Crenicara punctulatum

Deutscher Name: Schachbrettbuntbarsch

Bild: Enrico Richter
Herkunft:
Brasilien, Südamerika
Farben:
braun, gelb, schwarz
Schwierigkeit:
Mittelschwer (Erfahrene Aquarianer)
Art: Crenicara punctulatum
Gattung: Crenicara
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Der Schachbrettbuntbarsch ist ein scheuer Zwergbuntbarsch aus der Familie der Buntbarsche (Cichlidae). Die Art zeigt eine gräulich bis graubraune Grundfärbung mit heller, fast weißlicher Bauchseite und sechs markanten dunklen Seitenflecken von den Kiemendeckeln zur Schwanzwurzel, darüber vier bis fünf schwächere Flecken. Bei Erregung verschmelzen diese Flecken zu einem deutlichen Schachbrettmuster. Der Rücken ist etwas dunkler als die Flanken. Ausgewachsene Männchen zeigen oft gelbliche Tönungen an Kopf und Brust. Die Art hält sich überwiegend im unteren bis mittleren Wassersäulenbereich auf und bevorzugt dichte Bepflanzung, Laubansammlungen und Wurzelverstecke.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

Deutlicher Sexualdimorphismus und Größenunterschiede zwischen den Geschlechtern sind ausgeprägt. Protogyne Hermaphroditie wurde berichtet, wobei dominante Weibchen zu funktionalen Männchen umwandeln können. Die Art nutzt feinen Sand intensiv zur Nahrungssuche und zeigt typisches gründelndes Verhalten. Als Laichsubstrat werden bevorzugt breite, horizontale Blätter wie Echinodorus oder Anubias gewählt. Die Verträglichkeit mit Wirbellosen ist nicht eindeutig dokumentiert.

Vergesellschaftungshinweise

Der Schachbrettbuntbarsch ist ein sehr scheuer, bodenorientierter Zwergbuntbarsch, der dicht bepflanzte Bereiche mit vielen Verstecken bevorzugt. Außerhalb der Fortpflanzungszeit ist die Art innerhalb der eigenen Art und gegenüber ruhigen Beifischen friedlich. Männchen bilden lockere Haremstrukturen und zeigen bei passenden Bedingungen Balz- und Revierverhalten. Während der Brutzeit markieren Männchen Reviere und können deutlich territorialer werden, das Weibchen übernimmt die hauptsächliche Brutpflege und verteidigt Gelege und Jungfische energisch. Geeignete Beifische sind kleine, ruhige Salmler und andere friedliche Zwergbuntbarsche.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen werden deutlich größer und kräftiger gebaut als Weibchen und zeigen häufig gelbliche Färbungen an Kopf und Brust. Weibchen bleiben kleiner, haben einen relativ tieferen Rumpf und zeigen rötliche After- und Bauchflossen. Die Geschlechtsreife tritt ab etwa acht Monaten ein. Protogyne Hermaphroditie ist möglich, wobei dominante Weibchen zu funktionalen Männchen umwandeln können.
Größe: Männchen: bis 10 bis 12 cm, Weibchen: bis 7 bis 8 cm (Männchen deutlich größer und kräftiger gebaut)

Haltungstipps / Pflege

Für die Haltung des Schachbrettbuntbarsches empfiehlt sich ein gut strukturiertes Becken mit feinem Sandboden, dichter Bepflanzung, Wurzelholz und zahlreichen Verstecken. Breite, horizontale Blätter als potenzielle Laichplätze bereichern die Einrichtung. Die Art bevorzugt ruhige Bereiche und reagiert sensibel auf Störungen. Harem-Gruppenhaltung wird empfohlen. Regelmäßige Teilwasserwechsel und stabile Wasserparameter sind wichtig. Die Wassertemperatur sollte zwischen 23 und 29 Grad Celsius liegen, der pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5, die Gesamthärte zwischen 2 und 14 Grad dGH. Fütterung mit überwiegend tierischer Kost wie Mückenlarven, Cyclops, Artemia und Mysis sichert Kondition und Farben.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
PH-wert
6,0-7,5
Temperatur:
23–29 °C
Beckengröße:
Mindestens 100 cm Kantenlänge und 180 Liter, artgerecht empfohlen ab 120 cm Kantenlänge und 300 Liter. Harem-Gruppenhaltung empfohlen, Gruppen ab 6 Tieren bei größeren Becken.

Zucht und Fortpflanzung

Der Schachbrettbuntbarsch ist ein Substratlaicher und Offenbrüter. Die Zucht ist dokumentiert und gelegentlich erfolgreich gelungen, gilt aber als mittelschwer. Zur Konditionierung werden die Zuchttiere zwei bis drei Wochen intensiv mit eiweißreichem Futter gefüttert, darunter Mückenlarven, Cyclops, frisch geschlüpfte Artemia und kleine Mysis sowie hochwertige Cichliden-Pellets. Abwechslungsreiche, proteinreiche Kost fördert die Reproduktionsbereitschaft. Für die Zucht wird ein separates Becken empfohlen: pH-Wert 5,5 bis 7,2, Gesamthärte bis 10 Grad dGH und Temperatur von 26 bis 28 Grad Celsius. Im Gegensatz zu empfindlicheren Zwergbuntbarschen wie Dicrossus laicht Crenicara punctulatum als robuste Art oft auch bei neutralem pH und in mittlerem Leitungswasser problemlos ab. Breite, horizontale Blätter von Echinodorus oder Anubias sowie flache Steine dienen als Laichplätze. Ein spezifischer Zuchtauslöser wie Regensimulation ist nicht dokumentiert, hervorragende Wasserqualität und reichliche Fütterung erhöhen die Brutfrequenz. Das Weibchen legt die Eier auf horizontalen Substraten ab und bewacht diese primär. In manchen Beobachtungen wird der Gelegebereich nach der Ablage in eine vorbereitete Sandgrube umgesetzt und dort weiter betreut. Die Inkubationszeit beträgt drei bis vier Tage bei 26 bis 28 Grad Celsius. Die Jungfische sind nach etwa sechs bis sieben Tagen frei schwimmend und nehmen direkt frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien an. Aufzucht in flachen, gut belüfteten Becken mit sanfter Filterung und täglichen kleinen Wasserwechseln mit gleicher Wasserchemie wird empfohlen.

Ernährung/Futterbedarf

Der Schachbrettbuntbarsch ernährt sich in der Natur vorwiegend von Kleinkrebsen, anderen Wirbellosen und Zooplankton. Im Aquarium ist die Art stark fleischlich orientiert und bevorzugt rote und schwarze Mückenlarven, Cyclops, Artemia und Mysis, sowohl frisch als auch gefroren. Trockene Alleinfuttermittel werden oft nur zögerlich angenommen und sollten nicht die Hauptnahrung darstellen. Ergänzend sind hochwertige Cichliden-Pellets zur Grundversorgung sinnvoll.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
Etwa 5–8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Der Schachbrettbuntbarsch stammt aus Südamerika und bewohnt das Amazonas- und Essequibo-Einzugsgebiet mit Vorkommen in Peru, Brasilien und Guyana. Die Art lebt in kleinen bis mittelgroßen Waldbächen und Nebenarmen mit feinem Sand- oder sandigem Schlammsubstrat, Laubansammlungen und untergetauchtem Holz. Die Strömung ist langsam bis mäßig. Die natürlichen Wassertemperaturen liegen bei etwa 23 bis 27 Grad Celsius.

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