Ancistrus sp.

Deutscher Name: Brauner Antennenwels

Bild: EFS, Partner des Zoofachhandels
Herkunft:
Brasilien, Südamerika
Farben:
braun, grau, schwarz
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Ancistrus sp.
Gattung: Ancistrus
Familie: Loricariidae

Beschreibung

Der Braune Antennenwels (Ancistrus sp.) wird bis zu 14 cm groß und ist ein gepanzerter Bodenbewohner mit saugnapfartigem Maul und dem typischen Körperbau der Harnischwelse (Loricariidae). Die Grundfärbung ist braun bis dunkelbraun mit unregelmäßig verteilten hellen (gelblichen bis weißlichen) Punkten oder Flecken. Flossen zeigen häufig ein helles Bändermuster. Die Färbung kann je nach Stimmung und Untergrund variieren. Adulte Männchen entwickeln die namensgebenden verzweigten Hautauswüchse (Tentakel) am Kopf, die bei Weibchen fehlen oder nur als kurze Ansätze an der Schnauzenspitze vorhanden sind. Die Tiere raspeln Aufwuchs und weiches Holz und sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Hinweis zur Artbestimmung: „Ancistrus sp.“ ist eine Sammelbezeichnung für nicht eindeutig bestimmte Antennenwelse im Aquarienhandel. Die meisten im Handel erhältlichen Tiere sind kommerzielle Nachzuchten mit unklarer Artzugehörigkeit. Genetische Untersuchungen legen nahe, dass viele Exemplare Hybriden sein könnten. Farbvarianten (Albino, Gold, Super Red, Long Fin) sind weit verbreitet.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Namensgebende verzweigte Tentakel am Kopf der Männchen
  • Weiches Holz ist als Verdauungshilfe unverzichtbar
  • Sammelbezeichnung für unbestimmte Antennenwelse, oft Hybriden
  • Überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
  • Kupfer-empfindlich, Medikamente und Dünger mit Kupfer vermeiden
  • Zucht gelingt oft spontan ohne besonderes Zutun
  • Zahlreiche Farbvarianten im Handel (Albino, Gold, Super Red, Long Fin)

Vergesellschaftungshinweise

Ancistrus sp. ist gegenüber anderen Arten friedlich, Männchen werden untereinander jedoch territorial. In Becken unter 150 cm Kantenlänge sollte nur ein Männchen gehalten werden. Empfohlen wird paarweise Haltung oder ein Männchen mit mehreren Weibchen. Wirbellose wie Garnelen der Gattungen Neocaridina und Caridina werden in der Regel toleriert. Schnecken werden nicht behelligt. Geeignete Mitbewohner sind Salmler, Bärblinge, Lebendgebärende, friedliche Buntbarsche und andere nicht höhlenkonkurrierende Welse. Ungeeignet sind große Raubfische und Arten, die um Höhlen konkurrieren. Männchen können gegenüber Artgenossen und ähnlich geformten Bodenfischen territorial werden.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen entwickeln ab der Geschlechtsreife markante, verzweigte Tentakel am gesamten Kopf sowie ausgeprägtere Odontoden an den Brustflossenstacheln und am Kiemendeckel. Weibchen besitzen allenfalls kurze, unverzweigte Ansätze am Schnauzenrand. Männchen erreichen tendenziell eine etwas größere Endgröße als Weibchen.
Größe: ca. 14 cm

Haltungstipps / Pflege

Der Braune Antennenwels braucht ein strukturiertes Becken mit zahlreichen Verstecken in Form von Höhlen, Tonröhren und vor allem Wurzelholz. Weiches Holz ist unverzichtbar, da die Tiere Holzfasern zur Verdauung benötigen. Die Wasserwerte sollten dauerhaft bei 22-28 °C, pH 6,0-7,8 und GH 5-20 °dGH liegen. Als Mindestbeckengröße gelten 100 cm Kantenlänge und 160 Liter. Als Bodengrund eignet sich feiner Sand oder Kies. Eine gute Filterung mit moderater Strömung und ausreichende Sauerstoffversorgung sind wichtig, da die Art sauerstoffreiches Wasser bevorzugt. Regelmäßige Wasserwechsel gehören zur Pflege. In Becken unter 150 cm Kantenlänge sollte nur ein Männchen gehalten werden, da Männchen untereinander territorial und aggressiv werden können. Wichtig: Ancistrus sp. ist kupferempfindlich. Medikamente und Pflanzendünger mit Kupfergehalt sollten vermieden oder nur mit großer Vorsicht eingesetzt werden. Der Braune Antennenwels ist ein robuster, pflegeleichter Harnischwels, der sich für nahezu jedes Gesellschaftsbecken eignet. Die Lebenserwartung liegt bei ca. 5-12 Jahren, in Einzelfällen bis 19 Jahre.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6-7,8
Temperatur:
22-28 °C
Beckengröße:
ab 100 cm, 160 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Höhlenbrüter Zuchtschwierigkeit: Einfach Die Zucht gelingt in gut eingefahrenen Aquarien oft spontan ohne besonderes Zutun. Das Männchen bezieht eine Höhle, reinigt sie und lockt das Weibchen zur Eiablage. Ein Gelege umfasst 40-250 bernsteinfarbene Eier. Das Männchen betreibt intensive Brutpflege und befächelt die Eier mit den Brustflossen. Die Larven schlüpfen nach etwa 5-6 Tagen und zehren zunächst vom Dottersack. Die Jungfische sind nach 10-14 Tagen frei schwimmend und können mit feinem Aufwuchsfutter, zerdrückten Welstabletten und blanchierten Gemüsescheiben gefüttert werden. Produktive Paare können alle 4-6 Wochen ein neues Gelege produzieren.

Ernährung/Futterbedarf

Der Braune Antennenwels ist ein Aufwuchsfresser mit Schwerpunkt auf pflanzlicher Nahrung, nimmt aber auch tierisches Futter an. Im Aquarium sollte die Fütterung auf Algentabletten und Welstabletten als Grundnahrung basieren, ergänzt durch Gemüse (Zucchini, Gurke, Spinat, überbrühte Erbsen). Weiches Holz (Moorkienholz, Mangrove) muss ständig zur Verfügung stehen, da die Tiere Holzfasern zur Verdauung abraspeln. Gelegentlich können gefrorene Mückenlarven, Artemia oder Daphnien gereicht werden. Die Tiere sind keine reinen Algenfresser und sollten nicht ausschließlich auf Algen im Becken angewiesen sein. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
ca. 5-12 Jahre (bis 19 Jahre)

Natürlicher Lebensraum

Der natürliche Lebensraum sind fließende Gewässer Südamerikas, insbesondere im Einzugsgebiet des Amazonas. Die Tiere kommen in Bereichen mit Strömung, steinigem oder kiesigem Substrat, Totholz und Unterwasserstrukturen vor, die zahlreiche Spalten und Verstecke bieten. Viele im Handel erhältliche Ancistrus sp. stammen jedoch aus kommerzieller Zucht und haben keinen direkten Bezug zu einer bestimmten Wildpopulation.

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