Auchenoglanis biscutatus

Deutscher Name: Afrikanischer Wels

Quelle: Aquarium Glaser
Herkunft:
Afrika, Westafrika
Farben:
braun, grau, schwarz
Schwierigkeit:
Mittelschwer (Erfahrene Aquarianer)
Art: Auchenoglanis biscutatus
Gattung: Auchenoglanis
Familie: Claroteidae

Beschreibung

Auchenoglanis biscutatus ist ein großwüchsiger, bodenorientierter Süßwasserwels aus West- und Nordostafrika. Die dokumentierte Maximallänge beträgt 54 cm SL (Standardlänge, d. h. ohne Schwanzflosse gemessen), bei einem Maximalgewicht von bis zu 4,4 kg. Erwachsene Tiere zeigen eine hellbraune bis graubraune Grundfärbung mit kleinen, unregelmäßigen Flecken, die auf den Flossen deutlicher sichtbar sind, aber keine Querbänder bilden. Der Körperbau ist langgestreckt mit einem charakteristisch breiten, abgeflachten Kopf; die Kopfbreite beträgt mindestens zwei Drittel der Kopflänge. Typisch für die Gattung sind drei große Nackenplatten (Nuchalplatten) sowie die nierenförmigen Prämaxillarzahnplatten der Adulti. Die Art besitzt 2 Rückenflossenstacheln und 7 weiche Rückenflossenstrahlen sowie 6–8 weiche Afterflossenstrahlen. Im Aquarium zeigt A. biscutatus ein ruhiges und in der Regel friedliches Temperament. Entgegen dem Eindruck, den die Körpergröße vermitteln könnte, gilt die Art als vergleichsweise verträglich gegenüber Mitbewohnern, da sie sich hauptsächlich von kleinen Futterpartikeln im Substrat ernährt und nicht aktiv größere Beute jagt. Kleine Fische, Brut und frisch gelegte Eier sind jedoch gefährdet. Aquarium Glaser beschreibt die Art als „usually very peaceful against even much smaller tankmates.“
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Großwüchsiger Süßwasserwels aus West- und Nordostafrika; Verbreitung von Senegal bis Nilsystem und Turkana-See.
  • Maximallänge 54 cm SL (Standardlänge).
  • Familie: Auchenoglanididae (modernere Klassifikation) bzw. Claroteidae (ältere Literatur).
  • Spezialisierter Substratfresser: fleischige Lippen zur Nahrungssuche im Schlamm, charakteristischer „Kussmund“.
  • Friedlich auch gegenüber kleineren Mitbewohnern, jedoch nicht geeignet für Nano-Becken mit Ziergarnelen.
  • Niedriges Sprungrisiko; dennoch Abdeckung empfehlenswert.
  • In Gefangenschaft noch nicht erfolgreich gezüchtet (Stand 2026).

Vergesellschaftungshinweise

Auchenoglanis biscutatus gilt als friedliche Art, die Artgenossen gegenüber tolerant ist. Konkrete Empfehlungen zur Gruppenhaltung liegen nicht vor; in der Praxis werden Einzeltiere oder kleine Gruppen gehalten. Da keine dokumentierten Berichte über ausgeprägte Territorialkämpfe in Gefangenschaft vorliegen, ist die Haltung mehrerer Tiere bei ausreichendem Platzangebot grundsätzlich möglich. Das Temperament ist im Aquarium überwiegend ruhig und substratgebunden. Gegenüber Fischen ähnlicher Größe ist die Art friedlich; gegenüber sehr kleinen Fischen, Brut und Gelegen kann sie opportunistisch werden. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Aufgrund der Lebensweise als Substratfresser mit starken, fleischigen Lippen zur Nahrungssuche im Schlamm besteht für Garnelen ein gewisses Risiko; zuverlässige Berichte aus der Praxis fehlen jedoch. Schnecken dürften in der Regel toleriert werden, besonders robuste adulte Exemplare. Sehr kleine Wirbellose können gefressen werden. Für die Vergesellschaftung von Auchenoglanis biscutatus eignen sich große, robuste Fische aus den gleichen afrikanischen Bioregionen (Westafrika, Nilsystem), die keine direkten Konkurrenten um den Bodenraum darstellen. Mittlere bis große Barsche, Nilbarsch-Verwandte oder andere große westafrikanische Welse sind als Mitbewohner denkbar, sofern das Becken ausreichend dimensioniert ist. Sehr kleine Fische, Fischbrut und Ziergarnelen sollten nicht vergesellschaftet werden. Mit robusten adulten Schnecken ist die Haltung in der Regel unproblematisch.

