Boraras maculatus
Beschreibung
Boraras maculatus, der Zwergbärbling, ist ein sehr kleiner Schwarzwasser-Bärbling aus der Familie Cyprinidae. Die Art stammt aus Südostasien und kommt auf der Malaiischen Halbinsel (inklusive Süd-Thailand und Singapur) sowie auf Sumatra (Indonesien) vor. Die Grundfärbung reicht von leuchtend orange bis tiefrot; charakteristisch ist ein großer, dunkler Fleck auf der Körperflanke. Zusätzlich finden sich kleinere dunkle Flecken an der Basis von After- und Schwanzflosse. Bei Männchen sind die Flossenränder oft intensiver rot.
Der Körperbau ist kompakt und gedrungen. Im Aquarium zeigt sich die Art als zurückhaltender, aber aktiver Schwarmfisch in der unteren bis mittleren Wasserschicht. In Gruppen bilden die Tiere dichte Schwärme. Die Maximalgröße beträgt 2 bis 2,5 cm SL.
Boraras maculatus ist ein obligater Schwarzwasserfisch, der sehr weiches, saures Wasser benötigt. Die Art ist ein Dauerlaicher und laicht regelmäßig ab, wenn Wasserbedingungen und Futterversorgung stimmen.
Besonderheiten
- Obligate Schwarzwasserart aus Südostasien (Malaiische Halbinsel, Sumatra) mit Rot-Orange-Färbung
- Dauerlaicher (Freilaicher), gibt täglich kleine Eimengen ab
- Laichräuberische Eltern: nach dem Ablaichen entfernen
- Verträglich mit adulten Zwerggarnelen; Junggarnelen können gefährdet sein
- Empfindlich gegenüber abrupten Wasserwertwechseln
- Sprungrisiko gering; Abdeckung dennoch empfehlenswert
Vergesellschaftungshinweise
Boraras maculatus ist ein ausgeprägter Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren gehalten werden. Empfohlen werden 12 oder mehr Exemplare. In größeren Gruppen zeigen die Tiere synchronisiertes Schwimmverhalten und sind sichtbar entspannter und farbenprächtiger.
Das Temperament ist friedlich, aber scheu. Während der Balzzeit zeigen Männchen farbliche Intensivierung ohne echte Aggressionen.
Geeignete Beifische sind andere südostasiatische Kleinfischarten: Microdevario, Sundadanio, Danionella, Trigonostigma, scheue Anabantiden (Trichopsis pumila, Sphaerichthys). Große, schnelle oder aggressive Fische sind ungeeignet. Alle Mitbewohner müssen sehr weiches, saures Wasser tolerieren.
Geschlechtsdimorphismus
Gut ausgeprägt. Weibchen sind fülliger, besonders zur Laichzeit. Männchen bleiben schlanker und zeigen eine intensivere Rotfärbung, vor allem an den Flossenrändern.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20 bis 28 Grad Celsius, pH 4,0 bis 6,5, GH 1 bis 5 dGH. Sehr weiches Schwarzwasser. GH-Werte über 6 dGH sind für diese Art auf Dauer ungeeignet.
Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter).
Einrichtung: Dicht bepflanzte Becken mit Schwimmpflanzen, Javamoos und Bodendeckern. Laubschicht aus Seemandelbaumblättern oder Eichenlaub. Dunkler Bodengrund. Schwache bis gedämpfte Beleuchtung. Ruhige bis sehr schwache Strömung. Das Becken muss biologisch vollständig eingereift sein.
Boraras maculatus ist eine Art für Aquarianer mit mittlerer Erfahrung.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher (Dauerlaicher). Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittel schwierig.
Boraras maculatus laicht kontinuierlich und produziert täglich kleine Mengen Eier. Die Eier schlüpfen bei 26 Grad Celsius in etwa 24 bis 48 Stunden. Eltern sind Laichräuber und müssen nach dem Ablaichen entfernt werden.
Zucht-Wasserwerte: Temperatur 26 bis 28 Grad Celsius, pH 4,0 bis 6,0, GH maximal 5 dGH. Erstfutter: Infusorien, nach 5 bis 7 Tagen Artemia-Nauplien.
Ernährung/Futterbedarf
Boraras maculatus ist ein Mikropredator. In der Natur werden winzige Insekten, Würmer und Kleinkrebse gefressen. Im Aquarium: Artemia-Nauplien, Mini-Mückenlarven, Cyclops, Daphnien. Ergänzend zerriebene Flocken oder Mikrogranulate. Futter stets in sehr kleinen Portionen anbieten.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Boraras maculatus stammt aus Südostasien: Malaiische Halbinsel (inklusive Süd-Thailand und Singapur) und Sumatra (Indonesien). Die Art bewohnt langsam fließende bis stehende, stark beschattete Schwarzwasserbäche in Torfsumpfwäldern. Dichte Ufervegetation, weiche organisch reiche Substrate und hohe Huminstoffkonzentration verleihen dem Wasser eine intensive Teefärbung.