Copella arnoldi
Beschreibung
Copella arnoldi ist ein schlanker, oberflaechenbewohnender Salmler aus der Familie Lebiasinidae mit einem olivbraunen bis gelblich schimmernden Koerper und silbrig-weissem Bauch. Ein dunkler Laengsstreifen zieht sich von der Schnauzenspitze bis in die Augenregion. Bei Maennchen zeigen die Flossensaeume kontrastreiche Toenungen in Rot und Schwarz.
Im Aquarium haelt sich Copella arnoldi bevorzugt in den oberen Wasserschichten auf, scannt die Wasseroberflaeche nach anfliegenden Insekten und reagiert schnell auf Futterangebote. Bei Bedrohung fliehen die Tiere unter Ueberhaenge von Pflanzen oder ins Laub.
Die Art ist bekannt fuer ihr besonderses Fortpflanzungsverhalten: Maennchen und Weibchen springen gemeinsam aus dem Wasser und legen Eier an die Unterseite von Blaettern oberhalb der Wasseroberflaeche.
Besonderheiten
- besonderses Laichverhalten: Eier werden ausserhalb des Wassers auf Blattunterseiten abgelegt
- Maennchen bespritzen das Gelege regelmaessig mit Wasser (bis ca. 38 Spritzer pro Stunde)
- Starkes Sprungverhalten – lueckenlose Abdeckung notwendig!
- Zwischen Wasseroberflaeche und Abdeckung muss ca. 5 bis 10 cm Abstand fuer das Laichsprungverhalten verbleiben
- Oberflaechenjaeger mit Praeferenz fuer Anflugnahrung
- Bevorzugt teefarbene, strukturreiche Lebensraeume mit Blattlaub und Ueberhaengen
Vergesellschaftungshinweise
Copella arnoldi ist ein Schwarmfisch und wird in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren gehalten. Das Temperament ist ueberwiegend friedlich und zurueckhaltend. Waehrend der Brutzeit verteidigen Maennchen den Bereich unter dem Laichblatt aktiv.
Schnecken werden gut toleriert. Adulte Garnelen sind in der Regel sicher; sehr kleine Zwerggarnelen und deren Nachwuchs koennen gefressen werden. Geeignete Beifische: friedliche, kleinbleibende suedamerikanische Arten wie Characiden, Beilbauchfische (Gasteropelecidae), kleine Corydoras, Zwergbuntbarsche und Nadelsalmler (Pencilfish). Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden (Malawi, Tanganjika) sind nicht geeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Maennchen sind groesser (ca. 4,2 cm SL vs. ca. 3,3 cm SL beim Weibchen) und besitzen staerker verlaengerte sowie farbenpraetigere Flossen. Ruecken- und Schwanzflosse zeigen rote und schwarze Akzente; ein dunkler Fleck in der Rueckenflosse ist bei Weibchen meist schwaecher. Weibchen sind fuelliger im Rumpf mit kuerzeren, transparenteren Flossen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24 bis 28 Grad Celsius, pH 5,5 bis 7,5, GH 1 bis 8 dGH.
Mindestens 90 cm Beckenlaenge. Reich strukturiertes Becken mit ueberhaengenden Schwimmpflanzen und grossblaettrigen Pflanzen am Rand. Zwischen Wasseroberflaeche und Abdeckscheibe ca. 5 bis 10 cm Abstand fuer das Laichsprungverhalten. Feiner Sand als Bodengrund mit Laub- und Astmaterial.
Gedaempftes bis moderates Licht. Stroemung sanft; kraeftige Stroemungen werden gemieden.
Diese Art ist ein bekannter Springer! Lueckenlose Abdeckung notwendig. Keine Spalten oder offene Filtereinlaeufe.
Sprungrisiko: hoch.
Zucht und Fortpflanzung
Eierlegend, Anspruchsvoll.
Gelegentlich erzielt; erfordert gezieltes Setup und Konditionierung. Maennchen und Weibchen springen gemeinsam aus dem Wasser und heften je 6 bis 10 Eier an die Unterseite eines ueberhaeangenden Blattes. Der Vorgang wird wiederholt bis das Gelege von ca. 100 bis 200 Eiern vollstaendig ist.
Zucht-Wasserwerte: 26 bis 28 Grad Celsius, pH 6,0 bis 6,5, GH maximal ca. 8 dGH. Abgesenkter Wasserstand und 5 bis 10 cm Abstand zur Abdeckung. Konditionierung mit Fruchtfliegen (Drosophila) und Artemia-Nauplien.
Das Maennchen uebernimmt die Spritzpflege des Geleges. Inkubation ca. 36 bis 48 Stunden bei 26 Grad Celsius. Erstfutter: Infusorien und feinstes Staubfutter, spaeter Artemia-Nauplien und Mikrowuermer.
Ernährung/Futterbedarf
Mikropraedator mit Praeferenz fuer Nahrung an der Wasseroberflaeche. Hochwertiges Flockenfutter als Basis, ergaenzt durch Lebend- und Frostfutter: Artemia-Nauplien, Daphnien, Mueckenlarven, Fruchtfliegen (Drosophila) und Mikrowuermer. Junge Tiere benoetigen feineres Futter wie Infusorien in den ersten Tagen nach dem Schlupf.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Copella arnoldi stammt aus dem unteren Amazonasgebiet (Para und Amapa, Brasilien) sowie aus Kuestenfluessen in Suriname, Franzoesisch-Guayana und Guyana. Die Art besiedelt langsam fliessende, oft teefarbene Baeche und Nebenfluesse mit dicht bewachsenen Uferzonen, ueberhaeangenden Aesten und Laubdecken. Sandiger bis feinsandiger Bodengrund mit Falllaub und Aesten.