Der Wasserwechsel

Wie, warum, womit… Das ist wichtig für die Gesundheit der Fische und ein gut laufendes Aquarium

Die wichtigste Voraussetzung für gesunde Fische ist „sauberes“ Wasser. Damit ist nicht nur gemeint, dass das Wasser klar ist und nicht riecht. Nein, es geht vielmehr um das biologische Gleichgewicht. Eine gesunde Bakterienkultur, die das Wasser reinigt und stabile Wasserwerte, die nicht im Ungleichgewicht sind. Und damit dieses schön sauber und im Gleichgewicht bleibt, solltest du wöchentlich einen Teil des alten Aquarienwassers (etwa 30 Prozent) durch frisches Wasser ersetzen. Wie du dabei vorgehst, erklären wir dir hier:
Vorbereitung: Wasche dir vor dem Arbeiten im Aquarium die Hände und spüle die Seife sehr gründlich ab. Ziehe unbedingt den Stecker der Heizung und des Filters, bevor du im Becken arbeitest! Stelle dir dann einen Schlauch mit einer Mulmglocke und einen Eimer bereit.

Beim Wasserwechsel solltest du etwas Mulm absaugen.  Mulm besteht aus verrotteten Pflanzenteilen, Fischkot und Futterresten und zeigt sich als bräunliche Flocken oder bräunlicher Staub auf und in deinem Aquarienboden. Mit einer Mulmglocke kannst du die Abfälle ganz einfach aus deinem Aquarium entsorgen, wie mit einem Staubsauger den Fußboden.

Altes Wasser ablassen

Nun musst du zunächst das alte Aquarienwasser ablassen: Damit das Wasser wie von Zauberhand durch den Schlauch läuft, musst du das Wasser ansaugen, dabei sollte sich das Schlauchende, aus dem das Wasser läuft, tiefer befinden als das Schlauchende, in das das Aquarienwasser strömt bzw. die Mulmglocke (siehe Bild). Du nimmst ein Ende in die linke das andere in die rechte Hand. Mit dem Mund kannst du mit einem kurzen Sog (wie einmal Luftholen) das Wasser ansaugen. Keine Angst, selbst wenn du etwas in den Mund bekommst, ist es nicht schlimm oder gefährlich. Spucke es einfach in den Eimer. Sobald du das Wasser über die Aquarienkante im Schlauch gesogen hast, läuft es ganz von alleine durch den Schlauch in den Eimer, bis du den Schlauch aus dem Aquarium nimmst.

Wie das funktioniert? Die Wasserteilchen halten zusammen, in der Fachsprache „Kohäsionskraft“ genannt. Die Teilchen im längeren Schlauchstück ziehen praktisch die Teilchen im kürzeren Schlauchstück hinterher. Durch die Wasserbewegung kannst du also alle Teilchen, die leicht sind, durch den Wasserstrom mitsaugen. Die Mulmglocke funktioniert wie ein Staubsauger. Du kannst die Glocke etwas in den Boden drücken, die schweren Kies- oder Sandkörnchen rieseln wieder aus der Glocke heraus, die leichten Mulmflocken werden eingesogen. Du wirst dich wundern wie viel Mulm sich in einer Woche bilden kann – aber das ist gut so. Du solltest aufpassen, dass du keine Aquarienbewohner einsaugst, manche Fische sind nämlich sehr neugierig. Kontrolliere daher auch zur Vorsicht das abgesaugte Wasser vor dem Wegschütten! Viele Mulmglocken haben bereits ein Schutzgitter verbaut, damit keine größeren Fische in den Eimer kommen.

Ist das alte Wasser abgesaugt und somit der Wasserstand im Becken etwas tiefer, kannst du die Gelegenheit nutzen, um abgestorbene Pflanzenteile oder leere Schneckenhäuser aus dem Aquarium zu entfernen. Eine Pinzette kann dir dabei die Arbeit erleichtern. Du kannst nun auch die Wasserpflanzen stutzen und zum Beispiel einen Stein oder eine Wurzel versetzen.

 

Frisches Wasser einfüllen

Bist du zufrieden mit dem Aussehen deines Beckens, kannst du nun das frische Wasser einfüllen. Am besten gibst du zum Leitungswasser einen Wasseraufbereiter hinzu, um Schadstoffe, die im Leitungswasser vorhanden sein können, unschädlich zu machen. Leitungswasser wird für uns Menschen aufbereitet und ist für uns unbedenklich, es können sich darin aber Schwermetalle und Chlor befinden, die gefährlich für die Fische sind. Ein Wasseraufbereiter macht sie unschädlich und das Wasser fischgerecht. Deshalb solltest du das Leitungswasser mit dem Wasseraufbereiter vermischen und 10 Minuten stehen lassen.
Wasserwechsel KidsTipp: Mit einer kleinen Gießkanne geht das Wassereinfüllen besonders einfach. Fülle sie nicht zu voll, wenn die Gießkanne leichter ist, kannst du genauer und langsamer arbeiten und es geht nichts daneben. Lasse das Frischwasser langsam einlaufen und halte eine Hand in den Wasserstrahl oder stelle eine Untertasse darunter, um den Bodengrund nicht aufzuwirbeln und den Fischen die Möglichkeit zu geben, sich an die neuen Wasserwerte und die Temperaturschwankung zu gewöhnen. Das Wasser sollte stets die Temperatur aus deinem Aquarium haben.
Suche dir am besten einen festen Tag aus, an dem du Zeit hast den Wasserwechsel zu machen. Du kannst die Termine in deinem Kalender eintragen!