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Carinotetraodon travancoricus – Zwergkugelfisch

Quelle: Zierfischgrosshandel G.Höner

Synonyme

Erbsenkugelfisch

Herkunft

Als wissenschaftlich gesicherte Quellen gelten der Pamba-Fluß, Vembanad See, Minachil-Fluß, Shertallai, Feuchtgebiete um Trichur und der Chalakkudy-Fluß in der Kerala Provinz in Süd-West Indien. Die Provinz ist von 44 Flüssen und 29 größeren Seen durchzogen. Allein der Vembanad See ist 83 km lang. Hierzu ist mal wieder Wikipedia zu empfehlen.

Dieses riesige Gebiet wird u.a. auch als Backwaters bezeichnet. Neben den reinen Süßwasser-Seen und -Flüssen wird dieses Gebiet auch von brackwasserhaltigen Kanälen durchzogen. Noch im späten neunzehnten Jahrhundert soll der Vembanad See ursprünglich mit dem indischen Ozean stellenweise verbunden gewesen sein und dadurch unter Gezeiteneinfluss gestanden haben. Die Zuchtberichte von Frank und Ren belegen eine erfolgreiche Zucht in Süßwasser. Es gibt aber immer noch Berichte, so z.B. in der Datz 2003 die von Salzzugaben sprechen. Meine persönliche Erfahrung ist das die Gattung Carinotetraodon travancoricus gut ohne jegliche Salzzugabe zu pflegen ist. Krankheitsanfälligkeit bei Haltung in reinem Süßwasser , wie bei Brackwasserkugelfischen, konnte ich nicht beobachten.

Beschreibung

Dieser Kugelfisch wird nur 3 cm groß und ist deshalb auch für kleine Aquarien geeignet. Es handelt sich um relativ friedliche Kugelfische, die nicht mit schnellen Fressern vergesellschaftet werden sollten.

Der indische Zwergkugelfisch ist häufig auch unter dem Namen Erbsenkugelfisch oder Malabar Kugelfisch im Handel erhältlich.

Erst wenn die Tiere größer sind und sich ein wenig wohl fühlen lassen sich zumindest die männlichen Tiere gut erkennen. Grundsätzlich sind die Tiere nach circa 5 Monaten geschlechtsreif und zeigen schon vorher geschlechtsspezifsches Verhalten wie z.B. Balzen der Männchen. Dabei gibt es vier optische Merkmale an denen man den Unterschied festmachen kann, wobei diese unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Da sind zu nennen:

1. Die unterschiedliche Färbung, die sich erst bei Tieren zeigt, die sich wohl fühlen.

2. Die Körperform, meist erst bei größeren Tieren zu unterscheiden

3. Der Längsbauchstrich bei männlichen Tieren.

4. Die Falten hinter den Augen bei größeren männlichen Tieren

Männliche ausgewachsene Zwergkugelfische haben deutlich sichtbare “Falten” hinter den Augen. Auch in de Färbung unterscheiden Sie sich vom anderen Geschlecht. Ihr Rückenfärbung ist eher dunkel ins bräunliche gehend und ihr Bauch ist ehr gelblich.

Bei den Weibchen ist der Rücken ist nicht so dunkel und man kann die kontrasreiche Musterung und den hellen, fast weißen, Bauch gut erkennen.

 

Zucht:

Die Zucht wird im allgemeinen als Königsdisziplin angesehen und das nicht ohne Grund. Meistens ist ein Arten- oder besser spezielles Zuchtbecken erforderlich. Denn im Gesellschaftsbecken sind viele Fressfeinde und eine gezielte Fütterung ist kaum möglich. Die Haltungsbedingungen wie Wasserwerte und Beckeneinrichtung müssen zur Paarung optimal sein. Zur Aufzucht ist dann ein Höchstmaß an Hygiene und ein erhöhter Aufwand bei der Fütterung nötig. Dabei stellt die Nachzucht von Fischen einen wertvollen Beitrag zur Arterhaltung da, denn je mehr Tiere bei uns gezüchtet werden desto weniger müssen aus der Natur entnommen werden. Speziell die Nachzucht von Zwergkugelfischen ( Carinotetraodon travancoricus ) ist bereits mehrfach gelungen. Dies belegen viele Zuchtberichte von denen mir zwei vorliegen. Ich selbst durfte mich über zufälligen Nachwuchs in meinem 460Liter Gesellschaftsbecken freuen, ich bemerkte die kleine “Erbse” von circa 6-7mm wie sie im Teichlebermoos (Riccia fluita) an der Oberfläche kleinste Schnecken jagte. In meinem reinen Süßwasserbecken ist kein NO3 nachzuweisen, Javamoos (Vesicularia dubayana) zur Eiablage reichlich vorhanden, der PH-Wert um 7, GH und KH ehr weich da ich zum Teil Osmosewasser beim Wasserwechel verwende, die Wassertemperatur circa 25C.

 

Einmal habe ich den sehr ausführlichen Zuchtbericht_1 von Frank Stoppers der mir gut gefällt und den ich als “Anleitung” empfehle. Außerdem habe ich wohl den ersten im Internet veröffentlichten Zuchtbericht_2 von Ren aus Japan. Ich möchte aber anmerken daß die von Ren verwendeten Aquariengrößen als zu Klein angesehen werden, trotzdem lesenswert. Erwähnenswert ist noch das die Tiere bereits mit 5 Monaten geschlechtsreif sind.

Temperatur: 25°C
pH: 7
KH:
GH: 2°dGH
Leitwert:
 
BesonderheitenMeines Wissens nach werden Zwergkugelfische bis zu 5 Jahre alt.

