Heros efasciatus (ehem. Cichlasoma severum)
Beschreibung
Der Augenfleckbuntbarsch rot-gold ist eine leuchtend rotgoldene Zuchtform von Heros efasciatus aus der Familie der Buntbarsche (Cichlidae). Die Art wurde früher als Cichlasoma severum geführt, dieser Name ist jedoch veraltet. Die rot-goldene Farbvariante entstand durch xanthoristische Mutation und gezielte Selektion in asiatischen Zuchtbetrieben. Der hochrückige, seitlich abgeflachte Körper mit den namensgebenden Augenflecken an der Schwanzwurzel macht diese Zuchtform zu einem beliebten Blickfang im Großcichliden-Aquarium. Im Gegensatz zur Wildform zeigt die rot-goldene Variante eine leuchtend gelbe bis orangerote Grundfärbung mit intensiven roten Punkten, die sich mit zunehmendem Alter verstärken.
Besonderheiten
Diese rot-goldene Zuchtform stammt von Heros efasciatus ab, nicht vom echten Heros severus, obwohl im Handel häufig der veraltete Name Cichlasoma severum verwendet wird. Der echte H. severus ist ein Maulbrüter aus dem Orinoco-Gebiet, während H. efasciatus ein Substratlaicher aus dem Amazonasbecken ist. Die Zuchtform ist deutlich robuster und anpassungsfähiger als Wildfänge und eignet sich daher gut für fortgeschrittene Aquarianer.
Vergesellschaftungshinweise
Der Augenfleckbuntbarsch rot-gold ist ein paarbildender Cichlide mit ausgeprägtem Revierverhalten während der Fortpflanzungszeit. Außerhalb der Brutzeit verhält er sich gegenüber gleichgroßen Fischen meist friedlich bis leicht durchsetzungsfähig. Die Art bildet feste Reviere in der unteren und mittleren Wasserzone. Für die Haltung empfiehlt sich eine Paar- oder Gruppenhaltung ab 4 bis 6 Tieren in ausreichend großen Becken mit Sichtschutz durch Wurzeln und Steine. Die Zuchtform ist im Vergleich zu Wildfängen etwas weniger territorial und insgesamt umgänglicher.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden mit 20 bis 25 cm deutlich größer als Weibchen (18 bis 20 cm) und entwickeln eine kräftigere Körperform mit leichter Nackenwölbung. Die Rücken- und Afterflossen der Männchen laufen spitzer aus. Weibchen zeigen rundere Flossenspitzen und eine kompaktere Körperform. Vor dem Laichen ist die Genitalpapille des Weibchens deutlich dicker und abgerundet, die des Männchens dünner und spitz.
Haltungstipps / Pflege
Diese Zuchtform benötigt ein geräumiges Aquarium ab 300 Litern mit reichlich Struktur durch Wurzeln, große Steine und robuste Pflanzen. Empfindliche Pflanzen werden unter Umständen angefressen, daher eignen sich harte Arten wie Anubias, Javafarn oder Echinodorus besonders gut. Der Bodengrund sollte aus feinem Kies oder Sand bestehen. Eine gute Filterung und regelmäßige Wasserwechsel von 25 bis 30 Prozent wöchentlich sind wichtig. Die rot-goldene Zuchtform ist robuster und anpassungsfähiger als Wildfänge und kommt mit Leitungswasser in der Regel gut zurecht.
Zucht und Fortpflanzung
Der Augenfleckbuntbarsch rot-gold ist ein Substratlaicher mit ausgeprägter Brutpflege. Die Zuchtschwierigkeit wird als mittel eingestuft, Nachzuchten gelingen bei erfahrenen Haltern regelmäßig. Männchen werden größer und entwickeln oft eine leichte Nackenwölbung und spitzere Flossen. Die Geschlechtsreife tritt ab etwa 18 Monaten ein.
Zur Vorbereitung auf die Zucht sollte das Paar 3 bis 4 Wochen mit abwechslungsreichem, eiweißreichem Futter konditioniert werden: Cichlidenpellets ergänzt durch Artemia, Mysis und pflanzliche Kost.
Für die Zucht empfiehlt sich ein separates Becken von mindestens 200 Litern mit flachen Steinen als Laichsubstrat. Diese robuste Zuchtform laicht oft bereits bei normalen Haltungswerten ab. Zur gezielten Zucht fördert leicht weiches, leicht saures Wasser (pH 6,5 bis 7,0) die Schlupfrate, die Zuchtform ist jedoch sehr anpassungsfähig und laicht auch bei pH 7,0 bis 7,5 im normalen Leitungswasser.
Als Zuchtauslöser können größere Wasserwechsel mit etwas kühlerem Wasser dienen. Das Paar säubert gemeinsam eine flache Oberfläche, auf der die Eier abgelegt werden. Beide Eltern bewachen das Gelege intensiv. Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 5 Tage, die Jungfische schwimmen nach etwa 5 bis 7 Tagen frei und nehmen Artemia-Nauplien als Erstfutter an.
Ernährung/Futterbedarf
Allesfresser (fleischbetont). Im Naturraum vorrangig kleine Wirbellose, Krebstiere und Insektenlarven. Im Aquarium nimmt die Art Cichliden-Pellets/-Flocken, gefrorene oder lebende Artemia, Daphnia, Mückenlarven und Blutwürmer sowie pflanzliche Komponenten (blanchierter Spinat, Zucchini, Erbsen) an.
Natürlicher Lebensraum
Aquarienzuchtform, die ursprünglich von asiatischen Zuchtbetrieben entwickelt wurde. Die wilden Vorfahren (Heros efasciatus) stammen aus dem Amazonasbecken in Südamerika, insbesondere aus den Einzugsgebieten des Rio Ucayali und Rio Solimões in Peru und Brasilien. Dort bewohnen sie langsam fließende Gewässer und Überschwemmungszonen mit dichter Vegetation.