Sinibotia pulchra
Beschreibung
Die Bänder-Prachtschmerle (Sinibotia pulchra) ist eine lebhafte, gesellige Schmerle aus der Familie der Botiidae und erreicht eine Gesamtlänge von etwa 10 cm. Ihr Hauptmerkmal sind 9 bis 15 dunkle, senkrechte Bänder auf gold-braunem Grundton, die sich bei älteren Exemplaren häufig aufspalten oder gabeln. Der Kopf zeigt braune, wurmartige Muster und dünne gelbe Streifen über Stirn und Augen. Alle Flossen besitzen dunkle submarginale Bänder, die Schwanzflosse zeigt drei breite schräge Querbinden.
Der Körperbau ist langgestreckt, seitlich leicht abgeflacht und sehr beweglich, typisch für Schmerlen aus schnellfließenden Gewässern. Wie alle Botiidae besitzt Sinibotia pulchra bewegliche Suborbital-Stacheln unter den Augen, die bei Stress aufgerichtet werden und sich in Netzen verfangen können. Beim Umsetzen daher immer Behälter verwenden, niemals Netze.
Die Art stammt aus den klaren, gut durchströmten Fließgewässern Südchinas (Zhu-Jiang-System) in den Provinzen Guangxi, Guangdong und Fujian sowie aus Nordvietnam. Im Aquarium ist sie ein aktiver, neugieriger Bodenbewohner, der besondere Ansprüche an Wasserqualität und Strömung stellt.
Besonderheiten
- Suborbital-Stacheln unter den Augen, die bei Stress aufgerichtet werden und sich in Netzen verfangen
- Hohes Sprungrisiko, dicht schließende Abdeckung ist Pflicht
- Empfindlich gegenüber erhöhten Nitrat- und Ammoniumwerten
- Kupferempfindlich, Kupfer-basierte Medikamente können tödlich sein
- Ichthyo-anfällig durch feine Schuppen, schonende Behandlungsmethoden nötig
- Verwechslungsgefahr mit Sinibotia superciliaris und S. robusta bei Importen
- Sand als Substrat schützt die empfindlichen Barteln
Vergesellschaftungshinweise
Die Bänder-Prachtschmerle ist ein geselliger, friedlicher Bodenbewohner, der in Gruppen ab 5 Tieren komplexe Sozialhierarchien entwickelt. Einzeln oder in Kleingruppen gehaltene Tiere wirken scheu, zeigen Stressverhalten und können gegenüber Artgenossen aggressiver werden. Bei der Fütterung werden die Tiere deutlich lebhafter und steigen auch ins freie Wasser auf.
Geeignete Mitbewohner sind andere asiatische Flussbewohner ähnlicher Größe wie Rasboras, Danios, asiatische Schmerlen (etwa Yasuhikotakia-Arten) und ruhige Bodenfische. Garnelenbesatz ist riskant, da Jungtiere gefressen werden. Schneckenbesatz wird dezimiert. Afrikanische Cichliden sind ungeeignet wegen anderer Biotopansprüche und zu hoher Aggressivität.
Geschlechtsdimorphismus
Geschlechtsunterschiede sind nicht sicher nachgewiesen. Geschlechtsreife Weibchen sollen etwas fülliger gebaut sein als Männchen. Eindeutige sekundäre Geschlechtsmerkmale wurden bislang nicht beschrieben.
Haltungstipps / Pflege
Sinibotia pulchra bevorzugt Wassertemperaturen von 20 bis 25,5 °C, einen pH-Wert von 6,5 bis 8,0 und eine Gesamthärte von 5 bis 15 °dGH. Für eine Gruppe von mindestens 5 Tieren wird ein Becken ab 120 cm Kantenlänge mit mindestens 200 Litern empfohlen. Die Art ist ein aktiver Schwarmfisch, der viel Bewegungsfläche benötigt.
Das Aquarium sollte feinen, runden Sand oder feine Kiesel als Substrat haben, um die empfindlichen Barteln zu schützen. Flache Steine, Schieferplatten und hohle Wurzeln bieten notwendige Verstecke und strukturieren den Bodenbereich. Eine gute Strömung und mechanisch-biologische Filterung, die organische Verschmutzung rasch abbaut, sind wichtiger als Bepflanzung. Ein Strömungsprofil mit Powerhead oder Strömungspumpe und hoher Sauerstoffgehalt sind notwendig.
Die Art ist sprunggefährdet, eine dicht schließende Abdeckung ist Pflicht. Kupferhaltige Medikamente sind tödlich für Botiidae. Bei Krankheitsbehandlung auf kupferfreie Alternativen ausweichen. Die feine Beschuppung macht die Art anfällig für Ichthyophthirius, schonende Behandlungsmethoden wie erhöhte Temperatur und Salzzugabe sind vorzuziehen.
Die Bänder-Prachtschmerle eignet sich für erfahrene Aquarianer, die ein gut durchströmtes, sauerstoffreiches Becken mit stabiler Wasserchemie betreiben. Nur in biologisch eingefahrenen Becken halten.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht von Sinibotia pulchra im Aquarium ist bislang nicht dokumentiert. Über den Fortpflanzungstyp in der Natur liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor.
Ernährung/Futterbedarf
Sinibotia pulchra ist in der Natur ein Mikropräcadtor, der sich überwiegend von Zuckmückenlarven und anderen Kleinstlebewesen ernährt. Im Aquarium nimmt die Art sinkende Granulate, Welstabletten und Algentabletten an, bevorzugt aber Frost- und Lebendfutter wie Mückenlarven, Tubifex, Artemia, Daphnien und gehacktes Muschelfleisch. Schnecken werden aktiv gefressen und können zur Bestandskontrolle eingesetzt werden. Reine Trockenfutterhaltung ist möglich, aber nicht artgerecht. Regelmäßiges Frostfutter verbessert Kondition und Farbgebung deutlich.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Sinibotia pulchra stammt aus dem Zhu-Jiang-System (Perlfluss-Einzugsgebiet) in Südchina, verbreitet in den Provinzen Guangxi, Guangdong, Fujian sowie Teilen von Yunnan, Guizhou, Hunan und Jiangxi. Die Art kommt auch in Nordvietnam vor. Sie bewohnt klare, schnellfließende Bäche und Flüsse mit steinigem bis kiesigem Untergrund und sauerstoffreichem Wasser.