Rhinogobius formosanus

Deutscher Name: Formosan-Goby

Foto: Aquarium Glaser - Frank Schäfer
Herkunft:
China
Farben:
braun, grau, rot
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Rhinogobius formosanus
Gattung: Rhinogobius
Familie: Gobiidae

Beschreibung

Die Taiwan-Bachgrundel (Rhinogobius formosanus) wird bis zu 10 cm lang und zählt damit zu den größeren Vertretern der Gattung. Der Körper ist kräftig gebaut mit einem breiten Kopf und dem typischen Grundel-Saugnapf aus verwachsenen Bauchflossen. Männchen in Laichstimmung entwickeln ein leuchtend rotes Gesicht und intensiv orangerote Flossenränder.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Größte häufig gepflegte Rhinogobius-Art mit bis zu 10 cm Länge
  • Männchen mit leuchtend rotem Gesicht in Laichstimmung
  • Gravide Weibchen zeigen charakteristischen blauen Bauchfleck
  • Amphidrome Art: Larven wandern in der Natur ins Meer
  • Endemisch in Taiwan in schnell fließenden Bergbächen
  • Substratlaicher mit väterlicher Brutpflege unter Steinen

Vergesellschaftungshinweise

Rhinogobius formosanus zeigt ein ausgeprägtes Revierverhalten, das besonders zwischen Männchen zu erheblichen Konflikten führen kann. Männchen sind untereinander unverträglich — in kleineren Becken sollte grundsätzlich nur ein Männchen gehalten werden. Mehrere Männchen sind nur in sehr großen, reich strukturierten Aquarien mit klaren Sichttrennungen möglich und erfordern sorgfältige Beobachtung. Weibchen und Jungtiere sind verträglicher. Für eine erfolgreiche Haltung empfiehlt sich ein Harem aus einem Männchen und zwei bis drei Weibchen oder eine gemischte Gruppe ohne überzählige Männchen. In Gemeinschaftsbecken mit passenden, nicht-bodenbewohnenden Mitbewohnern lassen sich Konflikte deutlich reduzieren, da das Territorium der Männchen primär am Boden verteidigt wird. Das Temperament im Normalzustand ist aktiv und neugierig; während der Fortpflanzungsphase tritt territorial-aggressives Verhalten deutlich stärker hervor. Bei der Vergesellschaftung ist die biogeografische Herkunft zu beachten: Rhinogobius formosanus gehört zur ostasiatischen Fauna (Taiwan). Geeignete Mitbewohner sind friedliche, pelagische Schwarmfische aus der gleichen Region — etwa kleine Danioniden, Rasboras oder vergleichbare ostasiatische Arten, die die Bodenzone meiden und das Territorium der Männchen nicht gefährden. Andere bodenbewohnende Arten, besonders andere Gobiiden oder Schmerlen, können Revierstreitigkeiten auslösen und sind zu vermeiden. Große aggressive Arten sind grundsätzlich ungeeignet. Garnelen: Adulte werden meist toleriert, Junggarnelen können gefressen werden. Schnecken sind weitgehend verträglich.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen sind größer und kräftiger gebaut, mit einem breiten Kopf und in Laichstimmung leuchtend rotem Gesicht. Die Flossen zeigen intensivere Farbtöne. Weibchen bleiben kleiner und zeigen bei Laichreife einen blauen Bauchfleck durch die durchschimmernden Eier.

Größe: ca. 8–10 cm SL (Männchen); Weibchen kleiner

Haltungstipps / Pflege

Rhinogobius formosanus benötigt ein geräumiges Strömungsbecken mit mindestens 150 Litern bei 100 cm Kantenlänge. Die Wasserwerte sollten bei 18 bis 24 °C, pH 6,0 bis 8,0 und GH 2 bis 15 °dGH liegen. Als Bodengrund eignet sich grober Sand bis feiner Kies mit zahlreichen flachen Steinen und Kieseln. Eine kräftige Strömung und gute Sauerstoffversorgung sind Pflicht. Die Einrichtung sollte Sichtbarrieren bieten, um Revierstreitigkeiten zu entschärfen. Regelmäßige Wasserwechsel halten die Wasserqualität hoch.

Saisonale Temperaturabsenkung: Als subtropische Art aus taiwanesischen Bergbächen profitiert die Taiwan-Bachgrundel von einer Winterruhe bei 14-18 °C über mehrere Wochen. Dies fördert Gesundheit, Farbintensität und Fortpflanzungsbereitschaft.

Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6-8
Temperatur:
Kaltwasserfisch/Kühlwasser
Beckengröße:
ab 100 cm, 150 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Die Art ist ein Substratlaicher. Das Männchen reinigt die Unterseite eines flachen Steins und verteidigt diesen Laichplatz. Das Weibchen heftet die Eier an die Steinunterseite, das Männchen befruchtet und bewacht sie. Die Larven schlüpfen nach etwa einer Woche. In der Natur ist R. formosanus amphidrom, die Larven wandern ins Meer. Im Aquarium kann die Aufzucht daher schwierig sein, da die Larven möglicherweise Brackwasser für die erste Entwicklungsphase benötigen.

Ernährung/Futterbedarf

Rhinogobius formosanus ist ein opportunistischer Karnivore, der im Aquarium gut auf ein breites Futterangebot anspricht. Bevorzugt werden kleine lebende oder gefrorene Futtertiere: Mückenlarven (auch rote Zuckmückenlarven, jedoch sparsam wegen des Fettgehalts), Artemia, Daphnia, Mysis und Cyclops. Tief sinkende Pellets für Bodenfische werden meist ebenfalls akzeptiert. Auf Tubifex-Würmer sollte aufgrund des hohen Fettgehalts verzichtet werden; Wildtiere sind an eine nährstoffarme Kost angepasst. Abwechslungsreiche, mehrmals täglich kleine Portionen entsprechen dem natürlichen Fressverhalten.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 3-5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Rhinogobius formosanus ist in Taiwan endemisch, wo die Art in schnell fließenden Bergbächen und Flüssen vorkommt. Die Habitate zeichnen sich durch klares, kühles Wasser über steinigem Grund mit starker Strömung aus. Die Art ist amphidrom, Larven wandern flussabwärts ins Meer und kehren als Jungfische in die Süßwasserhabitate zurück.

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