Semaprochilodus insignis
Beschreibung
Semaprochilodus theraponura (Schwanzstreifensalmler) ist ein markanter, hochrückiger Salmler (Prochilodontidae) mit silbrigem Grundton und gedrungen-muskulösem Körperbau. Die After- und Schwanzflosse zeigen abwechselnde schwarze und orange/gelbe Streifen, die Bauchflossen sind rötlich-orange. Die Rückenflosse steht relativ hoch. Ausgewachsene Tiere erreichen bis zu 35 cm, wobei Weibchen mit bis zu 29,5 cm SL deutlich größer werden als Männchen (bis ca. 22 cm SL).
Taxonomie-Hinweis: Semaprochilodus theraponura wird in der wissenschaftlichen Literatur als Synonym von Semaprochilodus insignis geführt.
Im Aquarium typisches Schwarmverhalten in mittleren Wasserschichten mit lebhafter, ausdauernder Schwimmaktivität. Die Art ist ein potamodromer Wanderfisch und benötigt großen freien Schwimmraum. Bei unzureichender Gruppengröße kann innerartliche Aggression und Territorialität auftreten. Die Art ist ein starker Springer, sichere Abdeckung ist Pflicht. (früher S. theraponura)
Besonderheiten
- Synonym von Semaprochilodus insignis
- Starker Springer: sichere, enganliegende Abdeckung ist Pflicht
- Potamodrome Laichwanderungen in der Natur
- Futterpräferenz stark pflanzenbetont (Aufwuchsfresser)
- Deutlicher Größendimorphismus: Weibchen bis 29,5 cm SL, Männchen bis 22 cm SL
- Großer Platzbedarf: mindestens 1.500 Liter für Gruppe
- Zucht im Aquarium nicht dokumentiert
Vergesellschaftungshinweise
Semaprochilodus theraponura ist ein Schwarmfisch. Gruppenhaltung ab sechs Tieren empfohlen. Bei zu kleiner Gruppenstärke innerartliche Aggressionen möglich. Gegenüber mittelgroßen bis großen Mitbewohnern friedlich.
Juvenile Garnelen können gefressen werden. Große Schnecken werden meist toleriert.
Geeignete Beifische: Andere südamerikanische Salmler, robuste Panzerwelse, größere Buntbarsche aus derselben Bioregion. Keine ostafrikanischen Cichliden (Malawi/Tanganjika).
Geschlechtsdimorphismus
Deutlicher Größendimorphismus: Weibchen erreichen bis zu 29,5 cm SL, Männchen bis ca. 22 cm SL. Weibchen erscheinen zur Laichzeit zusätzlich fülliger im Bauchbereich. Die Körpergröße bietet den verlässlichsten Hinweis auf das Geschlecht.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 23-26 °C, pH 5,5-7,2, GH 1-15 dGH.
Beckengröße: Mindestens 1.500 Liter für eine Gruppe.
Einrichtung: Weitläufige, offene Schwimmzonen. Sandiges oder feinkiesiges Substrat. Größere Wurzeln und Steinstrukturen als Unterschlupf. Robuste Pflanzen (Java-Farn, Anubias) können überleben, zartblättrige Pflanzen werden gefressen.
Strömung: Kräftige Strömung bevorzugt, Filterleistung 10-20-faches Beckenvolumen/Stunde. Gute Sauerstoffversorgung.
Abdeckung: Starker Springer. Enganliegende, lückenlose Abdeckung notwendig.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher. Zuchtschwierigkeit: Im Aquarium nicht dokumentiert.
In der Natur potamodrome Laichwanderungen. Zu Beginn der Regenzeit wandern große Schwärme in turbulente Weißwasserflüsse zum Laichen. Nach dem Ablaichen driften Gelege und Larven in Überschwemmungsgebiete. Diese Voraussetzungen lassen sich im Heimaquarium nicht nachstellen.
Ernährung/Futterbedarf
Semaprochilodus theraponura ist überwiegend herbivor (Aufwuchsfresser). In der Natur Periphyton, Detritus und feine organische Partikel. Im Aquarium: überbrühter Spinat, Gurke, Zucchini, Salat, Spirulina- und Algen-Tabs. Ergänzend Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnien). Größere Exemplare nehmen auch Krill.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Semaprochilodus theraponura kommt in Südamerika vor, insbesondere im Amazonas- und Orinoco-Becken in Brasilien, Peru, Kolumbien, Ecuador, Guyana und Bolivien. Nebenflüsse und Flussabschnitte mit sandigem Bodengrund. Saisonale Überschwemmungsgebiete als Laich- und Nahrungsareale.