Ancistrus spec.

Deutscher Name: Antennenwels

Antennenwels, Quelle Manuel Roth, EFS
Herkunft:
Argentinien, Brasilien, Südamerika
Farben:
braun, gelb, schwarz
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Ancistrus
Gattung: Ancistrus
Familie: Loricariidae

Beschreibung

Der Antennenwels ist einer der beliebtesten und am weitesten verbreiteten Harnischwelse in der Aquaristik. Er besitzt den typischen abgeflachten Körperbau der Loricariidae mit einer Saugmundscheibe an der Unterseite. Die Grundfärbung der Wildform reicht von hellbraun bis dunkelbraun und ist mit zahlreichen hellen Punkten übersät. Neben der Wildform existieren stabile Zuchtformen wie die Albino-Variante (gelb-weiß), die Goldform und Langflossen-Varianten (Schleier-Antennenwels). Das auffälligste Merkmal sind die namensgebenden, geweihartigen Tentakel (Antennen) auf der Schnauze adulter Männchen, die bei Weibchen deutlich kürzer oder gar nicht vorhanden sind. Im Aquarium sind die Tiere vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und verbringen den Tag in Höhlen und Verstecken.
Sozialverhalten: Harem
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Dämmerungs- und nachtaktiv, verbringt den Tag in Höhlen und Verstecken
  • Wurzelholz (Moorkienholz) ist Pflicht im Becken: Die Tiere raspeln Holzfasern ab, die als Ballaststoff für eine gesunde Verdauung notwendig sind
  • Männchen entwickeln die namensgebenden, geweihartigen Tentakel (Antennen) auf der Schnauze
  • Höhlenbrüter mit ausgeprägter Vaterbrutpflege: Das Männchen bewacht und befächelt das Gelege bis zum Schlupf
  • Besitzt ausstülpbare Odontoden (Dornen) an Kiemendeckel und Brustflossen als Verteidigung, die bei Berührung schmerzhafte Stichverletzungen verursachen können
  • Nicht mit handelsüblichen Netzen fangen! Die Odontoden verheddern sich in den Maschen. Stattdessen Becher oder Fangschale verwenden
  • Empfindlich gegenüber Kupfer und vielen Fischmedikamenten (schuppenlose Harnischwelse)
  • Kann bei Sauerstoffmangel Darmatmung betreiben und Luft an der Oberfläche schlucken
  • Kann bei Stress (Sauerstoffmangel, Ammoniak) aus dem Becken springen, Abdeckung empfohlen

Vergesellschaftungshinweise

friedlich, bodenbewohnend, Männchen revierbildend, friedlich, dämmerungs- und nachtaktiv. Haltung: Paarhaltung oder kleiner Harem (1 Männchen, 2-3 Weibchen). Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut (vergreift sich nicht an Garnelen oder Schnecken). Der Antennenwels ist ein hervorragender Gesellschaftsfisch und kann mit nahezu allen friedlichen Süßwasserfischen vergesellschaftet werden, von kleinen Salmlern und Bärblingen über Panzerwelse bis zu Zwergbuntbarschen. Auch die Vergesellschaftung mit Garnelen (Neocaridina, Caridina) und Schnecken ist unproblematisch. Vorsicht ist nur bei der Haltung mehrerer Männchen in kleinen Becken geboten, da diese um Höhlen und Reviere streiten können. Grundsätzlich sollte für jedes Tier mindestens eine eigene Höhle bereitstehen.

Geschlechtsdimorphismus

Das Geschlecht ist ab etwa 6 Monaten erkennbar und bei adulten Tieren eindeutig bestimmbar. Männchen entwickeln die charakteristischen, stark verzweigten Tentakel (Geweih) auf der Schnauze, die bei Weibchen nur als kurze Stummel oder gar nicht vorhanden sind. Männchen wirken zudem etwas schlanker und haben einen breiteren Kopf. Weibchen erscheinen im Bauchbereich fülliger, besonders vor der Laichzeit.
Größe: ca. bis 15 cm (TL)

