Satanoperca rhynchitis
Beschreibung
Der Rotlippen-Erdfresser (Satanoperca rhynchitis) ist ein Erdfresser aus der Gattung Satanoperca mit einer Standardlänge von bis zu 14,1 cm (ca. 16–17 cm Gesamtlänge). Das wichtigste Erkennungsmerkmal adulter Tiere sind die leuchtend roten Lippen (im Handel als S. sp. „Red Lips“ bekannt). Der Körper ist gedrungen mit einer verlängerten Schnauze, die auf das Absuchen des Bodengrunds spezialisiert ist.
Im Aquarium zeigt die Art typisches Erdfresserverhalten: Sandsubstrat wird aufgenommen, durch die Kiemen gefiltert und wieder ausgestoßen. Ruhiges Verhalten außerhalb der Brutzeit. Maternaler Maulbrüter.
HINWEIS: Im Handel selten, stammt ausschließlich aus Französisch-Guayana. Anfällig für Kopf- und Seitenlinienerosion (HLLE) bei schlechter Wasserqualität.
Besonderheiten
- Leuchtend rote Lippen bei adulten Tieren (fehlen bei Jungtieren)
- Verlängerte Schnauze für Substratfiltrierung
- Maternaler Maulbrüter
- Substratfiltrierer – feiner Sand ist Pflicht
- Anfällig für HLLE bei schlechter Wasserqualität
- Im Handel selten, ausschließlich aus Französisch-Guayana
Vergesellschaftungshinweise
Satanoperca rhynchitis ist eine gruppenbildende Art, die in Gruppen ab 5–8 Tieren gehalten wird. Friedlich im Alltag, während der Fortpflanzungszeit können Paare Reviere verteidigen.
Garnelen: Sehr kleine Junggarnelen gefährdet, adulte meist sicher. Schnecken: Toleriert.
Zur Vergesellschaftung eignen sich südamerikanische Salmler, friedliche Panzerwelse und kleine Buntbarsche mit Weichwasserbedarf. Hartwasserarten und ostafrikanische Buntbarsche ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen können etwas größer werden und zeigen während der Balz intensivere Farben. Weibchen bei Trächtigkeit tiefer gebaut. Zuverlässige Bestimmung vor Paarbildung schwierig.
Haltungstipps / Pflege
Satanoperca rhynchitis benötigt ein Becken ab 180 cm Kantenlänge (ca. 650 Liter) mit Temperaturen von 22–28 °C, einem pH-Wert von 5,5–7,5 und einer Gesamthärte von 2–12 °dGH.
Feiner Sand als Substrat ist Pflicht. Größere Treibholzstücke und flache Wurzeln als Reviermarkierung und Rückzugsplätze. Offene Sandflächen zwischen Strukturelementen. Robuste Pflanzen (Javamoos, Anubias) auf Wurzeln.
Leistungsfähige Filterung (4–5-faches Beckenvolumen/Stunde). Moderate Strömung. Wöchentliche Wasserwechsel 50–70 %. Dezente Beleuchtung.
Zucht und Fortpflanzung
Satanoperca rhynchitis ist ein maternaler Maulbrüter. Das Weibchen nimmt die Eier sofort nach Befruchtung ins Maul und pflegt die Brut bis zum Freischwimmen. Zucht anspruchsvoll, aber dokumentiert. Hochwertiges Futter und regelmäßige große Wasserwechsel stimulieren Laichbereitschaft.
Ernährung/Futterbedarf
Substratfiltrierer (benthophag). Hochwertige, feinkörnige Cichliden-Granulate oder -Pellets. Artemia, Cyclops, Mückenlarven, Chironomiden. Spirulina-Tabletten. 3–4 kleine Mahlzeiten täglich.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Satanoperca rhynchitis stammt aus Französisch-Guayana und bewohnt Fließgewässer mit weichem, feinkörnigem Substrat. Strukturreiche Bereiche mit Treibholz und Wurzeln in mäßig strömenden Abschnitten.