Cetopsis parma
Beschreibung
Cetopsis parma ist ein schlanker, torpedoförmiger Vertreter der Familie Cetopsidae. Der Körper ist stromlinienförmig und erinnert entfernt an einen kleinen Wal. Die Grundfärbung reicht von Brauntönen bis zu bläulich-grau, oft mit kleinen dunklen Punkten. Charakteristisch ist ein dunkler Humeralfleck (Schulterfleck); die Brustflossen und Bauchflossen sind dunkel pigmentiert mit schmalen, hellen Rändern. Das Maul ist räuberisch ausgebildet. Die Art erreicht ca. 17 cm SL.
Im Aquarium ist Cetopsis parma nachtaktiv. Tagsüber hält sich die Art nahe dem Boden in dunklen Bereichen auf; bei der Fütterung kann sie sehr hektisch und gierig reagieren.
Besonders ist das parasitäre Fressverhalten: Cetopsis-Arten beißen Fleischstücke aus größeren, lebenden oder verletzten Fischen heraus. Dies macht die Art zu einem potenziell gefährlichen Mitbewohner.
Wichtiger Hinweis: C. parma ist eine wenig erforschte Art (nur vier Museumsnachweise). Viele Haltungsparameter stammen von der verwandten Art C. coecutiens.
Besonderheiten
- Nachtaktiv, bodenorientiert
- Parasitäres und räuberisches Fressverhalten in der Natur (beißt Fleisch aus lebenden Fischen)
- Potenziell gefährlich für alle kleineren Mitbewohner
- Extrem selten im Aquarienhandel; meist als Wildfang
- Datenlage sehr dünn – viele Werte von C. coecutiens übertragen
Vergesellschaftungshinweise
Einzelhaltung empfohlen. Gruppenhaltung birgt das Risiko von Kannibalismus. Aggressiv gegenüber kleineren Fischen, in Fütterungssituationen sehr hektisch. Gegenüber gleichgroßen oder größeren, robusten Südamerikanern weitgehend tolerant bei ausreichend Raum.
Kleine Garnelen sind gefährdet. Schnecken werden toleriert. Vergesellschaftung nur mit robusten, gleichgroßen oder größeren südamerikanischen Arten. Ostafrikanische Hartwasserarten sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Keine gesicherten Angaben zum Geschlechtsdimorphismus. Die Art ist wissenschaftlich sehr wenig erforscht.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: 22-26 °C, pH 6,0-7,4, GH 2-15 dGH. In der Praxis dürfte weiches, leicht saures Wasser (GH 2-8 dGH) den Habitatbedingungen besser entsprechen.
Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 300 Liter). Feiner Sand als Bodengrund (Pflicht). Gute Sauerstoffversorgung mit moderater bis kräftiger Strömung. Dimme Beleuchtung oder großzügige Schattenzonen. Zahlreiche Verstecke (Wurzeln, Höhlen, flache Steine). Becken sicher abdecken.
Ernährung: Fleischfresser und Aasfresser. Mysis, Krill, Muschelfleisch, Garnelen (gefroren), Regenwürmer, Fischfilets. Fütterung abends und nachts. Lebendfisch ist zu vermeiden.
Zucht und Fortpflanzung
Im Aquarium bisher nicht gezüchtet. Der in Datenbanken genannte Fortpflanzungstyp „Freilaicher“ ist für C. parma nicht belegt. Konkrete Laichbeschreibungen, Gelegegrößen und Inkubationszeiten liegen nicht vor.
Ernährung/Futterbedarf
Fleischfresser und Aasfresser. In der Natur: räuberisch und parasitär, beißt Fleischstücke aus lebenden Fischen. Im Aquarium: Mysis, Krill, Muschelfleisch, Garnelen (gefroren), Lanzettfisch, Regenwürmer, Fischfilets. Proteinreiches Trockenfutter kann ergänzend angeboten werden. Fütterung abends und nachts.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Herkunft: Oberes Amazonasbecken (Peru, Brasilien, Ecuador). Typfundort: Rio Tambo, Einzugsgebiet des Rio Ucayali, Peru. Sandige Böden und tiefere, oft trübe Wasserzonen. Weiches, leicht saures Wasser.