Ambystoma mexicanum

Deutscher Name: Axolotl

Quelle: aqua-global - Dr. Jander & Co. OHG
Herkunft:
Mexiko
Farben:
braun, gelb, schwarz, weiß
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Ambystoma mexicanum
Gattung: Ambystoma
Familie: Ambystomatidae

Beschreibung

Der Axolotl (Ambystoma mexicanum) ist ein bis 30 cm großer vollaquatischer Amphibienvertreter aus der Familie Ambystomatidae. Er besitzt einen gedrungenen, zylindrischen Körperbau mit federartigen äußeren Kiemensäumen hinter dem Kopf, die beim erwachsenen Tier dauerhaft erhalten bleiben (Neotenie). Typische Zucht- und Wildformen zeigen eine große Farbpalette: vom dunklen Wildtyp (graubraun mit Sprenkelung) bis zu Zuchtformen wie Weißlingen, Albinos, Goldalbinos und Melanoiden. Der Axolotl ist ein vollaquatisches Tier und verlässt das Wasser unter normalen Umständen nicht. Er metamorphosiert bei natürlicher Neotenie nicht zur Landform und bleibt zeitlebens in der larvalen Wasserphase. Die Art ist dämmerungs- bis nachtaktiv und als Lauerjäger nimmt sie Futter bevorzugt vom Boden auf oder schnappt blitzartig nach Beute. Die Art ist kritisch gefährdet (IUCN: CR).
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Neotenie: dauerhafter Verbleib in der Larvalform mit funktionellen äußeren Kiemen
  • Hervorragende Regenerationsfähigkeit (Gliedmaßen, Schwanz, Herz- und Hirngewebe)
  • Lauerjäger mit rudimentären Zähnen; Beute wird als Ganzes verschluckt
  • Kannibalismus bei dichtem Besatz, besonders bei Jungtieren
  • Striktes Chemie-Verbot im Becken: Wasseraufbereiter, Pflanzendünger und andere Aquarien-Chemie enthalten Komplexbildner, die sich in der Molchhaut absetzen und die Tiere schleichend vergiften
  • Keine Lachspellets aus der Speisefischzucht – Fettleber-Gefahr! Nur spezielle Axolotl-Pellets
  • Sprungrisiko gering; Beckenabdeckung empfohlen
  • Kritisch gefährdet (IUCN CR): Wildpopulationen stark dezimiert

Vergesellschaftungshinweise

Der Axolotl zeigt ein ruhiges, bodenorientiertes Verhalten und ist dämmerungs- bis nachtaktiv. Jungtiere zeigen gegenüber Artgenossen ein erhöhtes Kannibalismusrisiko; adulte Tiere sind gegenüber gleich großen Artgenossen meist friedlich, bleiben aber räuberisch gegenüber kleinen Wirbellosen und Jungfischen. Mehrere Individuen können in einem ausreichend großen Becken koexistieren, wenn jedem Tier ausreichend Bodenfläche und Versteckmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Jungtiere müssen strikt nach Größe getrennt werden. Axolotl sollten mit größter Vorsicht vergesellschaftet werden. Kleine Fische, Garnelen jeder Größe und sehr bewegliche Arten sind ungeeignet. Aufgrund der ungewöhnlich kühlen Haltungstemperatur von 15 bis 18 °C sind geeignete Gesellschaftstiere stark eingeschränkt.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen entwickeln eine deutlich geschwollene, rundliche Kloake hinter den Hinterbeinen; der Körper wirkt tendenziell schlanker. Weibchen sind häufig fülliger mit flacherer Kloake und können durch Eibildung eine rundere Silhouette zeigen. Weibchen werden in vielen Fällen etwas größer.
Größe: ca. 25-30 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 15 bis 18 °C (20 °C als temporäre Obergrenze; dauerhaft über 20 °C führt zu Stress; über 24 °C kann tödlich sein), pH 7,0 bis 8,0, GH 6 bis 16 dGH. Mindestens 100 Liter (80 cm Kantenlänge) für 1-2 adulte Tiere. Entscheidend ist eine große Bodenfläche, nicht die Wasserhöhe. Für ein Paar empfiehlt sich ein 100-120 cm Tank. Feiner Sand (unter 1 mm Korngröße) oder bodenfreies Becken bei Jungtieren. Kies ist wegen Impaktionsgefahr ungeeignet. Verstecke wie flache Höhlen, umgedrehte Blumentöpfe oder PVC-Rohre. Sehr geringe Strömung; starke Filterströmung vermeiden. Gedämpfte Beleuchtung mit Schattenbereichen. Ammoniak und Nitrit müssen dauerhaft bei 0 ppm liegen; Nitrat unter 20 ppm halten. Wöchentliche Teilwasserwechsel (10 bis 20 %). Vor der Erstbelegung Aquarium vollständig einfahren (mind. 4 bis 6 Wochen). Der Axolotl ist aufgrund seiner Neotenie und relativen Robustheit bei korrekter Temperaturführung beliebt. Die artgerechte Pflege erfordert konsequent kühle Temperaturführung, saubere Wasserbedingungen und geeignetes Substrat. Als Amphibie mit IUCN-Status CR ist verantwortungsvolle Haltung und Nachzucht besonders wichtig.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
7,0-8,0
Temperatur:
15-18 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 100 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Gut dokumentiert. Ambystoma mexicanum wird seit Jahrzehnten erfolgreich in Gefangenschaft gezüchtet; stabile Nachzuchtlinien existieren (F5+ und höher). Zuchtwasserwerte: 12 bis 15 °C, pH 7,0 bis 7,5, GH maximal 16 dGH. Substratlaicher mit innerer Befruchtung über Spermatophoren. Das Männchen legt Spermatophoren auf dem Bodengrund ab; das Weibchen nimmt diese auf. Die Eiablage erfolgt 24 bis 72 Stunden nach Begattung, Eier werden einzeln an Pflanzen geheftet. Auslöser: Temperaturabsenkung um mind. 5 °C, gefolgt von langsamer Erwärmung. Gelegegröße: 100 bis über 1.000 Eier. Inkubation: ca. 15 bis 17 Tage bei 20 °C. Erstfutter: Artemia-Nauplien, dann Grindalwürmer und Mückenlarven. Strikte Größentrennung wegen Kannibalismus. Geschlechtsreife: ca. 12 Monate; für Zuchtversuche mindestens 18 Monate warten.

Ernährung/Futterbedarf

Obligater Fleischfresser (Karnivore). Bewährte Futtermittel: spezielle Axolotl-Pellets (proteinreich, sinkend), Regenwürmer (Kernfutter). Achtung: Keine Lachspellets aus der Speisefischzucht verwenden – diese enthalten viel zu viel Fett und Protein, was langfristig zur tödlichen Fettleber führt, rote Mückenlarven, Bachflohkrebse. Für Jungtiere: Artemia und Grindalwürmer. Keine warmblütigen Futtertiere (Säugetier- oder Geflügelfleisch). Tubifex und Goldfischfütterung wegen Parasiten- und Krankheitsrisiko vermeiden. Futterreste zügig entfernen.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 10-15 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Ambystoma mexicanum ist endemisch in Mexiko und kommt natürlich nur im Xochimilco-See-System und dem ehemaligen Chalco-See vor. Die Habitate sind stehende bis langsam fließende Gewässer mit schlammigem Grund, dichter Ufervegetation und zahlreichen Unterwasserpflanzen in höher gelegenen Tälern mit kühlen Temperaturen. Die Wildpopulationen sind durch Habitatverlust, Wasserverschmutzung und eingeführte Fressfeinde stark dezimiert.

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