Axelrodia stigmatias
Beschreibung
Axelrodia stigmatias ist ein sehr kleiner Characin aus dem westlichen Amazonasraum mit kompakter, seitlich abgeflachter Koerperform. Die dokumentierte Maximalgroesse betraegt 2,5 cm SL, wobei die meisten Tiere im Aquarium kaum ueber 2 cm hinauswachsen. Ein charakteristischer heller Fleck gab der Art den englischen Namen White Star Tetra. Unter guten Haltungsbedingungen kann die Koerperfaerbung von roetlich bis silbrig changieren.
Im Aquarium zeigt die Art ein typisches Schwimmverhalten: Die Tiere verharren oft nahezu bewegungslos in der mittleren Wasserschicht und schiessen dann in kurzen Schueben nach vorne (Hover-and-Dart). Die Art bildet lockere Schwaerme (Shoaling), keine engen koordinierten Schulen. Axelrodia stigmatias gilt als anspruchsvoll in der Haltung und benoetigt weiches, leicht saures Wasser sowie dichte Bepflanzung mit feinblaettrigen Arten.
Besonderheiten
- Sehr kleiner Zwergcharacin (bis 2,5 cm SL)
- Hover-and-Dart-Schwimmverhalten: Verharren und kurze Vorwaertsschuebe
- Anspruchsvoll: Benoetigt weiches, saures Wasser und dichte Bepflanzung
- Schwarmhaltung ab 8 bis 10 Tieren
- Zucht schwer und wenig dokumentiert
- Sprungneigung gering, dennoch Abdeckung empfohlen
- Im Handel auch als Pfeffer-Tetra bekannt
Vergesellschaftungshinweise
Axelrodia stigmatias ist ein geselliger Schwarmfisch; empfohlen wird eine Gruppe von mindestens 8 bis 10 Exemplaren. In groesseren Gruppen sind die Tiere deutlich weniger scheu und zeigen ihr natuerliches Schwarmverhalten. Maennchen bilden kleine Reviere untereinander, das Verhalten bleibt aber auf kurze Droh-Auseinandersetzungen beschraenkt.
Geeignete Beifische sind aehnlich kleine Characiden, zurueckhaltende kleine Panzerwelse und kleine friedliche Loricariidae. Grosse, schnelle oder territorial aggressive Arten sind zu vermeiden. Junggarnelen werden als Beute betrachtet; adulte Garnelen und Schnecken werden toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Geschlechtsreife Weibchen erscheinen deutlich rundlicher im Koerperbau als Maennchen, besonders wenn sie laichreif sind. Maennchen sind schlanker. Farbliche Unterschiede sind nicht ausreichend dokumentiert. Die Geschlechtsbestimmung gilt als schwierig.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20 bis 28 Grad Celsius, pH 5,5 bis 6,5, GH 1 bis 8 dGH.
Mindestens 60 cm Beckenlaenge (ca. 60 Liter). Dichte Bepflanzung mit feinlaubigen Pflanzen (Javamoos, Microsorum, Hornkraut) ist notwendig. Seemandelbaumblaumlaetter und Treibholz foerdern das natuerliche Schwarzwasserhabitat und Mikroorganismen. Feiner, dunkler Bodengrund; moderate bis schwache Stroemung. Gedaempfte Beleuchtung. Die Art reagiert empfindlich auf Nitratansammlung und organische Belastung.
Regelmaessige, sanfte Wasserwechsel zur Aufrechterhaltung stabiler Wasserparameter.
Zucht und Fortpflanzung
Wenig dokumentiert, schwierig. Freilaicher.
Bei optimalen Bedingungen laichen konditionierte Tiere taeglich. Weiches, leicht saures Wasser (pH 5,5 bis 6,5, GH unter 5 dGH) und feinblaettrige Pflanzen oder Javamoos als Laichsubstrat sind Voraussetzung. Laub im Becken unterstuetzt die Entwicklung von Mikroorganismen als Erstfutter fuer Jungfische.
Spezifische Angaben zu Gelegegroesse, Inkubationszeit oder Larvenentwicklung liegen nicht detailliert vor.
Ernährung/Futterbedarf
Mikropredator. Feine Frost- und Lebendfutter sind notwendig: Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnia, Rotifera, Grindal-Wuermer. Sehr fein gemahlene Trockenfutter oder Spezialgranulate fuer Zwergcharacine als Ergaenzung. Fuetterung in kleinen Portionen mehrmals taeglich. Lebendfutter foerdert Balz und Zuchtbereitschaft.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Axelrodia stigmatias stammt aus dem westlichen Amazonasraum Suedamerikas. Gesicherte Fundorte liegen in Brasilien (Rio Madeira, Lago Manacapuru bei Manaus) und Peru (Rio Ucayali). Die Art bewohnt kleinere, waldbeschattete Nebenfluesse und langsam fliessende Gewaesser mit dichter Vegetation, reichlich Laub und Totholz. Typische Schwarzwasser- oder Klarwasserhabitate mit sehr weichem, saurem Wasser.