Corydoras melanistius
Beschreibung
Corydoras melanistius, der Augenstrichpanzerwels, ist ein kompakt gebauter Bodenfisch mit einer Standardlänge von etwa 5,5 cm. Die Grundfarbe reicht von cremefarben bis hellgrau, der Körper ist dicht mit kleinen dunklen Punkten übersät. Namensgebend sind zwei dunkle Bänder: ein markantes vertikales Band durch das Auge sowie ein zweites, das über die Rückenflosse in den vorderen Rückenbereich reicht. Die Körperpanzerung besteht aus den typischen Knochenplatten der Panzerwelse.
Im Aquarium zeigt die Art das typische ruhige Aktivitätsmuster der Bodenbewohner: tagsüber durchkämmt sie in Gruppen beständig die unteren Bereiche des Beckens und scharrt mit den fein entwickelten Barteln im Substrat. Während der Laichzeit intensiviert sich das Balzverhalten; Männchen treiben die Weibchen in kurzen Verfolgungsphasen.
Wie alle Corydoras-Arten besitzt C. melanistius die Fähigkeit zur Darmatmung: Bei Sauerstoffmangel nehmen die Tiere atmosphärischen Sauerstoff über den stark vaskularisierten Darm auf. Dieses Verhalten ist normal und kein Krankheitszeichen, sollte aber bei häufigem Auftreten als Hinweis auf schlechte Wasserqualität gewertet werden.
Besonderheiten
- Markantes vertikales Augenband als namensgebendes Merkmal
- Fein entwickelte Barteln – feines, abgerundetes Sandsubstrat ist Pflicht
- Darmatmung: fakultativer Luftatmer, nimmt bei Bedarf Sauerstoff an der Wasseroberfläche auf
- Geringe Sprungneigung, dennoch Abdeckung empfehlenswert
- Kupferhaltige Medikamente vermeiden
Vergesellschaftungshinweise
Corydoras melanistius ist ein klassischer Schwarmfisch. Minimale Gruppengröße: 6 Tiere, empfohlen 8–10 Individuen. In einer ausreichenden Gruppe sind die Tiere ständig in Bewegung mit feinen Hierarchien, die selten zu offenen Aggressionen führen.
Das Temperament gilt als sehr friedlich. Während der Brutzeit treiben Männchen aktiv die Weibchen, es kommt dabei zu keinen ernsthaften Kämpfen. Schnecken und größere Garnelen wie Amano werden toleriert, sehr kleine Garnelennachkommen können gelegentlich als Nahrung dienen.
Geeignete Beifische aus Südamerika: Salmler, weitere Panzerwelsarten und kleine Buntbarsche, die weiches bis mittelhartes Wasser bevorzugen. Ostafrikanische Buntbarsche sind nicht kompatibel. Auf sehr große, räuberische Fische sollte verzichtet werden.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen werden etwas größer und wirken von oben betrachtet deutlich breiter im Bauchbereich. Männchen bleiben kleiner und schlanker mit insgesamt stromlinienförmigem Körperbau.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22–26 °C, pH 6,0–7,0, GH 2–15 dGH. Beckengröße: mindestens 80 cm Kantenlänge (ca. 112 Liter). Weicher, abgerundeter Sand als Substrat ist Pflicht, um die empfindlichen Barteln zu schützen. Verstecke aus Wurzelholz, Blättern und flachen Steinen schaffen Rückzugsmöglichkeiten.
Die Strömung sollte moderat und gleichmäßig sein. Moderate Beleuchtung fördert natürliches Verhalten. Regelmäßige Wasserwechsel unterstützen stabile Werte. Kupferhaltige Medikamente dürfen nicht eingesetzt werden.
Corydoras melanistius ist eine lohnenswerte Art für naturnahe Gemeinschaftsbecken mit weichem bis mittelhartem Wasser. Die gut dokumentierten Zuchtmethoden und die Möglichkeit, Laich durch Regenzeit-Simulation auszulösen, machen die Art auch für Züchter interessant.
Zucht und Fortpflanzung
Gut dokumentiert, Schwierigkeit mittel. Fortpflanzungstyp: Haftlaicher. Zuchtwerte: Temperatur 24–27 °C, pH 6,0–7,0, GH maximal 10 dGH.
Auslöser: Simulation der Regenzeit durch 30–50 % Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, kombiniert mit reichlicher Konditionierung durch Lebendfutter (rote Mückenlarven, Tubifex, Enchyträen, Artemia). Gelegegröße: 100–200 Eier, abgelegt an Pflanzen oder anderen Oberflächen. Inkubation: ca. 4–5 Tage bei 24–26 °C. Erstfutter: Infusorien, feines Staubfutter, später Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen.
Ernährung/Futterbedarf
Allesfresser mit Schwerpunkt auf fleischlicher Kost. Sinkende Futterpellets und Tabletten als Basis, ergänzt durch Frost- und Lebendfutter wie rote Mückenlarven, Tubifex, Artemia und Daphnien. Pflanzliche Kost wird nur in geringem Maße verwertet. Futter muss den Boden erreichen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Corydoras melanistius stammt aus Küstenflüssen von Guyana, Suriname und Französisch-Guayana. Die Flusssysteme zeichnen sich durch weiches, leicht saures bis neutrales Wasser aus. Das natürliche Habitat besteht aus sandigem Bodengrund, durchsetzt von Falllaub und Wurzelholz. Die Strömung ist eher langsam.