Auchenoglanis wittei

Deutscher Name: Auchenoglanis wittei

Foto: Aquarium Glaser
Herkunft:
Südamerika
Farben:
braun, rot
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Auchenoglanis wittei
Gattung: Auchenoglanis
Familie: Claroteidae

Beschreibung

Auchenoglanis wittei ist ein großer, demersaler Wels aus der Familie Claroteidae (syn. Auchenoglanididae), der im Kongo-System beheimatet ist. Das markanteste Erkennungsmerkmal dieser Art ist die ausgeprägte netzartige Giraffenmusterung des Körpers – ein deutliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem echten Auchenoglanis occidentalis, der in Westafrika (Senegal, Casamance, Gambia) vorkommt und als Adulttier einfarbig braun ist. Im Aquarienhandel wird A. wittei häufig fälschlicherweise als A. occidentalis angeboten. Die maximale Körpergröße liegt; ein Endmaß von 70 cm, das gelegentlich in der Literatur erscheint, bezieht sich auf A. occidentalis und ist für A. wittei nicht belegt. Der Körperbau ist typisch für bodenbewohnende Siluriformes: kräftig, etwas gestreckt und an ein Leben nahe dem Substrat angepasst. Kopf und Maul sind auf das Aufsuchen von Beute und Nahrung am Grund spezialisiert; die sensorischen Barthaaren (Barbeln) spielen bei der Nahrungssuche in getrübtem Wasser eine wichtige Rolle. Im Aquarium zeigt A. wittei ein ruhiges, zurückhaltendes Verhalten: Die Tiere sind dämmerungs- bis nachtaktiv, bevorzugen gedämpftes Licht und halten sich meist am Boden oder in Bodennähe auf. Trotz ihrer Größe können sie im Laufe der Zeit eine gewisse Zutraulichkeit gegenüber den Pflegern entwickeln.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Charakteristisches Erkennungsmerkmal: netzartige Giraffenmusterung des Körpers (reticulated giraffe pattern) – fehlt bei A. occidentalis im Adultusstand.
  • Im Handel häufig als A. occidentalis fehlbezeichnet; die korrekte Bestimmung anhand der Musterung ist jedoch verlässlich möglich.
  • Kongobecken-Art – NICHT Westafrika (das ist A. occidentalis s.str.).
  • Demersaler Lebensstil: Bodenbewohner mit nächtlicher/dämmerungsaktiver Lebensweise.
  • Friedliches, aber prädatorisch geprägtes Verhalten gegenüber deutlich kleineren Fischen und Wirbellosen.
  • Bevorzugt gedämpftes Licht und Versteckmöglichkeiten; kann mit der Zeit zutraulich werden.
  • Geeignet nur für sehr große Aquarien; für Privathalter mit entsprechendem Platz oder öffentliche Anlagen.
  • Springverhalten: geringes Risiko, dennoch sollte das Becken abgedeckt sein.