Das wird wohl von die Lebensbedingungen wie Wasserqualität, Wassertemperatur, Stress und Reproduktion abhängen.

Durch ihre spezielle Art zu Schwimmen und ihrer voneinander getrennt beweglichen Augen sind sie zu den Lieblingen in vielen Gesellschaftsbecken geworden. Doch so putzig sie sein können, Zwergkugelfische sind keine so genannten “Anfängerfische”. Zum einen sind es Futterspezialisten was einigen Aufwand mit sich bringt, denn Trockenfutter wird konsequent ignoriert. Dabei wird diese Tatsache auch falsch verstanden und allzu oft werden Zwergkugelfische als Anti-Schneckenwaffe verkauft bzw. gekauft. Jedoch wird verschwiegen oder verdrängt was mit dem Tier passieren soll nachdem der Schneckenplage anscheinend Einhalt geboten wurde.

Ernährung

Kommen wir zu dem vielleicht wichtigsten Thema. Wie füttere ich meinen Zwergkugelfisch ? Zwar haben alle Kugelfische die spezifische Eigenart das sie ihre Zähne abnutzen müssen um zu verhindern das die ständig wachsenden Zähne nicht ihr Maul versperren, doch scheint dieser Effekt bei Zwergkugelfischen deutlich geringer zu sein als z.B. bei Asselkugelfischen. Nichtsdestotrotz, gewöhnliches Trockenfutter, egal ob in Flocken- oder Tablettenform kommt nicht in Frage. Erste Wahl sind und bleiben kleine Schnecken. Kleine Blasen- oder Posthornschnecken werden geknackt, größere Schnecken lediglich angebissen bzw. Stücke heraus gebissen. Die Schnecke verendet aufgrund ihrer Verletzung und rutscht aus ihrem Schneckengehäuse raus und wird dann vollständig gefressen. Turmdeckelschnecken sind in der Regel zu clever und vergraben sich im Untergrund und sind so fast unerreichbar für die Zwergkugelfische. Was wenn man nicht mehr ausreichend Schnecken zu Verfügung hat ? Dann ist Lebendfutter die beste Alternative. In guten Zoohandlungen erhält man Tubifex, rote und weiße Mückenlarven oder Wasserflöhe. Aber auch unsere schwarzen heimischen Mückenlarven oder Zuchtansätze von mexikanische Kampfkrebse (Hyallela azteca)und japanische Wasserflöhe (Moina macropoda) werden gern verspeist, Babygarnelen übrigens auch. Als Notlösung bietet sich Frostfutter an. Gefrorene rote Mückenlarven bekommt am fast überall und sie lassen sich gut lagern und handhaben. Nicht unerwähnt möchte ich die Tatsache lassen, daß nach einer gewissen Eingewöhnungszeit ( 1-2 Wochen) einige Zwergkugelfische gefriergetrocknetes Insektenschrott oder gefriergetrocknete Mückenlarven fressen. Das ist von Tier zu Tier aber unterschiedlich. Abgesehen von der geringen Akzeptanz von gefriergetrockneten Insektenschrott ist ein klarer Nachteil das die Zwergkugelfische bei der Aufnahme von de Wasseroberfläche oft Luft verschlucken. Das kann zu einem Problem werden da, dadurch Panik entsteht und u.U. schwimmt der Fisch nach einiger Zeit erschöft an der Wasseroberfläche. Die der Luft permanente ausgesetzte Kugelfischhaut nimmt Schaden und das kann im schlimmsten Fall zum Tode führen. . Allgemein ist mir aufgefallen, daß man oft Weibchen daran erkennen kann das sie ständig auf der Suche nach Fressbaren sind und auch fast alles fressen was man ihnen anbietet. Männchen hingegen sind scheuer und kommen manchmal nur aus ihrer Revierdeckung wenn das Futter zappelt. Wer diesen Futteraufwand nicht betreiben will oder kann sollte im beidseitigen Interesse besser Abstand von der Anschaffung dieser interessanten aber auch etwas pflegeintensiven Tiere nehmen.

Weitere Informationen: http://www.zwergkugelfisch.de/

  • Aquaristik- FachmagazinNr. 181 Februar/März 2005 Jahrgang 37 (1)
  • Aquaristik- FachmagazinNr. 154 August/September 2000 Jahrgang 32 (4)
  • Aqualog ” Die Kugelfische (des Süß- Brackwassers)” ISBN: 3-931702-61-8
  • Aquaristik aktuell 2/2002 und 3/2002 ISSN 0947-6520
  • Hoffman,P&M. 2003. Carinotetraodon travancoricus: Ein Zwerg unter den Kugelfischen. Die Aquarien-und Terrarienzeischrift
  • Datz 8/1998 Seite (498-501) BRITZ, R.: Ein neuer Kugelfisch aus Indien (Carinotetraodon imitator)
  • Amazonas Nr.11 Mai/Juni 2007 Seite 27

Quelle

Zierfischgrosshandel G.Höner

Martin Damitz

2 Kommentare

  1. Ich arbeite dran eine zuchtanlage für zwerg garnelen fertig zu stellen… es sind sehr viele kleine becken sowie einmal 120cm becken und 2x 80er becken sowie 2x60er becken vorhanden..ich denke das ich mir das zutraue. da ich auch meine zwerg krebse und garnlenenund andere pflenglinge mit lebendfutter versorge,, ich wäre gern ein teil davon diese art zu erhalten..Liebe grüße petra rexroth.

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