Dario dario

Deutscher Name: Scharlachroter Zwerg-Badis

Herkunft:
Indien
Farben:
blau, grau, rot, silber
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Dario dario
Gattung: Dario
Familie: Badidae

Beschreibung

Dario dario, der Scharlachrote Zwerg-Badis, ist einer der kleinsten bekannten Barschartige überhaupt und zählt zu den farbenprächtigsten Kleinstfischen der Aquaristik. Männchen erreichen eine Maximallänge von etwa 2 cm (Standardlänge), Weibchen bleiben mit ca. 1,2 cm SL noch kleiner. Trotz dieser Winzigkeit präsentieren Männchen eine außergewöhnliche Färbung: sieben leuchtend irisierende blaue Querstreifen auf intensiv rot-orangefarbenem Körper, dazu verlängerte Rücken- und Bauchflossen mit bläulich-weißen Säumen. Das Weibchen ist unscheinbar silbrig-grau bis blassrosa, ohne Streifen, mit kürzeren, transparenteren Flossen und einem rundlicheren Bauch wenn laichreif. Der Körper ist bei beiden Geschlechtern kompakt und gedrungen. Im Aquarium zeigt Dario dario ein zurückhaltendes, scheues Temperament. Die Art bewegt sich überwiegend in unteren bis mittleren Wasserschichten nahe Pflanzenbeständen, Moos und Wurzeln. Männchen markieren und verteidigen kleine Reviere intensiv; Weibchen sind deutlich friedlicher.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Männchen sind die einzige Badidae-Art mit sieben irisierenden blauen Vertikalstreifen.
  • Einer der kleinsten Percoid-Fische überhaupt (max. ~2 cm SL bei Männchen).
  • Ausgeprägter Micropräator: Trockenfutter wird fast vollständig verweigert.
  • Männchen alleinige Elternpfleger: Nach dem Laichen wird das Weibchen aus dem Revier vertrieben.
  • Verträgt moderate saisonale Temperaturschwankungen wie in seinem natürlichen Habitat.

