Dawkinsia rohani
Beschreibung
Dawkinsia rohani, die Tränen-Indianerbarbe, ist eine mittelgroße Barbenart der Familie Cyprinidae mit einer Maximalgröße von ca. 9,5 cm SL. Der schlanke, leicht hochrückige Körper zeigt ein silbrig bis grünlich irisierendes Grundkleid mit metallischem Glanz bei gut konditionierten Tieren. Die Flossen besitzen orange bis rote Tönungen mit schwarzen Akzenten. Das markanteste Erkennungsmerkmal ist ein schwarzer, keulenförmiger Fleck auf dem Schwanzstiel, der die 12. bis 13. Schuppe der Seitenlinie betrifft und sich bis zur Schwanzflossenbasis zieht. Anterior davon sind keine weiteren schwarzen Körperzeichnungen vorhanden.
Im Aquarium zeigt Dawkinsia rohani ein lebhaftes Schwimmverhalten in den mittleren Wasserschichten. In Gruppen von mindestens 8–10 Individuen entfalten sich Balz- und Imponierrituale mit Flossenausstellung und Farbwechseln. Männchen entwickeln während der Fortpflanzungszeit verlängerte Filamente an der Rückenflosse sowie Laichausschläge (Tuberkel) an der Schnauze. Die Art ist endemisch im Kodayar-Flusssystem der Westghats (Tamil Nadu) und hat den IUCN-Status Vulnerable (VU).
Besonderheiten
- Schwarzer, keulenförmiger Fleck am Schwanzstiel als diagnostisches Erkennungsmerkmal
- Männchen entwickeln verlängerte Filamente an der Rückenflosse zur Paarungszeit
- Laichausschläge (Tuberkel) an der Schnauze bei Männchen zur Brutzeit
- Anpassung an saisonale Strömungs- und Wasserstandsänderungen (Monsunrhythmus)
- IUCN-Status: Vulnerable (VU) – endemische Art mit begrenztem Verbreitungsgebiet
- Empfindlich gegenüber schlechter Wasserqualität: benötigt sauerstoffreiches, sauberes Wasser
Vergesellschaftungshinweise
Dawkinsia rohani ist ein ausgeprägter Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8–10 Individuen gehalten werden. In größeren Gruppen wirken die Tiere sicherer und zeigen vollständige Balz- und Imponierrituale. Männchen bilden leichte Reviere und imponieren mit Flossenausstellung; offene Aggressionen mit Verletzungen sind nicht typisch. Im Normalbetrieb lebhaft, aktiv und friedlich. Während der Brutzeit leicht erhöhte territoriale Impulsivität der Männchen.
Beifische: Friedliche, südasiatische Schwarmfische ähnlicher Größe, mittelgroße Barben und lebensraumkompatible Schmerlen. Große Schnecken toleriert; robuste Garnelen (Amano) meist problemlos, Zwerggarnelen (Neocaridina) werden als Beute betrachtet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind farbenprächtiger und intensiver gefärbt, besonders während der Fortpflanzungszeit. Sie tragen verlängerte Filamente an der Rückenflosse und zeitweise Laichausschläge (Tuberkel) an der Schnauze. Weibchen sind fülliger und runder, farblich etwas blasser als Männchen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 19–25 °C, pH 6,0–7,5, GH 2–10 dGH. Die Art benötigt sauerstoffreiches, sauberes Wasser.
Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 240 L).
Einrichtung: Offene Schwimmbereiche in der Mitte mit strukturierter Uferzone. Verstecke aus Steinen, Wurzeln oder dichter Ufervegetation. Sand- oder feinkiesiges Substrat mit abgerundeten Flusssteinen. Feingliedrige Pflanzen als Randbepflanzung.
Strömung: Mäßig bis kräftig bewegtes, sauerstoffreiches Wasser. Gute Filterdimensionierung mit zusätzlichem Durchsatz empfohlen. Moderat beleuchtetes Becken; Teilbeschattung durch überhängende Pflanzen stressmindernd.
Saisonale Temperaturabsenkung auf ca. 20 °C kann natürliche Verhaltensmuster und Laichbereitschaft fördern.
Zucht und Fortpflanzung
Dawkinsia rohani ist ein Freilaicher ohne elterliche Brutpflege. Zuchtschwierigkeit: mittel. Zucht-Temperatur: 25–26 °C, Zucht-pH: 6,5–7,0, Zucht-GH: maximal 10 dGH. Konditionierung mit hochwertigem Lebend- und Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnien). Zuchtauslöser: Simulierte Regenperiode mit kräftigen Wasserwechseln mit kühlerem, weichem Wasser. Separates Zuchtbecken mit feinfiedrigen Pflanzen, Laichmopps oder Laichrost. Gelegegröße bis zu 1.000 Eier. Elterntiere fressen die Eier – sofortige Entfernung nach dem Ablaichen. Schlupf nach ca. 24–48 Stunden; Jungfische nach weiteren ca. 24 Stunden freischwimmend. Erstfutter: Infusorien, dann Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen.
Ernährung/Futterbedarf
Dawkinsia rohani ist ein omnivorer Allesfresser. Natürliche Nahrung: Würmer, Insekten, Kleinkrebse, pflanzliches Material und organische Partikel. Im Aquarium: Hochwertige Flocken und Granulate, Lebend- und Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnien), pflanzliche Komponenten (Spirulina, Gemüse). Mehrere kleine Fütterungen täglich.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Dawkinsia rohani stammt aus dem Kodayar-Flusssystem im Kanyakumari-Distrikt von Tamil Nadu (Indien), in den Westghats. Die Art bewohnt klares Bergbachwasser mit moderater bis starker Strömung. Typische Habitate: Geröll- und Kiesbänke, gemischt mit Sandflächen und Felsblöcken. Totholzstrukturen und überhängende Ufervegetation bieten Schatten und Rückzug. Monsunbedingte Wasserstandschwankungen begünstigen Fortpflanzung. IUCN-Status: Vulnerable (VU).