Devario aequipinnatus

Deutscher Name: Riesenbärbling

Herkunft:
Indien, Myanmar, Thailand
Farben:
braun, gelb
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Devario aequipinnatus
Gattung: Devario
Familie: Danionidae

Beschreibung

Devario aequipinnatus, der Riesenbärbling oder Giant Danio, ist ein schlanker, stromlinienförmig gebauter Schwarmfisch aus der Familie Danionidae. Die Art wurde 1839 erstmals beschrieben und gehörte historisch zur Gattung Danio – 2003 wurde sie im Rahmen einer umfassenden Revision in die wiederauferstandene Gattung Devario überführt. Im deutschen Handel wird sie oft unter dem Namen „Malabarbärbling“ verkauft, was jedoch zu Verwechslung mit Devario malabaricus (dem tatsächlichen Malabarbärbling) führt. Die Art erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 15 cm und ist damit einer der größten Vertreter der Gattung Devario. Der Körper ist muskulös, seitlich abgeflacht und zeigt ein charakteristisches Streifenmuster aus blauen bis türkisen Längsstreifen auf silbrig-goldenem Grund. Eine kräftige Seitenlinie ist deutlich ausgeprägt. Männchen sind oft intensiver gefärbt als Weibchen, die rundlicher gebaut sind. Devario aequipinnatus bewohnt in der Natur klare, sauerstoffreiche Berg- und Hochlandbäche in einem weiten Verbreitungsgebiet von Indien, Nepal und Pakistan über Myanmar bis nach Thailand und Kambodscha. Die Art ist hochaktiv, agil und ein schneller Schwimmer – sie benötigt im Aquarium unbedingt ausreichend Schwimmraum und kräftige Strömung.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Sehr aktiver Schwarmfisch mit hohem Bewegungsdrang
  • Bevorzugt kräftige Strömung und sauerstoffreiches Wasser
  • Starke Sprungneigung: sichere Abdeckung notwendig
  • Freilaicher ohne Brutpflege; Eltern fressen Eier
  • Familie Danionidae (nicht Cyprinidae)
  • Subtropisch-tropische Übergangsart: kühlere Winterperiode (15-18 °C) mimt Monsunzyklus und verlängert Lebenserwartung
  • Hochempfindlich gegenüber Kupfer-Medikamenten (Danio/Devario-Gattungen haben genetisches ATP7B-Defizit) – Standard-Kupferbehandlungen wirken tödlich
  • Häufig unter falschem Handelsnamen „Malabarbärbling“ verkauft – das ist jedoch der korrekte Name für Devario malabaricus, eine andere Art

