Pethia nigrofasciata
Beschreibung
Die Purpurkopfbarbe (Pethia nigrofasciata) ist eine kompakt gebaute, schlanke Barbenart aus Sri Lanka mit kontrastreicher Zeichnung. Die Grundfarbe reicht von gelblich-silbern bis hellmetallisch, überzogen von drei bis vier breiten, schwarzen Querbinden. Geschlechtsreife Männchen zeigen zur Balz eine intensive Umfärbung: Kopf und Vorderkörper leuchten in kräftigem Purpur- bis Rubinrot, während der hintere Körper und die Flossen stark verdunkelt bis nahezu schwarz erscheinen. Weibchen behalten eine hellere, gelbliche Grundfärbung mit klaren schwarzen Binden und meist transparenten Flossen. Männchen erreichen etwa 5-5,5 cm SL.
Im Aquarium zeigt sich Pethia nigrofasciata als lebhafter und aktiver Schwarmfisch in mittleren bis unteren Wasserschichten. Männchen zeigen während der Balzphasen intensive Farbwechsel. Die Art bevorzugt strukturreiche Becken mit Laub, Wurzeln und dichtem Randbewuchs. Die Art ist in Sri Lanka endemisch und nach IUCN als Gefährdet (VU) eingestuft; der Export von Wildfängen ist gesetzlich verboten.
Besonderheiten
- Intensive Balzfärbung der Männchen: purpur- bis rubinroter Kopf, schwärzer werdender Körper
- Freilaicher ohne Brutpflege; Elterntiere fressen Eier und müssen nach dem Ablaichen entfernt werden
- Bevorzugt strukturreiche Becken mit Laub, Wurzeln und dichtem Randbewuchs
- Endemisch in Sri Lanka; IUCN-Status: Gefährdet (VU); Export von Wildfängen gesetzlich verboten
- Gut dokumentierte Zucht bis F5+ Generation
- Geringes Sprungrisiko
Vergesellschaftungshinweise
Pethia nigrofasciata ist ein geselliger Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8-10 Tieren gehalten werden. In dichten Gruppen verteilen sich Dominanzverhalten und Balzaktionen, sodass einzelne Tiere nicht dauerhaft gemobbt werden.
Das Temperament ist friedlich und zurückhaltend gegenüber ähnlich großen Fischen. Während der Brutzeit bilden Männchen temporäre Reviere und zeigen gesteigerte Farbenpracht, jedoch kommt es selten zu ernsthaften Verletzungen.
Schnecken werden toleriert. Größere Garnelen wie Amanogarnelen sind meist sicher. Zwerggarnelen und deren Jungtiere können als Beute gefressen werden.
Geeignete Beifische sind südasiatische Schwarmfische: Pethia- und Puntius-Arten sowie Danio- und Devario-Arten mit vergleichbarem Temperament.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind schlanker und etwas kleiner als Weibchen mit einer Standardlänge von etwa 5-5,5 cm. Während der Balz nehmen Kopf und Vorderkörper ein leuchtendes Purpur- bis Rubinrot an; der restliche Körper und Rücken- und Afterflosse dunkeln zu fast schwarzer Farbe nach. Weibchen sind fülliger gebaut mit gelblich-silberner Grundfarbe und den schwarzen Querbinden und können etwas größer werden.
Haltungstipps / Pflege
Pethia nigrofasciata benötigt Wasser mit 20-27 °C, pH 6,0-7,0 und GH 5-12 °dGH. Das Becken sollte mindestens 80 cm Kantenlänge und 112 Liter fassen.
Ein feinsandiger oder feinkiesiger Bodengrund ist ideal. Laub, Totholz, abgerundete Äste und flache Wurzeln schaffen natürliche Verstecke und Laichflächen. Feinblättrige Pflanzen und Mooskissen bieten zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten. Gedämpfte Beleuchtung ist empfehlenswert, da das natürliche Habitat stark beschattet ist. Die Strömung sollte moderat sein.
Regelmäßige Wasserwechsel und stabile Nitratwerte tragen zur Gesundheit bei.
Zucht und Fortpflanzung
Pethia nigrofasciata ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Die Zucht ist gut dokumentiert, einfach und wird regelmäßig bis zur F5+ Generation nachgezüchtet.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 26-27 °C, pH 6,0-6,5, GH maximal 10 °dGH. Zur Konditionierung werden die Zuchttiere etwa eine Woche getrennt und reichlich mit proteinreichem Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven, Daphnien) gefüttert. Das Zuchtbecken sollte schwach beleuchtet sein und Laichschutz bieten (Laichrost, Javamoos, Glasmurmeln). Das Ablaichen wird häufig durch Morgenlicht nach einer Dunkelphase ausgelöst.
Die Gelegegröße beträgt 100-500 Eier. Die Eier schlüpfen nach 24-48 Stunden. Jungfische werden nach etwa 24 Stunden freischwimmend. Als Erstfutter eignen sich Infusorien; danach Mikrowürmchen und Artemia-Nauplien.
Ernährung/Futterbedarf
Pethia nigrofasciata ist ein Allesfresser. Hochwertiges Flocken- und Granulatfutter bildet die Basis, ergänzt durch pflanzliche Komponenten wie Spirulina und gelegentlich blanchiertes Gemüse. Regelmäßiges Lebend- und Frostfutter (Artemia, Daphnien, Mückenlarven) fördert Kondition und Balzbereitschaft. Sinkendes Futter ist sinnvoll, da die Art häufig im unteren bis mittleren Bereich frisst.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Pethia nigrofasciata ist endemisch in Sri Lanka und kommt in den Einzugsgebieten der Flüsse Kelani und Nilwala im südwestlichen Feuchtgebiet vor. Die Art besiedelt flache, klare Waldbäche, die durch überhängende Vegetation stark beschattet sind. Das Substrat besteht aus Sand oder feinem Kies, häufig bedeckt von Falllaub und Totholz. Die Strömung ist mäßig.