Vergesellschaftungshinweise

Auchenoglanis wittei wird als sehr friedlicher Wels beschrieben, der gegenüber Artgenossen und größeren Beckenpartnern nicht aggressiv ist. Kleinere Fische, die in das Maul passen, können jedoch als Beute angesehen werden. Haltungsberichte beschreiben die Art als sozial und zutraulich; in der Praxis werden Exemplare einzeln oder in Paaren gehalten. Eine Gruppenhaltung ist bei entsprechend großem Becken möglich, bleibt aber aufgrund des hohen Platzbedarfs anspruchsvoll. Temperament: Im Normalzustand verhält sich A. wittei ruhig und scheu, vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Dokumentierte Berichte deuten darauf hin, dass die Tiere unter Ruhebedingungen wenig territorial aggressiv sind. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Garnelen sind nicht geeignet – sie werden sehr wahrscheinlich als Nahrung angesehen. Bei Schnecken ist Vorsicht geboten: sehr kleine Schnecken und Schneckengelege können gefährdet sein, adulte größere Schnecken werden meist toleriert. Aufgrund der Körpergröße und der prädatorischen Neigung gegenüber kleineren Tieren sollten Beifische sorgfältig ausgewählt werden. Geeignete Mitbewohner sind robuste, großwüchsige Fische des Kongobeckens, die sich nicht dauerhaft in Bodennähe aufhalten oder nicht als Beute infrage kommen. Keine Garnelen, keine kleinen Schnecken, keine kleinen Fische. In Gemeinschaftsbecken normaler Größe ist A. wittei nicht geeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Gesicherte Merkmale zur Geschlechtsbestimmung bei A. wittei sind nicht dokumentiert. Aus verwandten Arten ist bekannt, dass Weibchen im laichreifen Zustand einen erkennbar rundlicheren, fülleren Bauch entwickeln, während Männchen tendenziell schlanker sind. Farbunterschiede zwischen den Geschlechtern sind nicht beschrieben. Das zuverlässige Sexen bleibt schwierig.
Größe: ca. 30 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte (Aquariumwerte): Temperatur 21–25 °C, pH 6,5–7,8. Für die Wasserhärte liegen keine direkt für A. wittei belegten Werte vor; da die Art aus dem Kongobecken stammt, sind mittlere bis leicht weichere Verhältnisse (GH ca. 5–15 dGH) plausibel. Die bisherigen Datenbankangaben von GH 8–20 dGH entstammen unkritisch übernommenen Angaben für A. occidentalis und sind für A. wittei nicht gesondert verifiziert. Einrichtung: Die Einrichtung sollte die demersale Lebensweise unterstützen: ausgedehnte freie Bodenflächen für die Futtersuche, weicher Substratbelag (feiner Sand oder weicher Kies) zum Schutz der Barbeln, zahlreiche Verstecke wie große Höhlen, umgestürzte Baumstämme und robuste Wurzelstrukturen sowie Stellen mit gedämpftem Licht. Pflanzen können eingesetzt werden, sollten aber robust gewählt werden, da die Tiere Pflanzen beschädigen können. Eine moderate, nicht zu starke Strömung entspricht dem natürlichen Flussrand-Lebensraum. Wasserpflege: Regelmäßige, großzügige Wasserwechsel sind aufgrund der Körpergröße und des Nahrungsbedarfs wichtig. Stabile Wasserwerte sind wichtiger als exakte Einzelwerte; plötzliche Schwankungen sind zu vermeiden. Filterung: Starke Filterung mit guter mechanischer und biologischer Kapazität ist erforderlich.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6,5–7,8
Temperatur:
21–25 °C
Beckengröße:
ab 200 cm, 800 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Für Auchenoglanis wittei liegen keine gesicherten Zuchterfolge im Aquarium vor. Aus der Wildnis ist bei verwandten Arten bekannt, dass Männchen Eier bewachen; ob A. wittei Nestbau, Höhlenbrut oder andere Brutpflegeformen zeigt, ist nicht dokumentiert. Angaben zu Laichintensität, Gelegegröße, Inkubationszeiten oder Anforderungen an die Jungenaufzucht fehlen vollständig. Die Zucht gilt für Hobbyhalter als praktisch nicht realisierbar, hauptsächlich wegen des enormen Platzbedarfs und der fehlenden Dokumentation der Fortpflanzungsbiologie.

Ernährung/Futterbedarf

Auchenoglanis wittei ist als Allesfresser klassifiziert, mit überwiegend tierischer Ernährung am Boden. In der Natur werden hauptsächlich Insektenlarven, kleine Mollusken, Kleinkrebse, Würmer und Detritus aufgenommen. Im Aquarium werden akzeptiert: hochwertige Bodentabletten und sinkende Pellets, gefrorene Nahrung (Bloodworm, Mysis, Artemia, Mosquitolarven), Erdwürmer, Garnelen-/Krabbenfleisch für größere Tiere, ergänzend pflanzliche Bestandteile (gedämpftes Gemüse, Algenpräparate in kleinen Anteilen). Auf ausreichende Futtermenge achten, Überfütterung und damit verbundene Wasserbelastung jedoch vermeiden.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 10-15 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Auchenoglanis wittei stammt aus Afrika und wird in der Literatur für „most rivers of West Africa“ angegeben; die Art ist demersal und lebt im Süßwasser. Diese Angaben deuten auf Flusssysteme mit Bodennähe als bevorzugtem Aufenthaltsort hin, wo die Tiere in der Nähe des Substrats nach Nahrung suchen und sich in Strömungswechseln, hinter Hindernissen und in tieferen Vertiefungen aufhalten. Typischerweise bewohnen verwandte Arten Uferzonen, trübe Flussabschnitte und Bereiche mit weichem Substrat, die reich an organischem Material und benthischer Nahrung sind. Verstecke in Form von Wurzelwerk, umgestürzten Ästen und Unterwasserstrukturen werden offenbar geschätzt, ebenso wie Bereiche mit gedämpftem Licht. Konkrete wilde Wasserwerte (Temperatur, pH, GH) sind für A. wittei nicht oder nur unzureichend dokumentiert; die vorliegenden Display-Angaben enthalten in den Wild-Wasserwerten keine gesicherten Daten. Dennoch lassen sich aus dem Habitattyp „most rivers of West Africa“ allgemeine ökologische Charakteristika ableiten: Flüsse Westafrikas können in ihren chemischen Eigenschaften stark variieren, von weicher, leicht saurer Wasserführung in Schwarzwassergebieten bis zu neutralen bis leicht alkalischen Bedingungen in anderen Flusssystemen. Die tatsächlichen lokalen Bedingungen können stark variieren, abhängig von geologischen, klimatischen und saisonalen Faktoren, und unterscheiden sich möglicherweise deutlich von den empfohlenen Aquariumwerten. Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.

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