Vergesellschaftungshinweise

Devario aequipinnatus ist ein ausgeprägter, sehr aktiver Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren gehalten werden – größere Schwärme von 12 bis 15 Tieren sind deutlich besser und zeigen das charakteristische, koordinierte Hochgeschwindigkeits-Schwimmverhalten der Art. Das Temperament ist insgesamt friedlich, jedoch kann die hohe Aktivität und schnelle Schwimmweise für ruhige oder scheue Mitbewohner einschüchternd wirken. Der Riesenbärbling ist daher nicht der ideale Bewohner für ein ruhiges Gesellschaftsbecken. Geeignete Beifische sind andere lebhafte, robuste Arten ähnlicher Aktivitätstoleranz: andere Danionen- oder Rasbora-Arten, größere Panzerwelse, friedliche Schmerlen wie Yasuhikotakia-Arten oder kleinere Barben. Ungeeignet sind ruhige, langsame oder sehr kleine Arten (z. B. Perlhuhnbärblinge, Trichogaster-Arten, kleine Salmler), die durch die Aktivität gestresst werden. Langflossige Fische (Guppys, Kampffische) sind wegen möglicher Flossenzupferei ebenfalls ungeeignet. Schnecken werden toleriert. Junggarnelen werden als Beute betrachtet, adulte große Garnelen sind in dicht bewachsenen Becken meist sicher.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen von Devario aequipinnatus sind in der Regel schlanker gebaut und zeigen etwas intensivere, kontrastreichere Färbung – besonders die blau-türkisen Längsstreifen treten bei ausgewachsenen Männchen leuchtender hervor. In der Balzzeit wird die Körperfärbung zusätzlich gesteigert. Weibchen erreichen etwas größere Körpermasse und wirken deutlich rundlicher, besonders in der Fortpflanzungszeit, wenn sie mit Laich gefüllt sind. Die Farbgebung ist etwas dezenter, die Streifen sind weniger kontrastreich.
Größe: ca. 15 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Devario aequipinnatus benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 27 °C, einen pH-Wert von 6,0 bis 8,0 und eine Gesamthärte zwischen 5 und 19 °dGH. Die Art ist hinsichtlich der Wasserwerte sehr anpassungsfähig, solange die Temperatur nicht dauerhaft zu hoch wird. Wichtig zur Temperatur: Als Bergbach-Art aus höheren Lagen profitiert Devario aequipinnatus von einer saisonalen Temperaturschwankung. Eine kühlere Winterperiode (22 bis 24 °C über 2 bis 3 Monate) mimt das natürliche Klima und verlängert die Lebenserwartung. Eine dauerhafte Haltung bei 28 °C oder darüber führt zu beschleunigtem Stoffwechsel und verkürzt das Leben deutlich. Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge und 240 Liter für eine Gruppe von 8 bis 10 Tieren. Wegen des ausgeprägten Aktivitätsniveaus und der Endgröße von 15 cm sind größere Becken (150 bis 180 cm) noch besser geeignet. Einrichtung: großzügiger freier Schwimmraum in der Beckenmitte, kräftige gleichmäßige Strömung mit hoher Sauerstoffsättigung, glatter Kies oder Sandsubstrat, eingestreute Steine und Wurzeln sowie feinfiedrige Pflanzen an den Rändern als Rückzugsräume. Eine dicht schließende, schwere Abdeckung ist Pflicht – der Riesenbärbling ist ein hervorragender Springer und entkommt durch kleinste Öffnungen. Regelmäßige Wasserwechsel von 30 Prozent wöchentlich halten die Wasserqualität auf dem erforderlichen hohen Niveau. Wichtig bei Medikamenten: Devario aequipinnatus ist wie alle Danioniden hochempfindlich gegenüber kupferbasierten Medikamenten (genetisch bedingt schwache ATP7B-Expression für den Kupfer-Abtransport). Standard-Kupferbehandlungen wirken tödlich. Bei Parasitenbefall stattdessen Malachitgrün-Formalin in reduzierter Dosis oder vorsichtige Temperaturerhöhung verwenden.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6,0-8,0
Temperatur:
22-27 °C
Beckengröße:
ab 120 cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Devario aequipinnatus ist ein Freilaicher (Eierstreuer) ohne Brutpflege. Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittelschwer. Zuchtbedingungen: Temperatur 24 bis 26 °C, pH 6,0 bis 7,5, weiches bis mittelhartes Wasser (GH bis 12 °dGH). Ein separates Zuchtbecken mit feingliedrigen Pflanzen (Javamoos, Cabomba, Myriophyllum) oder einem Laichrost ist essenziell, um die Eier vor den Elterntieren zu schützen – beide Geschlechter sind ausgeprägte Laichräuber. Vor der Zucht sollten die Elterntiere über 1 bis 2 Wochen intensiv mit hochwertigem Lebend- und Frostfutter konditioniert werden. Die Paarung erfolgt in schnellen Verfolgungsschwimmen zwischen den Pflanzen, wobei die nicht-klebrigen Eier in das Substrat oder Pflanzendickicht fallen. Die Eltern müssen unmittelbar nach dem Ablaichen aus dem Zuchtbecken entfernt werden. Die Eier schlüpfen bei 24 °C nach etwa 36 Stunden. Die Larven werden nach 1 bis 2 Tagen freischwimmend und benötigen zunächst Staubfutter und Infusorien als Erstfutter, später Artemia-Nauplien und Mikrowürmer.

Ernährung/Futterbedarf

Devario aequipinnatus ist ein Allesfresser mit Tendenz zu proteinreicher Kost. In der Natur jagt die Art aktiv im freien Wasser nach Zooplankton, Insektenlarven, Wasserinsekten und herabfallenden Landinsekten – die Ernährung ist überwiegend insektivor. Im Aquarium akzeptiert die Art hochwertiges Flocken- und Granulatfutter als Grundversorgung, gedeiht aber deutlich besser mit regelmäßigen Gaben von Lebend- und Frostfutter: Artemia, Daphnien, Cyclops, weiße und rote Mückenlarven, größere Insektenlarven. Aufgrund des aktiven Stoffwechsels benötigt die Art mehrere kleine Fütterungen pro Tag statt einer großen Mahlzeit. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
3 bis 5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Devario aequipinnatus hat ein sehr weites natürliches Verbreitungsgebiet in Süd- und Südostasien: von Indien, Nepal und Pakistan über Myanmar, Thailand und Bangladesch bis nach Kambodscha und teilweise Sri Lanka. Das exakte Verbreitungsgebiet ist durch verschiedene Populationen und regionale Formen komplex – möglicherweise handelt es sich um einen Artkomplex mit mehreren kryptischen Arten. Die Art bewohnt klare, sauerstoffreiche Berg- und Hochlandbäche, Oberläufe kleinerer Flüsse sowie Waldbäche mit deutlicher Strömung, kiesig-steinigem Substrat und teilweise dichter Ufervegetation. Die Habitate liegen oft in mittleren Höhenlagen und zeichnen sich durch saisonale Temperaturschwankungen aus – im Winter deutlich kühler als im Monsun-Sommer. Typische Wasserwerte der natürlichen Habitate: Temperatur 22 bis 27 °C (saisonal), pH 6,0 bis 8,0, weiche bis mittelharte Wasserhärte (5 bis 19 °dGH). Hoher Sauerstoffgehalt durch die ständige Strömung ist charakteristisch.

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