Silurus glanis
Beschreibung
Silurus glanis (Europäischer Wels) ist ein schuppenloser, langgestreckter Wels aus der Familie Siluridae und der größte Süßwasserfisch Europas. Der Körper ist mächtig und seitlich leicht abgeflacht. Die Oberseite ist dunkelgrün, braun oder schwärzlich, oft mit marmorierter Musterung; die Bauchseite ist hell. Der Kopf ist breit, massiv und abgeflacht mit weiter Maulspalte. Charakteristisch sind zwei kräftige Barteln am Oberkiefer sowie vier kürzere am Unterkiefer. Die Rückenflosse ist klein, die Afterflosse erstreckt sich als langer Saum fast bis zur Schwanzflosse. Dokumentierte Maximalgröße: 260-273 cm TL, über 165 kg. Das Alter kann bis zu 80 Jahre betragen.
HINWEIS: Silurus glanis ist für die Heimaquaristik NICHT geeignet. Die Art sollte ausschließlich in öffentlichen Aquarien oder hochspezialisierten Privatanlagen gehalten werden. Der angegebene Beckenwert von 3.785 Litern ist als absolute Untergrenze für Jungtiere zu verstehen.
S. glanis ist ursprünglich in Mittel- und Osteuropa sowie Westasien verbreitet und als Neozoon in weiten Teilen West- und Südeuropas etabliert. IUCN-Status: Least Concern (LC, 2022).
Besonderheiten
- Größter Süßwasserfisch Europas: bis 2,6 m TL, über 165 kg, bis 80 Jahre alt
- NICHT für Heimaquarien geeignet: nur öffentliche Aquarien oder hochspezialisierte Anlagen
- Schuppenloser Körper mit charakteristischen langen Oberkieferbarteln
- Nachtaktiver Lauerjäger: auch Wasservögel als Beute dokumentiert
- Europäische Art mit starker Kältetoleranz (überlebt nahe 0 °C in Winterstarre)
- Im Aquarium nie erfolgreich nachgezüchtet
- Neozoon in weiten Teilen Europas mit dokumentierten Ökosystemschäden
- IUCN-Status: Least Concern (LC, 2022)
Vergesellschaftungshinweise
Silurus glanis ist ein Einzelgänger und verhält sich territorial gegenüber Artgenossen. Nachtaktiver Lauerjäger: liegt ruhig am Gewässergrund und schnellt bei Gelegenheit auf Beute vor. Jeder Fisch, der kleiner ist als der Wels selbst, muss als potenzielle Beute betrachtet werden. In der Natur sind Angriffe auf Wasservögel an der Oberfläche belegt.
Garnelen und Schnecken sind Beute.
Die Haltung mit anderen Großfischen ist nur in entsprechend großen öffentlichen Einrichtungen mit ausreichend Trennmöglichkeiten realistisch. Vergesellschaftung grundsätzlich nicht empfohlen.
Geschlechtsdimorphismus
Zuverlässige äußere Merkmale zur Geschlechtsbestimmung sind nicht dokumentiert. Weibchen können bei Laichreife durch einen deutlich gerundeten Bauch erkannt werden. Eine sichere Bestimmung ist nur bei laichreifen Weibchen möglich.
Haltungstipps / Pflege
HINWEIS: Die folgenden Angaben gelten für öffentliche Aquarien oder hochspezialisierte Privatanlagen. Für die Heimaquaristik ist diese Art nicht geeignet.
Wasserwerte: Temperatur 4-20 °C, pH 6,0-8,0, GH 3-25 dGH. Die Art verträgt saisonal kühlere Temperaturen und profitiert von einer Winterabsenkung. Eurytherme Art mit starker Kältetoleranz.
Beckengröße: 3.785 Liter als absolute Untergrenze für Jungtiere. Für adulte Exemplare grundsätzlich unzureichend.
Einrichtung: Großformatige Strukturen als Verstecke (mächtige Wurzeln, große Steinplatten). Weicher Sand als Bodengrund. Dimme Lichtverhältnisse, tiefe Schattenzonen.
Filterung: Leistungsfähige biologische Filterung und regelmäßige großvolumige Wasserwechsel zwingend notwendig (enormer Stoffwechsel).
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher mit einfacher Brutpflege. Zuchtschwierigkeit: Im Aquarium nicht dokumentiert.
In der Natur wandern Tiere von Februar bis April in Laichgebiete und laichen von Mai bis August in flachen, dicht bewachsenen Uferzonen. Weibchen produzieren ca. 10.000 bis 350.000 klebrige Eier. Das Männchen bewacht das Gelege über 2-10 Tage bis zum Schlupf. Geschlechtsreife nach 2-4 Jahren.
Ernährung/Futterbedarf
Silurus glanis ist ein obligater Räuber (Karnivor). In der Natur: Fische, Krebstiere, Amphibien, Insekten; adulte Tiere erbeuten auch Wasservögel. Im Aquarium: Ganze Garnelen, Tintenfisch-Streifen, Muschelfleisch, Regenwürmer. Keine lebenden Futterfische (tierschutzrechtlich problematisch). Kein Säugetier- oder Vogelfleisch.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Silurus glanis ist ursprünglich in Mittel- und Osteuropa sowie Westasien verbreitet (Einzugsgebiete der Ost-, Nordsee, Ostsee, Schwarzes Meer, Kaspisches Meer, Aralsee). Als Neozoon in Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien etabliert. Die Art besiedelt große bis mittelgroße Tieflandflüsse und Seen mit langsam fließenden oder stehenden Wassermassen. Schlammiger oder sandiger Bodengrund mit Totholz und Unterwasserstrukturen.