Vergesellschaftungshinweise

Dario dario sollte in kleinen Becken vorwiegend als Einzelmännchen mit zwei bis drei Weibchen gehalten werden. Rivalisierendes Männchen kann in engen Verhältnissen extrem aggressiv werden. In größeren, gut strukturierten Becken kann eine Gruppe mit mehreren Männchen gehalten werden, sofern jedem Männchen ausreichend Raum (ca. 30 x 30 cm Revierfläche) und klar abgetrennte Rückzugsbereiche durch Pflanzen, Moos und Verstecke zur Verfügung stehen. Die empfohlene Mindestgruppe im Aquarium ist ein Männchen mit mindestens zwei Weibchen. Gegenüber anderen Arten ist Dario dario insgesamt friedlich, jedoch darf er nicht mit schnellen, aggressiven oder deutlich größeren Fischen vergesellschaftet werden, da er leicht eingeschüchtert wird und dann nicht mehr zur Nahrungsaufnahme kommt. Adulte Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina) werden meist toleriert; juvenile Garnelen werden jedoch aktiv gejagt und gefressen. Schnecken sind in der Regel sicher. Geeignete Begleitarten sind kleine, ruhige, nicht-konkurrierende südasiatische Kleinfische, die ähnliche Wasserbedingungen bevorzugen und andere Wasserbereiche besiedeln, z. B. kleine Danio-Arten oder Osphronemidae-Zwerge. Größere, aktive oder aggressive Arten sind ungeeignet, da sie Dario dario dauerhaft stressen und an der Futteraufnahme hindern. Ostafrikanische Buntbarsche oder hartwasserliebende Arten sind generell unverträglich.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechter sind leicht zu unterscheiden. Männchen sind deutlich farbiger mit sieben irisierenden blauen Querstreifen auf rot-orangefarbenem Körper sowie verlängerten Rücken- und Bauchflossen mit bläulich-weißen Rändern. Sie sind etwas größer als Weibchen. Weibchen sind kleiner (~1,2 cm SL), unauffällig silbrig-grau bis blassrosa, ohne Streifenmuster, mit kürzeren, transparenteren Flossen und einem bei Laichreife deutlich gerundeten Bauch.
Größe: ~2 cm SL (Männchen); Weibchen ~1,2 cm SL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte und technische Basis – Temperatur: 18-26 °C. Mittlere Temperaturen um 22-24 °C sind ideal für die Dauerhaltung; kurzzeitige Absenkungen auf 18-20 °C können die Laichbereitschaft stimulieren. – pH: 6,5-7,5. – GH: 1-15 °dGH. Die Art ist anpassungsfähig von sehr weichem bis mittelhartem Wasser. Beckengröße und Einrichtung Das Mindestbecken beträgt eine Grundfläche von 45 x 30 cm (ca. 40-54 Liter) für ein Männchen mit mehreren Weibchen. Das Becken sollte mit dichter Bepflanzung, Moosinseln (Java-Moos, Riccia), feinen Blättern oder flachen Steinen als potenzielle Laichsubstrate sowie Wurzeln und Verstecken ausgestattet sein. Sand oder feiner Kies als Bodengrund entspricht dem natürlichen Substrat. Strömung sollte minimal bis gering sein. Gute Wasserqualität ist wesentlich; regelmäßige moderate Wasserwechsel unterstützen Kondition und Gesundheit. Fütterung und Pflegepraxis Dario dario ist ein ausgewiesener Micropräator. Er benötigt zwingend lebende oder gefrostete Kleintiere: Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops und Mikrowürmchen. Trockenfutter wird fast ausnahmslos verweigert und ist für die langfristige Gesundheit ungeeignet. Rote Mückenlarven und Tubifex sollten gemieden werden (Verfettungs- und Krankheitsgefahr). Mehrmals täglich kleine Futtergaben in hoher Qualität sind ideal. Sicherheit und sonstige Hinweise Das Sprungrisiko ist gering, dennoch werden abgedeckte Aquarien empfohlen. Die scheue Art sollte nicht mit schnellen oder konkurrenzstarken Fressern vergesellschaftet werden, die ihr das Futter vor der Nase wegschnappen.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
PH-wert
6,5-7,5
Temperatur:
18-26 °C
Beckengröße:
ab 45 x 30 cm Grundfläche (~40-54 L)

Zucht und Fortpflanzung

Zuchtstatus: Gut dokumentiert. Dario dario lässt sich im Aquarium regelmäßig vermehren; unter guten Bedingungen laichen die Tiere bereitwillig. Fortpflanzungstyp und Schwierigkeit Die Art ist ein Substratlaicher. Die Zucht selbst wird als eher leicht bis mittelschwer eingestuft; die eigentliche Herausforderung liegt in der Aufzucht der winzigen Larven, die auf feinste Erstfütterung angewiesen sind. Konditionierung und Auslösen des Laichens Intensives Konditionieren mit hochwertigem Lebendfutter (Artemia-Nauplien, Daphnien) sowie sauberes Wasser bei 24-26 °C genügen üblicherweise, um die Tiere zum Ablaichen zu bringen. Ein spezifischer physikalischer Trigger ist nicht bekannt. Mehrmals tägliche kleine Futtergaben erhöhen die Laichbereitschaft. Zuchtwasser und -bedingungen Empfohlene Zuchtwerte: Temperatur 24-26 °C, pH 6,5-7,0, GH maximal 10 °dGH. Dichtes Moos als Laichsubstrat und flache Steine oder Tonscherben als Laichunterlage erleichtern das Absetzen der Eier. Laichverhalten, Gelege und Inkubation Das Männchen macht eine nicht-aggressive Balzwerbung gegenüber dem Weibchen. Die Eier werden an der Unterseite eines festen Substrats (Stein, Wurzel, großes Blatt) abgelegt. Nach dem Laichen wird das Weibchen vom Männchen aus dem Revier vertrieben; das Männchen übernimmt allein die Betreuung des Territoriums. Die Inkubationszeit beträgt ca. 2-3 Tage, anschließend benötigen die Larven bis zu einer weiteren Woche zur vollständigen Dottersackresorption. Aufzucht der Jungfische Die frisch geschlüpften Larven sind extrem winzig und benötigen in der ersten Woche Infusorien, Pantoffeltierchen oder Essigälchen als Erstfutter. Ab der zweiten Woche kann schrittweise auf Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen umgestellt werden. Regelmäßige, vorsichtige Wasserwechsel, sauberes Wasser und häufige kleine Futtergaben sind essenziell. Elterntiere können die Larven fressen und sollten gegebenenfalls separiert werden. Die Geschlechtsreife wird nach etwa vier Monaten erreicht.

