.
Zucht und Fortpflanzung
Procatopus similis ist ein Spaltenlaicher (Crevice-Spawner). Die Eier werden in engen Spalten, Moos oder Laichmops abgelegt. Die Elterntiere bewachen die Eier nicht – Eier separieren. Inkubationszeit ca. 10–14 Tage. Aufzucht mit Infusorien, nach 3–4 Tagen Artemia-Nauplien. Die Zucht gilt als mittelschwer bis anspruchsvoll. Konditionierung mit hochwertigem Lebendfutter fördert die Laichbereitschaft.
Ernährung/Futterbedarf
Procatopus similis ist ein Fleischfresser. Bevorzugt werden Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien und kleine Mückenlarven. Feines Trockenfutter (Flocken, Granulat) wird meist akzeptiert, sollte aber durch Lebend- oder Frostfutter ergänzt werden. Die Tiere fressen bevorzugt an der Wasseroberfläche.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Procatopus similis stammt aus Westafrika und besiedelt flache, vegetationsreiche Uferbereiche, langsam fließende Bäche und Seitenarme. Dichte Pflanzendecken und Deckungsstrukturen in der Oberflächenzone prägen das natürliche Habitat.