Geschlechtsdimorphismus

Äußerliche Geschlechtsmerkmale sind schwer zu erkennen. Ein gravides Weibchen zeigt einen deutlich gerundeten, breiteren Bauch als Männchen. Weitere sicher diagnostische Außenmerkmale sind in der Aquarienliteratur nicht dokumentiert; eine zuverlässige Geschlechtsbestimmung erfordert in der Regel eine interne Untersuchung oder Ultraschall.
Größe: ca. 54 cm SL (Standardlänge)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: – Temperatur: 24–26 °C – pH: 7,0–8,0 – GH: 8–25 °dGH Beckengröße: Mindestens 757 Liter (ca. 200 × 70 × 60 cm) für ein einzelnes Tier; bei Gruppenhaltung entsprechend größer. Die Kantenlänge von 200 cm ist angesichts der ausgewachsenen Länge von 54 cm SL als absolutes Minimum zu verstehen. Einrichtung: Feiner Sand oder glatter Kies als Substrat für die typische Nahrungssuche im Bodenmaterial. Große Wurzeln, Steine oder Tonröhren als Versteck- und Ruheplätze. Robuste, großblättrige Pflanzen sind möglich; zarte Pflanzen werden durch die Bodenwühlerei beschädigt. Stabile, schwer verschiebbare Dekoelemente sind wichtig, da die Tiere beim Durchsuchen des Bodens Strukturen verlagern können. Filterung und Wasserqualität: Leistungsstarke biologische Filterung ist aufgrund des hohen Futterbedarfs und der Körpermasse unerlässlich. Regelmäßige Teilwasserwechsel (wöchentlich 20–30 %) stabilisieren die Wasserchemie. Mäßige Strömung wird toleriert; starke Turbulenz ist nicht erforderlich. Fütterung: Als Substratfresser nimmt A. biscutatus bevorzugt sinkende Kost: qualitativ hochwertige Wels-Pellets und Bodentabletten als Grundfutter, ergänzt durch Frost- oder Lebendfutter wie Mückenlarven (Chironomiden), Mysis und Krebstierchunks. Blanchieres Gemüse (Zucchini, Gurke) wird ebenfalls angenommen. Aufgrund der Körpergröße sind der Futterverbrauch und die damit verbundene Wasserbelastung erheblich; Fütterungsmengen sorgfältig kontrollieren.
Wasserhärte:
mittel bis hart
PH-wert
7-8
Temperatur:
24–26 °C
Beckengröße:
ab mind. 757 L (200 cm Kantenlänge)

Zucht und Fortpflanzung

Zuchtstatus: Nicht dokumentiert – in Gefangenschaft bislang nicht erfolgreich gezüchtet. Für Auchenoglanis biscutatus liegen keine gesicherten Zuchterfolge im Aquarium vor. In der Natur sind gravide Weibchen ganzjährig anzutreffen, mit einem dokumentierten Höhepunkt in der Trockenzeit. Detaillierte Reproduktionsdaten wie Laichverhalten, Gelegegröße, Laichsubstrat oder Larvalentwicklung sind in der verfügbaren Aquarienliteratur nicht beschrieben. Die Art ist ein Potamodrome (wandert innerhalb von Süßwassersystemen), was auf saisonale Laichzüge in der Natur hindeutet, die im Aquarium schwer nachzuahmen sind. Fazit zur Zucht: Nachzucht gilt als nicht realisiert; Zuchtversuche sind bislang experimentell und ohne dokumentierten Erfolg.

Ernährung/Futterbedarf

Ernährungstyp: Allesfresser mit Spezialisierung auf Substratpartikel – Schlamm, organische Debris, Insekten (vor allem Chironomiden-Larven) und Weichtiere. Im Aquarium nimmt A. biscutatus ein breites Nahrungsspektrum an. Empfohlen werden sinkende Wels-Pellets, Bodentabletten sowie Frost- und Lebendfutter (Chironomus-Larven, Mysis, Artemia, Krebstierchunks). Pflanzliche Ergänzung durch blanchieres Gemüse (Zucchini, Gurke, Spinat) ist sinnvoll. Die charakteristischen fleischigen Lippen sind anatomisch auf die Nahrungssuche im Schlamm spezialisiert; das Tier saugt und filtert Substrat nach essbaren Partikeln. Trocken-Pellets sollten daher klein genug sein, um dieses natürliche Fressverhalten zu ermöglichen.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
8–18 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Auchenoglanis biscutatus ist im nördlichen bis zentralen Afrika weit verbreitet: Niger, Senegal, Gambia, Tschad-Becken sowie Nilsystem und Turkana-See. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Westafrika bis in den Nordosten des Kontinents. Die Art bewohnt Fließgewässer, Seen und überflutete Vegetation (besonders im Sudd-Sumpfgebiet). Der bevorzugte Lebensraum sind schlammige Gewässerböden mit organischer Auflage in flachen bis mitteliefen Bereichen; die Art kommt sowohl in Flüssen mit Strömung als auch in stehenden Gewässern vor. Wasserwerte im natürlichen Lebensraum: Die Gewässer des Verbreitungsgebiets sind überwiegend neutral bis leicht alkalisch (pH 7,0–8,0) mit mittlerer Härte, was die Aquarium-Empfehlungen widerspiegelt. Genaue Wild-Messwerte variieren regional stark.

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