Ernährung/Futterbedarf

Dario dario ist ein obligatorischer Micropräator mit Trophiestufe 3,0. In der Natur ernährt er sich von kleinsten wirbellosen Organismen. Im Aquarium müssen Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops und Mikrowürmchen als Haupt-Futtermittel angeboten werden. Trockenfutter wird fast vollständig abgelehnt. Rote Mückenlarven und Tubifex aus unsicheren Quellen sind zu meiden.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
3-6 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Dario dario stammt aus Indien, beschränkt auf Zuflüsse des Brahmaputra-Systems in den Bundesstaaten Westbengalen und Assam. Die Art besiedelt flache, klare, langsam fließende Bäche (2-5 m Breite, 30-70 cm Tiefe) mit dichtem Wasserpflanzenwuchs, Sand- oder Feinkiessubstrat und ruhiger bis minimaler Strömung. Das Wasser ist kristallklar. Typische Begleitvegetation umfasst verschiedene Wasserpflanzen (Limnophila, Hygrophila, Vallisneria) sowie Laubansammlungen und Wurzeln. Saisonale Temperaturschwankungen sind möglich; in der Trockenzeit wurden Temperaturen um 26 °C gemessen. Wilde Wasserwerte: Nicht systematisch dokumentiert; lokale Variationen sind häufig.

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Hallo, ich halte und vermehre Darios seit gut 13 Jahren, mit einer kurzen Unterbrechung. Ich habe noch nie ein Tier an Trockenfutter gehen sehen. Man sollte sich vor der Anschaffung klar machen, daß in erster Linie Lebendfutter, und je nach Vorgeschichte auch Frostfutter gefüttert werden muß. Bisher habe ich noch keinen einzigen Halter gefunden, der die Fütterung von Trockenfutter nachweisen konnte… selbst Frostfutter nehmen manche nicht mal an lt. einigen Internetberichten. Meine Tiere gehen an jedes Lebendfutter und gefr. rote/weiße/schwarze Mückenlarven und Artemia. Diese wunderschönen kleinen Fische können dauerhaft nur erfolgreich gehalten werden, wenn die Ernährung stimmt. Nicht selten sehen… Weiterlesen »

Hallo Verena,
danke für deine Infos! 🙂
lg

Verena hat absolut Recht! Nachzuchten kann man an Frostfutter (Cyclops, Bosmiden) gewöhnen, an Trockenfutter nicht. Und die Tiere aus dem Handel nehmen in aller Regel nur lebende Nahrung. Daher sollte man sich die Tiere auch genau ansehen, oft hapert es im Großhandel und auch im Fachgeschäft an der adäquaten Fütterung. Halbverhungerte Tiere kriegt man zwar mit Erfahrung wieder hin, aber oft kommen dann andere Krankheiten hinzu bei geschwächten Tieren. Die Fütterung selbst mit Lebendfutter ist aber bei den Zwergen einfach. Viel braucht man ja nicht. Artemia und Grindal gehen ab und zu, sollten aber nicht dauerhaft gegeben werden. Vermutlich mangelt… Weiterlesen »

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