Erpetoichthys calabaricus
Beschreibung
Der Flösselaal (Erpetoichthys calabaricus) wird ca. 37–40 cm (SL) groß und ist ein aalähnlicher Fisch mit charakteristischem Erscheinungsbild. Charakteristisch sind die vielen kleinen, hintereinander angeordneten Flossenfortsätze im Rückenbereich. Der Körper ist schlank und stark gestreckt. Erpetoichthys calabaricus besitzt paarige Lungen als akzessorisches Atemorgan – ohne Zugang zur Wasseroberfläche kann er ertrinken. Er ist nachtaktiv und orientiert sich vorwiegend über den Geruchssinn; das Sehvermögen ist schwach. Im Aquarium zeigt die Art ein ruhiges, zurückhaltendes Verhalten in der bodennahen Zone. Sie bewegt sich zwischen Pflanzenstängeln und Laub. Als Ausbruchskünstler kann der Flösselaal durch kleinste Spalten entkommen – eine lückenlose Abdeckung ist Pflicht.
Besonderheiten
- Ausbruchskünstler: kann durch kleinste Spalten entkommen – lückenlose Abdeckung Pflicht!
- Paarige Lungen als akzessorisches Atemorgan – braucht Zugang zur Wasseroberfläche, sonst Ertrinkungsgefahr
- Primär nachtaktiv, orientiert sich über Geruchssinn
- Räuberisch: frisst alles, was ins Maul passt
- Evolutionär sehr alte Fischgruppe (Ordnung Polypteriformes)
- Kann kurzzeitig außerhalb des Wassers überleben
Vergesellschaftungshinweise
Erpetoichthys calabaricus ist friedlich und nicht territorial. Die Art ist gesellig und sollte in einer kleinen Gruppe ab drei Tieren gehalten werden – Flösselaale ruhen oft dicht beieinander im selben Versteck. Einzelhaltung ist möglich, entspricht aber nicht dem natürlichen Verhalten. Alles, was ins Maul passt, wird gefressen – keine kleinen Beifische! Gegenüber gleichgroßen oder größeren Mitbewohnern verträglich. Sehr lebhafte oder aggressive Arten meiden. Garnelen sind ungeeignet. Adulte, größere Schnecken werden toleriert. Geeignete Partner: Synodontis-Arten, größere westafrikanische Welse, robuste westafrikanische Cichliden (z. B. Hemichromis). Alle Beifische müssen zu groß sein, um verschluckt zu werden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen besitzen 12–14 Afterflossenstrahlen, Weibchen 9–12. Dies ist die zuverlässigste Methode zur Geschlechtsbestimmung bei adulten Tieren.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 23–28 °C, pH 6,0–7,5, GH 5–20 dGH. Beckengröße: Mindestens 160 cm Kantenlänge und 1.200 Liter für ein adultes Tier. Langes Becken mit ausreichend Bodenfläche. Einrichtung: Reichlich Verstecke aus Wurzeln, Höhlen und dichter Vegetation. Weiches Substrat (Sand). Falllaub. Keine starke Strömung. Abdeckung: Vollständig und lückenlos – alle Spalten, Kabeldurchführungen und Öffnungen sichern! Der Fisch muss jederzeit Luft an der Oberfläche aufnehmen können. Fütterung abends oder bei gedämpftem Licht (nachtaktiv). Bei Vergesellschaftung sicherstellen, dass der Flösselaal seinen Futteranteil erhält (ggf. gezielte Fütterung mit Pinzette). Kupfer-Warnung: Trotz seiner dicken Panzerung aus Ganoidschuppen reagiert der Flösselaal – wie viele evolutionär alte Fischgruppen – sehr empfindlich auf kupferhaltige Medikamente und Chemikalien.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht ist in der Aquaristik bislang nicht dokumentiert. Reproduzierbare Zuchtprotokolle existieren nicht.
Ernährung/Futterbedarf
Erpetoichthys calabaricus ist ein ausgeprägter Fleischfresser. Gefrostete Garnelen, Muschelfleisch, Mückenlarven, Mysis, Tubifex und Regenwürmer (sehr beliebt). Hochwertige Carnivoren-Pellets werden nur von manchen Individuen angenommen. Trockenfutter und pflanzliche Kost werden abgelehnt.
Natürlicher Lebensraum
Erpetoichthys calabaricus bewohnt Küstenflüsse in Westafrika vom Ouémé-Fluss (Benin) bis zum Sanaga-Fluss (Kamerun). Flache, langsam fließende oder stehende Gewässer mit dichtem Schilfbewuchs. Weiches, schlammiges Substrat mit viel organischem Material.