Barilius canarensis
Beschreibung
Barilius canarensis ist ein mittelgroßer, schlanker Bärbling aus den schnell fließenden Gebirgsflüssen der Western Ghats in Südwestindien, der bis zu 15 cm TL erreicht. Zwei Reihen blaugrüner Flecken entlang des Körpers und weiße Ränder an Rücken- und Afterflosse geben der Art ein markantes Erscheinungsbild. Der stromlinienförmige Körperbau ist auf aktives, schnelles Schwimmen in strömungsreichen Gewässern ausgelegt.
Im Aquarium zeigt Barilius canarensis ein sehr aktives Schwimmverhalten in der Mittelschicht und an der Oberfläche. Die Tiere benötigen große Schwimmstrecken und bilden innerhalb der Gruppe eine Rangordnung aus. Die Art ist ein hervorragender Springer; eine lückenlos schließende Abdeckung ist Pflicht. Barilius canarensis ist endemisch in Karnataka und Kerala und wird von der IUCN als gefährdet (EN) eingestuft.
Besonderheiten
- Hohes Sprungrisiko: lückenlos schließende Abdeckung ist Pflicht
- Schwarmfisch mit Mindestgruppe von 5 Tieren
- Zwei Reihen blaugrüner Körperflecken und weiße Flossenränder
- Benötigt starke Strömung und sauerstoffreiches, klares Wasser
- Große freie Schwimmflächen erforderlich
- IUCN-Status: Gefährdet (EN)
- Endemisch in Südwestindien (Karnataka, Kerala, Western Ghats)
- Im Handel selten
Vergesellschaftungshinweise
Barilius canarensis ist ein geselliger Schwarmfisch; die Haltung in Gruppen von mindestens 5 Tieren wird empfohlen. Die Art ist gegenüber gleichgroßen, robusten Fischen friedlich. Kleine, langsame oder zierliche Mitbewohner sind ungeeignet, da sie gestresst oder als Nahrung betrachtet werden können.
Geeignete Beifische sind robuste südasiatische Cypriniden wie Dawkinsia und Devario sowie Bodenbewohner wie Garra, Botia und Schistura. Die Vergesellschaftung mit anderen Western-Ghats-Arten ist besonders empfehlenswert. Die Art ist für Garnelenbecken ungeeignet: kleine Garnelen werden als Beute betrachtet. Schnecken werden toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Adulte Weibchen sind etwas größer und besitzen einen kräftigeren Körperbau, besonders wenn sie eierbeladen (gravid) sind. Männchen wirken schlanker und sind oft farbintensiver. Exakte Größenangaben je Geschlecht sind nicht dokumentiert.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22 bis 26 °C, pH 6,0 bis 7,5, GH 1 bis 9 dGH.
Mindestens 150 cm Beckenlänge (ca. 450 bis 550 Liter) für eine Gruppe von 5 oder mehr Tieren. Freie Schwimmstrecke in der Länge ist entscheidend. Einrichtung orientiert sich an fließenden Gebirgsflüssen der Western Ghats: feiner bis mittelkörniger Kies oder Sand, Felsen und Steine, gelegentliche Wurzeln. Pflanzen wie Microsorum, Bolbitis oder Anubias vertragen die Strömung. Offene Schwimmzonen in der Mitte sind wichtiger als dichte Bepflanzung.
Strömungspumpen mit 4- bis 5-fachem Wasserdurchsatz sorgen für die nötige Wasserbewegung und Sauerstoffversorgung. Die Art stellt hohe Ansprüche an die Wasserqualität; leistungsstarke Filterung und regelmäßige Teilwasserwechsel sind Pflicht. Lückenlose Abdeckung ist essenziell.
Zucht und Fortpflanzung
Freilaicher ohne elterliche Brutpflege. Die Zucht im Aquarium ist bisher nicht gelungen; eine erfolgreiche Aufzucht von Jungtieren ist nicht dokumentiert. Große, kühle Wasserwechsel können das Ablaichen auslösen. Spezifische Zuchtwasserwerte sind nicht dokumentiert.
Ernährung/Futterbedarf
Karnivor (Insektenfresser). Primär ein Oberflächenjäger auf aquatische und terrestrische Insekten. Im Aquarium: Lebend- und Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia, Fruchtfliegen, Regenwurmstücke und kleine Heimchen. Ergänzend hochwertiges proteinreiches Trockenfutter (Granulat, Flocken). Pflanzliche Futterkomponenten spielen eine untergeordnete Rolle.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Barilius canarensis ist endemisch in Südwestindien (Karnataka und Kerala) im Bereich der Western Ghats. Die Art besiedelt klare, schnell fließende Gebirgsströme und Flüsse mit felsigem und sandigem Grund sowie starker Strömung, Stromschnellen und guter Sauerstoffversorgung. Der natürliche Lebensraum ist durch Habitatverlust und -degradierung bedroht.