Channa bleheri
Beschreibung
Channa bleheri ist ein mittelgrosser Schlangenkopf mit einem gedrungenen, leicht abgeflachten Koerperbau. Die Grundfarbe ist braun mit blaeulichen Flanken, ueberzogen von grossen, leuchtend orangenen bis roten Flecken. Die Rueckenflosse ist langgestreckt; Bauchflossen fehlen. Die Kombination aus kraeftigen Farben und markanter Flossenform macht die Art im Aquarium sehr dekorativ.
Im Aquarium zeigt Channa bleheri typisches Lauerjaegerverhalten im oberen Beckenbereich. Die Art besitzt suprabranchiale Atemkammern (kein Labyrinthorgan!) und benoetigt Zugang zur Wasseroberflaeche. Saisonale Verhaltensmuster sind ausgepraegt: eine Winterruhe beeinflusst Aktivitaet und Fortpflanzungsbereitschaft stark.
Besonderheiten
- Suprabranchiale Atemkammern: Zugang zur Wasseroberflaeche zum Luftholen zwingend. Abstand zwischen Wasseroberflaeche und Abdeckung lassen
- Kein Labyrinthorgan! Channidae atmen ueber suprabranchiale Kammern
- Kein Schaumnestbauer! Biparentaler Freischwimmer mit frei treibenden Eiern
- Obere Schwimmzone; Lauerjaegerverhalten
- Starke saisonale Reaktion auf Temperaturabsenkung (Winterruhe) als Zuchtausloeser
- Fehlende Bauchflossen als anatomische Besonderheit
- Moderates Springrisiko; sichere aber nicht komplett geschlossene Abdeckung empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Channa bleheri ist einzelgaengerisch bis paarbildend. Empfohlen wird Einzeltierhaltung oder Paarhaltung. Waehrend der Brutzeit verteidigt das Paar Revier und Gelege aggressiv.
Junggarnelen sind gefaehrdet; adulte Garnelen werden meist toleriert. Schnecken sind weitgehend sicher. Falls Mitbesatz geplant: nur aehnlich grosse, robuste Fische aus Suedasien. Sehr kleine Arten und Jungfische sind gefaehrdet.
Geschlechtsdimorphismus
Maennchen werden groesser, wachsen schneller und zeigen intensivere, kraeftigere Faerbung. Weibchen sind besonders in Laichbereitschaft fuelliger im Bauchbereich. Maximalgroesse bis 20 cm, im Aquarium haeufig 15 bis 17 cm.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 14 bis 28 Grad Celsius (saisonal variieren!), pH 6,0 bis 8,0, GH 5 bis 12 dGH.
Mindestens 120 cm Beckenlaenge (ca. 250 Liter). Dicht bepflanzte Zonen, ueberhaengende Pflanzen, Wurzeln, Hohlraeume. Weiches Substrat aus Sand bis feinem Kies mit Laubschicht. Schwimmende Pflanzen. Geringe bis maessige Stroemung. Dezente Beleuchtung.
Wichtig: Die Art darf nicht dauerhaft auf einer konstanten Temperatur gehalten werden. Kuehle Winterphase (14 bis 18 Grad Celsius fuer 2 bis 3 Monate) ist fuer natuerliches Verhalten und Zucht noetig.
Sprungrisiko: moderat. Sichere, aber nicht komplett geschlossene Abdeckung (Luftatmung).
Zucht und Fortpflanzung
Biparentaler Freischwimmer, Mittel.
Gut dokumentiert. Channa bleheri baut kein Schaumnest und ist kein Maulbrueter. Die befruchteten Eier sind nicht-adhaesiv und treiben an der Wasseroberflaeche. Beide Eltern bewachen die Eier und Jungfische aktiv.
Zucht-Wasserwerte: 22 bis 25 Grad Celsius (nach kuehler Ueberwinterung), pH 6,0 bis 7,0, GH maximal 12 dGH. Zuchtausloeser: Kuehle Ueberwinterung bei 14 bis 18 Grad Celsius fuer 2 bis 3 Monate, gefolgt von langsamer Erwaermung.
Gelegegroesse: mehrere Tausend Eier. Inkubation ca. 32 bis 34 Stunden bei 24 bis 26 Grad Celsius. Geschlechtsreife: ca. 12 Monate. Aufzucht: Artemia-Nauplien und feines Lebendfutter.
Ernährung/Futterbedarf
Obligater Karnivor. In freier Wildbahn: Insektenlarven, Regenwuermer, Kleinkrebstiere, kleine Fische. Im Aquarium: Frostfutter (Artemia, Mysis, Krill), Regenwuermer, Insekten (Heimchen, Mehlwuermer), kleingeschnittenes Muschelfleisch. Kein Saeugetierfleisch. Trockenfutter kann mit Geduld eingefuehrt werden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Channa bleheri stammt aus dem Brahmaputra-Becken in Assam und Arunachal Pradesh im Nordosten Indiens. Die Art besiedelt krautige Uferzonen, Beels (sumpfige Niederungen) und temporaer ueberflutete Waldbereiche. Monsunbedingte Wasserstands- und Temperaturaenderungen fuehren zu saisonalem Verhalten.