Hemigrammus rubrostriatus
Beschreibung
Hemigrammus rubrostriatus ist ein kleiner, schlanker Salmler mit auffälliger roter Längszeichnung. Der Körper ist überwiegend silbern mit goldgelben Tönen am Bauch und einem leuchtend zinnoberroten Streifen, der vom Kiemendeckel entlang des Körpers bis zur Rückenpartie des Schwanzstiels reicht. Am Schwanzstiel sitzt ein intensiver roter Fleck, der asymmetrisch auf der unteren Seite des Schwanzstiels liegt. Hinter dem Kiemendeckel befindet sich ein vertikal gestreckter Schulterfleck (Humeralfleck). Die Flossen zeigen rote und weiße Markierungen, was die Art in gut bepflanzten Becken sehr attraktiv macht. Die Art wurde erst 2015 von Axel Zarske wissenschaftlich beschrieben und gilt im Aquaristikhandel noch als Rarität.
Besonderheiten
Hemigrammus sp rubrostiatus zeigt markante rote Akzente und ein ruhiges Schwarmverhalten. Die schlanke Körperform und der wendige Schwimmstil verleihen ihm eine besondere Eleganz im Gemeinschaftsaquarium. Es sind keine besonderen Merkmale bekannt.
Vergesellschaftungshinweise
ausgeprägter Schwarmfisch, friedlich gesellig. Haltung: Gruppe ab 8 Tieren (empfohlen: 10–12 Tiere). Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut verträglich. Hemigrammus rubrostriatus ist gut vergesellschaftbar in ruhigen Gesellschaftsaquarien mit friedlichen Mitbewohnern. Geeignete Partner sind andere südamerikanische Schwarmfische, bodennahe Welse wie Corydoras-Arten sowie größere Garnelenarten wie Amano-Garnelen oder adulte Neocaridina-Arten. Vermeide große räuberische oder sehr territoriale Arten und achte auf ähnliche Wasseransprüche der Mitbewohner. Dichte Bepflanzung und Rückzugsmöglichkeiten fördern ein harmonisches Zusammenleben.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen sind in der Regel fülliger mit rundlicherem Bauch, besonders während der Laichzeit, während Männchen schlanker bleiben. Männchen zeigen häufig intensivere Rotfärbung im Längsstreifen und am Schwanzstiel. Beide Geschlechter erreichen etwa 5,5 cm Länge.
Haltungstipps / Pflege
Hemigrammus rubrostriatus benötigt eine gut bepflanzte Haltung in einer stabilen Gruppe und konstante Wasserwerte. Die empfohlene Beckengröße ist 80 cm Kantenlänge und 112 Liter; gehalten werden sollten mindestens acht, besser zehn bis zwölf Tiere. Die vorgeschriebenen Wasserwerte sind Temperatur 24–28 °C, pH 6,0–7,0 und Gesamthärte 2–12 °dGH. Die Art stammt aus weichen, leicht sauren, huminstoffreichen Gewässern; weiches bis mittelhardtes Wasser mit dem Zusatz von Huminstoffen (Laub, Erlenzapfen, Torf, Wurzelholz) fördert die Farbintensität und das Wohlbefinden deutlich. Dunkler Bodengrund, reichlich Pflanzen, Wurzelholz und Laub bieten Verstecke; moderate Strömung und gedämpftes Licht reduzieren Stress. Regelmäßige, behutsame Wasserwechsel und eine nicht zu starke Filterung sind vorteilhaft.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Eierleger (Freilaicher)
Zuchtschwierigkeit: teilweise dokumentiert
Die Zucht ist teilweise dokumentiert und erfolgt unter weicheren, leicht sauren Bedingungen; erhöhte Zuchttemperatur und sehr weiches Wasser fördern das Ablaichen. Zuchtwasser: pH 5,0–6,5, GH bis 5 °dGH, 26–28 °C. Auslöser: Zuchtpaar oder kleine Gruppe in ein separates, abgedunkeltes Zuchtbecken mit sehr weichem Wasser setzen. Javamoos oder einen Laichrost verwenden, um die Eier vor den Eltern zu schützen. Nach dem Ablaichen Elterntiere sofort entfernen.
Ernährung/Futterbedarf
Hemigrammus rubrostriatus frisst Trockenfutter, Frost- und Lebendfutter und zeigt eine ausgeprägte fleischliche Neigung. Akzeptierte Nahrung umfasst feine Flocken, Granulate sowie Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien und feine Mückenlarven. Ergänzungen mit pflanzlichem Futter wie Spirulina runden die Ernährung ab; Jungtiere benötigen sehr feines Staubfutter und später Artemia-Nauplien.
Natürlicher Lebensraum
Hemigrammus rubrostriatus bewohnt Uferbereiche in Südamerika; die Typlokalität ist der Rio Caño Vitina nahe Inirida in Kolumbien. Nachweise bestehen aus Kolumbien, Venezuela sowie Handelsnachweisen aus Peru. Die Art bevorzugt vegetationsreiche, huminstoffreiche Gewässer mit sandigem Substrat, Falllaub und langsam fließenden oder stehenden Bereichen. Natürliche Habitate sind oft weich und leicht sauer mit dunkler Wasserfärbung.