Haltungstipps / Pflege

Der Antennenwels ist ein idealer Anfängerfisch, der sich in den meisten Gesellschaftsaquarien problemlos halten lässt. Das Becken sollte mit Wurzelholz eingerichtet sein, da die Tiere Holzfasern (Lignin) für ihre Verdauung benötigen. Weitere empfehlenswerte Einrichtung umfasst Höhlen aus Ton, Kokosnussschalen oder Schieferplatten sowie dichte Bepflanzung. Ein Bodengrund aus Sand oder feinem Kies ist ideal. Die Filterung sollte für gute Wasserqualität sorgen; moderate Strömung wird vertragen, ist aber nicht zwingend erforderlich. Das Becken sollte bei weniger als 120 cm Kantenlänge nur ein Männchen beherbergen, da Männchen untereinander territorial werden können. Regelmäßige Wasserwechsel (wöchentlich 25-30 %) halten die Nitratbelastung niedrig.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6-7,5
Temperatur:
22-27 °C
Beckengröße:
ab 80 cm Kantenlänge und 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Der Antennenwels gehört zu den am leichtesten zu züchtenden Welsen und vermehrt sich im Aquarium oft ohne besonderes Zutun. Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter mit Männchenbrutpflege. Zuchtschwierigkeit: einfach Zuchtprotokoll: Ein etwas kühlerer, größerer Wasserwechsel (Simulation der Regenzeit) kann die Laichbereitschaft auslösen. Das Männchen bezieht eine Höhle und lockt das Weibchen hinein. Das Gelege umfasst 40-120 Eier (bis 250 bei großen Weibchen), die das Männchen allein bewacht und befächelt. Die Eier schlüpfen nach 4-6 Tagen, die Jungfische verlassen nach weiteren 4-7 Tagen die Höhle. Ein gut konditioniertes Paar kann alle 4-6 Wochen laichen. Aufzuchtfutter: Staubfutter, zerdrückte Algentabletten, Artemia-Nauplien.

Ernährung/Futterbedarf

Der Antennenwels ist ein Aufwuchsfresser mit omnivoer Tendenz, der sich primär von Algenaufwuchs, Biofilm und pflanzlicher Kost ernährt. Als Hauptfutter eignen sich sinkende Algentabletten, Spirulina-Wafer und Welstabletten auf pflanzlicher Basis. Ergänzend sollte regelmäßig blanchierts Gemüse angeboten werden: Zucchini, Gurke, Spinat, Erbsen (ohne Schale) oder Möhren. Gelegentliche tierische Beigaben wie Frostfutter (Mückenlarven, Artemia) werden akzeptiert, sollten aber nicht den Hauptanteil ausmachen. Unverzichtbar ist das Vorhandensein von Wurzelholz im Becken, da die Tiere Holzfasern abraspeln, die für eine gesunde Verdauung notwendig sind.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
10-15 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Die im Handel erhältlichen Antennenwelse stammen fast ausschließlich aus Nachzuchten und werden als Ancistrus cf. cirrhosus oder Ancistrus spec. geführt. Die ursprüngliche Wildform stammt aus dem Rio-Parana-System in Argentinien und Brasilien, wo sie langsam bis mäßig fließende Gewässer mit Wurzeln, Totholz und Steinen besiedelt. Durch jahrzehntelange Aquarienzucht haben sich die Aquarienstämme jedoch erheblich an die Haltungsbedingungen angepasst und sind deutlich robuster und anpassungsfähiger als Wildfänge.

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Bärblinge
Kirschbärbling
Zahnkarpfen
Puebla-Platy
Panzerwelse
Marmorierter Panzerwels
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Newsletter

Was beschäftigt die Aquaristik-Community? Der my-fish-Newsletter informiert dich über spannende Inhalte aus der Unterwasserwelt.

my-fish Podcast

Wir haben bei Zierfischgroßhändlern, Aquascapern, Züchtern und Liebhabern nachgefragt:

my-fish TV

Wir haben Ende 2018 dieses neue Format gestartet und werden in Zukunft auf diesem Kanal alles abdecken…

Auf my-fish.org Anmelden
Sicherheitsabfrage: Bitte geben Sie die korrekte Nummer für die Anmeldung ein.
Beweisen Sie, das Sie ein Mensch sind: 8   +   2   =  
my-fish logo 2021
0
Lass uns doch ein Kommentar da!x