Erethistes pusillus
Beschreibung
Der Schmetterlingswels (Erethistes pusillus) ist ein nur 4 bis 5 cm kleiner Bodenwels aus der Familie Erethistidae mit kompaktem, ventral abgeflachtem Körperbau. Die Haut ist rau und mit knöchernen Tuberkeln besetzt, die Färbung gelblich-braun mit hellerer Unterseite und dunklen Flossenbändern. Vier Bartelpaare und ein kleines Maul vervollständigen das Bild eines perfekt getarnten Grundbewohners.
Im Aquarium zeigt der Schmetterlingswels ein ruhiges, scheues Verhalten. Tagsüber versteckt er sich unter Steinen, Laub und im Substrat, oft teilweise eingegraben. Erst in der Dämmerung wird er aktiv und durchsucht den Bodengrund nach Nahrung. Trotz seiner geringen Größe kann es an engen Versteckplätzen zu kurzen Revierabgrenzungen kommen, insgesamt ist die Art aber friedlich.
Der englische Name „Giant Moth Catfish“ verweist auf die zierliche, flache Erscheinung. Die Art ist im Handel selten und in der Aquaristik wenig verbreitet.
Besonderheiten
- Sehr kleiner Bodenwels mit nur 4 bis 5 cm Länge
- Dämmerungs- bis nachtaktiv, tagsüber versteckt
- Gräbt sich teilweise im Sandsubstrat ein
- Raue Haut mit knöchernen Tuberkeln (Sisoroidea-typisch)
- Selten im Handel, in der Aquaristik wenig bekannt
- Scheu gegenüber hellem Licht
- Lebensdauer über 5 Jahre möglich
Vergesellschaftungshinweise
Der Schmetterlingswels sollte in einer Gruppe ab 4 bis 5 Tieren gepflegt werden. Innerartliche Konkurrenz ist gering, solange ausreichend Verstecke vorhanden sind. Das Temperament ist friedlich und scheu, aggressive Phasen sind nicht dokumentiert.
Für die Vergesellschaftung eignen sich kleine, friedliche Schwarmfische aus Südasien wie Danioninae oder Rasboras, die nicht um Bodenverstecke konkurrieren. Große Räuber, schnelle dominante Arten und deutlich größere Welse sind ungeeignet. Junggarnelen sind gefährdet, ausgewachsene Garnelen und Schnecken werden toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Für den Schmetterlingswels sind keine gesicherten Angaben zum Geschlechtsdimorphismus dokumentiert. Männchen und Weibchen gelten als äußerlich kaum unterscheidbar, eine visuelle Geschlechtsbestimmung im Aquarium ist derzeit nicht möglich.
Haltungstipps / Pflege
Der Schmetterlingswels benötigt weiches bis mittelhartes Wasser mit 21 bis 24 °C, einem pH-Wert von 6,2 bis 7,0 und einer Gesamthärte von 4 bis 13 °dGH. Ein Becken ab 60 cm Kantenlänge und 54 Litern reicht für eine kleine Gruppe.
Feiner Sand als Bodengrund ist Pflicht, damit die Barteln nicht beschädigt werden und die Tiere ihrem Grabverhalten nachgehen können. Zahlreiche Verstecke aus Wurzelholz, flachen Steinen, Höhlen und Laubstreu bieten Sicherheit. Gedämpftes Licht ist empfehlenswert, da grelle Beleuchtung Stress verursacht.
Eine mäßige bis leichte Strömung mit guter Sauerstoffversorgung entspricht den natürlichen Bedingungen. Ruhige Rückzugszonen sollten vorhanden sein. Die Fütterung erfolgt am besten in der Dämmerung mit kleinen Portionen Lebend- oder Frostfutter.
Der Schmetterlingswels ist ein anspruchsvoller Pflegling, der naturnahe Einrichtung mit feinem Substrat und reichlich Verstecken verlangt. Da die Zucht im Aquarium bislang nicht gelungen ist, steht artgerechte Pflege im Vordergrund. Bei der Vergesellschaftung friedliche, kleine südasiatische Arten bevorzugen.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht des Schmetterlingswelses im Aquarium ist bisher nicht dokumentiert. In der Natur wird die Art als möglicher Freilaicher eingestuft, dies bleibt für die Aquarienhaltung unbestätigt. Verlässliche Angaben zu Laichverhalten, Gelegegröße, Inkubationszeit oder Brutpflege fehlen vollständig.
Ernährung/Futterbedarf
Der Schmetterlingswels ist ein karnivorer Bodenfresser, der bevorzugt kleine Wirbellose aufnimmt. Im Aquarium eignen sich Mückenlarven, Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien, Weißwürmer und fein zerteilte Mysis. Sinkende Tabletten oder pulverisiertes Granulat können ergänzend angeboten werden. Die Fütterung sollte in der Dämmerung oder nach Abschalten der Beleuchtung erfolgen, da die Tiere erst dann aktiv werden. Kleine, häufige Portionen sind großen Einzelgaben vorzuziehen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Der Schmetterlingswels stammt aus Südasien und ist in Indien (Ganges- und Brahmaputra-System, Assam), Bangladesch (Sylhet, Mymensingh) und Myanmar (Tenasserim-Region) verbreitet. Er besiedelt Hügelbäche mit schlammigem Grund und Vegetation sowie langsam fließende, vegetationsreiche Flussabschnitte. Typisch sind sandige bis schlammige Substrate mit Blattlaub und Wurzelwerk, die Deckung bieten.