Aplocheilus dayi dayi
Beschreibung
Aplocheilus dayi dayi, der Grüne Hechtling, ist ein oberflächenorientierter Killifisch aus der Familie Aplocheilidae mit der typischen schlanken, leicht abgeflachten Hechtling-Gestalt. Männchen erreichen 7-9 cm TL und sind metallisch gold-grün mit bläulichem Glanz und roten Punkten entlang der Flanken; die Flossen sind überwiegend gelb, oft mit rotem oder orangefarbenem Rand. Weibchen bleiben mit ca. 5-6 cm kleiner und erscheinen blasser, mit schwachen dunklen Längsstreifen. Beide Geschlechter tragen einen markanten schwarzen Fleck an der Basis der Rückenflosse.
Im Aquarium hält sich A. dayi dayi nahezu ausschließlich in der oberen Wasserschicht auf und nutzt die Oberfläche aktiv zur Nahrungsaufnahme. Gegenüber ähnlich großen, friedlichen Arten ist das Verhalten ruhig; Männchen zeigen jedoch untereinander und während der Balzphase intensive Verfolgungen. Ausreichend Schwimmpflanzen und Versteckmöglichkeiten sind daher unerlässlich. Die Art ist endemisch in Sri Lanka und steht dort unter Schutz (IUCN: gefährdet).
Besonderheiten
- Oberflächenbewohner: nahezu ausschließliche Aktivität in der oberen Wasserschicht
- Laichstreuer mit klebrigen, hartschaligen Eiern: Ablage in Wollmops, Javamoos oder feinfiedriger Vegetation
- Springfreudig: sichere, dicht schließende Abdeckung ist Pflicht
- Männchen zeigen intensive Balz; ausreichend Verstecke für Weibchen notwendig
- Kein Brutpflegeverhalten: Eier und Jungfische werden von Adulten gefressen
- Kannibalismus unter Jungfischen: regelmäßiges Sortieren nach Größe notwendig
- IUCN: in Sri Lanka gefährdet durch Übersammlung und Habitatzerstörung
Vergesellschaftungshinweise
Im Alltag verhalten sich die Tiere gegenüber gleichgroßen, nicht räuberischen Beifischen friedlich. In der Balzzeit sind Männchen ausdauernde Verfolger der Weibchen, weshalb Weibchen Rückzugsmöglichkeiten durch dichte Schwimmpflanzen benötigen.
Gegenüber Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina) ist A. dayi dayi räuberisch; größere Schnecken werden in der Regel toleriert.
Geeignete Beifische: friedliche südasiatische Arten, die das mittlere bis untere Becken nutzen (vertikale Arbeitsteilung). Kleinere Danio-Arten, Devario-Arten oder Panzerwelse (Corydoras) sind grundsätzlich kompatibel. Große räuberische oder aggressive Arten sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind farbintensiver (metallisch gold-grün mit roten Punkten) und erreichen 7-9 cm TL. Weibchen bleiben schlichter gefärbt (beige bis oliv) und kleiner (ca. 5-6 cm). Beide Geschlechter tragen den charakteristischen schwarzen Fleck an der Rückenflossenbasis.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22-26 °C, pH 6,0-7,0, GH bis ca. 10 dGH. Weiches bis mittelhartes Wasser wird bevorzugt.
Beckengröße: Mindestens 80 cm Kantenlänge (ca. 112 Liter). Die Einrichtung sollte eine dichte Deckschicht aus Schwimmpflanzen (Pistia, Salvinia, Riccia), feinfiedrige Unterwasserpflanzen (Javamoos, Hornkraut) und Verstecke für Weibchen umfassen. Ruhige bis sehr schwache Strömung, da die Art in stillen Gewässern lebt. Feiner Sand oder Kies mit Laubstreu als Substrat.
Wichtiger Hinweis: Diese Art ist ein aktiver Springer. Eine dicht schließende Abdeckung ist notwendig.
A. dayi dayi ist eine einfach zu haltende Art für Aquarianer mit Interesse an Oberflächenbewohnern.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Haftlaicher/Laichstreuer mit einfachem Schwierigkeitsgrad. Nachzuchten bis F5+ sind im Hobby etabliert. Die Art ist für die Ex-situ-Erhaltungszucht relevant.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 24-26 °C, pH 6,5-7,0, GH maximal 8 dGH (weiches Wasser bevorzugt).
Niedriger Wasserstand, gedimmtes Licht und dichte Schwimmpflanzen fördern die Laichbereitschaft. Ablage bevorzugt in Wollmops oder Javamoos nahe der Oberfläche. Balz und Laichakt hauptsächlich in den frühen Morgenstunden. Typische Produktion: ca. 4-20 Eier pro Tag.
Inkubation: 11-13 Tage bei 25 °C. Eltern stellen der Brut nach; Eier in separates Aufzuchtbecken überführen. Erstfutter: Artemia-Nauplien, Mikrowürmchen, Infusorien. Kannibalismus unter Jungfischen: Sortierung nach Größe ab der 4. Lebenswoche. Geschlechtsreife ab ca. 10-12 Monaten.
Ernährung/Futterbedarf
Karnivor (Insektenfresser). Oberflächenorientierte Nahrungsaufnahme. Hauptfutter: Fruchtfliegen (Drosophila), Mückenlarven (lebend/gefroren), Artemia, Daphnien, Cyclops. Hochwertiges schwimmendes Flockenfutter wird als Ergänzung akzeptiert. Lebendfutter ist für Konditionierung und Zucht unverzichtbar.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Aplocheilus dayi dayi ist endemisch in Sri Lanka, vor allem in der westlichen Feuchtzone und im Kelani-Becken. Die Art bewohnt ruhige, schwach fließende bis stehende Gewässer mit schlammigem oder sandigem Substrat und reichlich Falllaub. Diese Gewässer sind oft stark beschattet durch überhängende Ufervegetation und weisen dichte Schwimmpflanzendecken auf.