Trichogaster chuna
Beschreibung
Der Honigfadenfisch (Trichogaster chuna) wird etwa 4,5–6 cm groß und gehört zu den kleinsten Fadenfisch-Arten. Männchen im Prachtkleid zeigen eine intensive orange-honiggelbe bis rötliche Körperfärbung mit dunkler, schwarzer Kehle und Brustpartie, die besonders während Balz und Brutpflege hervortritt. Weibchen und nicht balzende Männchen sind unauffälliger gefärbt: silbrig-grau mit einem bräunlich-gelblichen Längsband.
Die modifizierten Bauchflossen bilden die namensgebenden Fäden, die als Tastorgane dienen. Als Labyrinthfisch (Familie Osphronemidae) besitzt T. chuna ein Labyrinthorgan, das die Aufnahme von atmosphärischer Luft an der Wasseroberfläche ermöglicht. Freier Zugang zur Wasseroberfläche und eine warme, feuchte Luftschicht über dem Wasser sind daher zwingend nötig.
Die Art stammt aus Südasien (Indien und Bangladesch) und besiedelt dort stehende und langsam fließende Gewässer wie Reisfelder, Tümpel und Nebenarme im Ganges- und Brahmaputra-System.
Besonderheiten
- Labyrinthfisch: freier Zugang zur Wasseroberfläche und warme Luftschicht über dem Wasser Pflicht
- Schaumnestbauer: Männchen baut Schaumnest und bewacht Eier allein
- Harem-Haltung empfohlen (1 Männchen, 2–3 Weibchen)
- Schwache Strömung bevorzugt
- Schwimmpflanzen und dichte Bepflanzung fördern das Wohlbefinden
- Abwechslungsreiche Ernährung fördert das Farbkleid der Männchen
- Kupferempfindlich
Vergesellschaftungshinweise
Der Honigfadenfisch ist friedlich, aber Männchen können gegenüber anderen Männchen und Weibchen außerhalb der Laichzeit leicht territorial sein. Gruppen mit einem Männchen und zwei bis drei Weibchen (Harem) zeigen natürlicheres Verhalten und reduzieren Stress auf einzelne Weibchen. Mindesthaltung: 2 Tiere (Paar).
Die Art ist eher langsam und bedächtig im Schwimmverhalten. Geeignete Mitbewohner sind andere kleine, friedliche asiatische Arten: Rasboras, kleine Schmerlen, friedliche Bodenfische. Nicht geeignet sind aggressive, große oder revierbildende Arten. Garnelen werden in der Regel toleriert, Schnecken sind verträglich.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen im Prachtkleid zeigen eine intensive orange-honiggelbe bis rötliche Körperfärbung mit schwarzer Kehle und Brustpartie. Weibchen sind unauffälliger: silbrig-grau mit einem bräunlich-gelblichen Längsband. Beide Geschlechter bleiben bei 4,5–6 cm.
Haltungstipps / Pflege
T. chuna benötigt 22–27 °C, einen pH-Wert von 6–7,5 und eine Gesamthärte von 3–15 °dGH.
Ein Becken ab 60 cm Kantenlänge und 54 Liter ist für ein Paar oder einen kleinen Harem geeignet. Dichte Bepflanzung, Schwimmpflanzen und ruhige Bereiche sind wichtig. Die Strömung sollte schwach sein.
Als Labyrinthfisch benötigt T. chuna freien Zugang zur Wasseroberfläche. Zwischen Wasserstand und Abdeckung sollte ein feuchter Luftraum von 3–5 cm verbleiben. Zugluft schadet dem Labyrinthorgan. Regelmäßige Wasserwechsel von 30–50 % wöchentlich halten die Wasserqualität stabil.
Zucht und Fortpflanzung
Trichogaster chuna ist ein Schaumnestbauer. Das Männchen baut unter schwimmenden Blättern oder in ruhigen Ecken ein vergleichsweise kleines Schaumnest aus Luftblasen und Pflanzenresten. Die Eier werden nach dem Ablaichen ins Nest aufgenommen und vom Männchen bewacht.
Schlupf nach 24–36 Stunden, freischwimmende Junge nach weiteren 24–48 Stunden. Nach dem Ablaichen kann das Weibchen bei aggressivem Männchen separiert werden. Weiches Wasser und 26–27 °C fördern die Laichbereitschaft. Zuchtschwierigkeit: mittel.
Ernährung/Futterbedarf
T. chuna ist ein Insektivor mit omnivorer Tendenz. Im Aquarium werden kleine Lebend- und Frostfuttersorten bevorzugt: Daphnia, Artemia, Mückenlarven, Mikro-Grillen und Enchyträen. Qualitativ hochwertige Flocken und Micro-Granulat werden nach Eingewöhnung angenommen. Abwechslungsreiche Ernährung fördert das Farbkleid der Männchen und die Fortpflanzungsbereitschaft.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Trichogaster chuna kommt in Südasien vor: in Indien (Ganges-Becken, Assam, Manipur, Meghalaya, Arunachal Pradesh) und Bangladesch (Brahmaputra-System). Die Art besiedelt stehende und langsam fließende Gewässer: Reisfelder, kleine Tümpel, Nebenarme und flache Uferbereiche. Diese Habitate sind meist dicht mit Vegetation bestanden, humusreich und ruhig.