L276 wird im Handel oft als Chaetostoma lineopunctatum geführt, transparenter ist jedoch Chaetostoma aff. lineopunctatum, da die Zuordnung im Hobby nicht überall als endgültig gesichert gilt. Die Art stammt aus tiefer gelegenen, wärmeren Flussabschnitten im peruanischen Ucayali-System. Der Körperbau ist typisch für Chaetostoma: gedrungen, stark gepanzert, mit kräftigem Saugmaul zum Festhalten und zum Abschaben von Aufwuchs. Im Aquarium haftet der Fisch viel an Steinen und Holz, weidet Biofilm ab und wirkt ruhig, ist aber an guten Haftplätzen revierbewusst. Entscheidend sind sauberes, sauerstoffreiches Wasser, spürbare Strömung und viele feste Haftflächen.
L276 ist kein „Algenfresser = pflegeleicht“-Fisch. Er braucht dauerhaft gute Wasserhygiene, viel Sauerstoff und bewegtes Wasser. Bei schlechter Wasserqualität oder Sauerstoffmangel reagieren die Tiere schnell mit Stress, flacher Atmung und Appetitverlust. Wärmere Haltung ist möglich, verlangt aber eine entsprechend starke Sauerstoffreserve.
Mit ruhigen, friedlichen Beifischen, die die Bodenzone nicht dominieren, ist L276 meist gut vergesellschaftbar. Ungünstig sind sehr hektische Arten oder starke Revierfische am Boden, weil dann Haftflächen und Futterplätze zum Konfliktpunkt werden. Innerartlich ist ausreichend Struktur entscheidend: mehrere Steinplatten, Spalten, Sichtbarrieren und getrennte Futterstellen verhindern, dass ein dominantes Tier alles blockiert. Gruppenhaltung ist möglich und wird in passenden Becken oft empfohlen; Einzelhaltung ist ebenfalls möglich.
Männchen wirken oft kantiger mit breiterem Kopf und zeigen häufig stärker ausgeprägte Odontoden im Kopf-/Kiemendeckelbereich; Weibchen sind meist fülliger. Eine sichere Unterscheidung gelingt oft erst bei adulten Tieren.
Das Aquarium sollte wie ein strukturierter Flussabschnitt aufgebaut sein: stabile Steine/Platten als Haftflächen, Spalten/Höhlen als Rückzug, etwas Holz für Biofilm – und Strömung so geführt, dass es kräftige Zonen gibt, aber auch ruhigere Bereiche zum Ausruhen. Wichtig ist eine hohe Sauerstoffversorgung (>7 mg/L, starke Oberflächenbewegung, gute Filterleistung, ggf. zusätzliche Belüftung), weil L276 bei warmem Wasser schnell an die Grenzen der Sauerstofflösung kommt. Im Habitat sind teils sehr hohe Temperaturen möglich, im Aquarium ist aber „stabil und sicher“ entscheidend. 27–28 °C können funktionieren, wenn Strömung, Oberflächenbewegung und Wasserhygiene entsprechend stark ausgelegt sind; ohne diese Reserve steigt das Risiko für Sauerstoffstress. Regelmäßige Wasserwechsel (mindestens wöchentlich) und eine saubere Filterpflege sind Pflicht, weil organische Belastung Sauerstoff zehrt und diese Art darauf empfindlich reagiert.
Keine veröffentlichten Zuchtberichte für L276 vorhanden. Wenn Zucht gelingt, dann meist unter sehr sauerstoffreichen Bedingungen, mit vielen sicheren Höhlen/Spalten und starker Strömung. Als Auslöser werden häufig „Regenzeit“-Effekte genutzt, also größere und häufigere Wasserwechsel mit etwas kühlerem Frischwasser und sehr guter Konditionierung über Futter. Jungfische profitieren von viel Biofilm/aufgeweichten Algenwafers und sehr sauberem Wasser.
L276 ist auf Aufwuchs und Biofilm spezialisiert, braucht aber eine abwechslungsreiche, passende Fütterung. Als Basis eignen sich pflanzenbetonte Welswafer/Pellets und regelmäßige Gemüsegaben (z. B. Zucchini). Ergänzend ist 1–2× pro Woche etwas proteinreiches Futter sinnvoll (z. B. Frostfutter) – nicht als Hauptfutter, sondern zur Kondition. Futterreste sollten konsequent entfernt werden, weil sie das Wasser belasten und Sauerstoff zehren.
L276 stammt aus peruanischen Flusssystemen im Ucayali-Einzugsgebiet. Typisch sind fließende Bereiche mit Steinen und Unterspülungen, an denen sich Aufwuchs bildet. Die Art ist an Strömung und hohe Sauerstoffwerte angepasst; in Teilen des Verbreitungsgebiets können Temperaturen deutlich ansteigen, was die warmwasser-tolerante Seite erklärt – im Aquarium bleibt die sichere Sauerstoffversorgung dabei der entscheidende Faktor.
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