Teleocichla centrarchus

Deutscher Name: Teleocichla centrarchus

Foto: Aquarium Glaser
Herkunft:
Brasilien
Farben:
braun, grau
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Teleocichla centrarchus
Gattung: Teleocichla
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Teleocichla centrarchus ist ein kleiner, stromlinienförmiger Buntbarsch aus den Stromschnellen des Rio Xingu in Brasilien. Er war die erste beschriebene Art der Gattung Teleocichla (Typusart, 1988 von Kullander beschrieben) und ist eng mit den Hechtbuntbarschen der Gattung Crenicichla verwandt. Männchen erreichen bis 10 cm, Weibchen bis 8 cm. Der Körper ist langgestreckt und hydrodynamisch gebaut, die Grundfarbe bräunlich bis grünlich-grau. Die reduzierte Schwimmblase sorgt für ein charakteristisch bodennahes Schwimmverhalten – die Tiere bewegen sich dicht über dem Substrat und stützen sich mit den Bauchflossen ab. Als rheophile Art stellt T. centrarchus hohe Anforderungen an Strömung und Wasserqualität, belohnt aber mit interessantem Verhalten.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Typusart der Gattung Teleocichla (Erstbeschreibung 1988)
  • Rheophil – starke Strömung ist die kritischste Haltungsanforderung
  • Reduzierte Schwimmblase – bodennahes Schwimmverhalten
  • Karnivor (Mikroprädator) – feines Futter, kein Krill oder große Mückenlarven
  • Überfressen an großem Futter (Rote Mückenlarven, Krill) kann tödlich enden
  • Höhlenlaicher mit biparentaler Brutpflege
  • Laichbereite Weibchen zeigen rosafarbenen bis rötlichen Bauch

Vergesellschaftungshinweise

T. centrarchus ist gegenüber artfremden, nicht zu kleinen Fischen relativ friedlich. Sehr kleine Mitbewohner werden als Beute betrachtet. Innerartlich besteht deutliche Territorialität, die sich zur Laichzeit stark steigert. Bewährt ist ein harmonierendes Paar (1 Männchen, 1 Weibchen) oder eine Gruppe ab 10 Tieren mit ausreichend Strukturen zur Aggressionsverteilung – kleinere Gruppen (3–9 Tiere) führen zu anhaltenden Kämpfen. Am besten als Artbecken oder mit robusten, strömungstoleranten Xingu-Bewohnern ähnlicher Größe. Keine empfindlichen oder langsamen Fische. Garnelen und Schnecken nur bedingt – kleine Garnelen werden als Beute betrachtet.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen werden bis 10 cm groß und sind langgestreckter. Weibchen erreichen bis 8 cm und sind kompakter gebaut, besonders zur Laichzeit. Laichbereite Weibchen zeigen einen charakteristisch rosafarbenen bis rötlichen Bauch.
Größe: M: ca. 10 cm, W: ca. 8 cm

Haltungstipps / Pflege

Ein Becken ab 100 cm Kantenlänge und mindestens 200 Liter ist nötig. Die Beckenlänge und Grundfläche sind wichtiger als das Volumen – ein langes, flaches Becken ist ideal. Weicher Sandboden, reichlich Felsen, Kiesel, Schieferplatten und Treibholz bilden die Einrichtung. Flache, eng anliegende Höhlen (z.B. Schieferplatten aufeinandergeschichtet) sind als Laichplätze und Revierstrukturen Pflicht. Starke Strömung durch Außenfilter mit Spraybar oder dedizierte Strömungspumpen ist die kritischste Haltungsanforderung. Ohne starke Strömung geht die Art auf Dauer ein. Empfohlene Wasserwerte: Temperatur 27–30 °C, pH 5,5–6,5, GH 0–6 dGH. Das Wasser des Rio Xingu ist charakteristisch weich und leicht sauer. pH-Werte über 7 sollten dauerhaft vermieden werden. Ein lückenloser Deckel ist Pflicht.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
5,5-6,5
Temperatur:
27-30 °C
Beckengröße:
ab 100 cm, 200 Liter

Zucht und Fortpflanzung

T. centrarchus ist ein Höhlenlaicher und deponiert die Eier auf der Unterseite von flachen Steinen oder Schieferplatten – enge, dunkle Höhlen sind Grundvoraussetzung. Die Zucht gelingt bei optimalen Haltungsbedingungen regelmäßig. Zuchtbedingungen: Optimale Wasserqualität mit starker Strömung, weiches, leicht saures Wasser (pH 5,5–6,5, GH unter 5 dGH), Temperatur 28–30 °C. Gelege: ca. 30–100 Eier. Freischwimmen nach ca. 12 Tagen, Erstfutter: Artemia-Nauplien. Beide Elternteile beteiligen sich an der Brutpflege und verteidigen das Gelege aggressiv.

Ernährung/Futterbedarf

Karnivor (Mikroprädator). Die Art frisst in der Natur kleinste Wirbellose aus dem Strömungsbereich. Geeignetes Futter: Artemia (Nauplien und Erwachsene), Cyclops, Daphnien, weiße Mückenlarven, feinkörnige sinkende Granulate als Ergänzung. Rote Mückenlarven und Krill nur in kleinen Mengen und selten anbieten – diese proteinreichen Futterarten führen bei Teleocichla leicht zu Überfressen mit tödlichem Ausgang (Lipidose, innere Verfettung). Mehrere kleine Mahlzeiten täglich sind einer großen Fütterung vorzuziehen. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Teleocichla centrarchus ist endemisch im Rio-Xingu-System in Brasilien (Cachoeira von Martius, Mato Grosso). Die Art bewohnt flache, felsdurchsetzte Stromschnellen mit extrem gut durchlüftetem, weichem und leicht saurem Klarwasser.

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