Rineloricaria castroi
Beschreibung
Rineloricaria castroi (früher als Hemiloricaria castroi geführt) ist ein schlanker, langgestreckter Harnischwels aus der Familie Loricariidae. Der Körper ist plattenartig gepanzert und leicht abgeplattet mit einem charakteristischen „Peitschen“-Profil. Die Art erreicht 16 cm Standardlänge, entsprechend ca. 20-22 cm Gesamtlänge inklusive Schwanzfaden. Die Färbung dient der Tarnung: erdige Brauntöne und feine Marmorierung lassen die Art in sandigem oder von Laub bedecktem Substrat nahezu unsichtbar werden.
Im Aquarium zeigt Rineloricaria castroi ein ruhiges, bodenorientiertes Verhalten. Die Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und suchen tagsüber Unterschlupf an Wurzeln, unter Steinen oder in Röhren. Sie durchwühlen Sand und feine Substrate nach Aufwuchs, kleinen Wirbellosen und Detritus. Innerartliche Aggressionen sind gering.
Männchen entwickeln markante Odontoden (bartähnliche Hautzähne) am Kopf- und Brustbereich. Für die Gattung Rineloricaria ist eine fakultative Luftatmung dokumentiert. Die Art stammt aus dem Trombetas-Flussbecken in Brasilien.
Besonderheiten
- Höhlenlaicher mit alleiniger Brutpflege durch das Männchen
- Männchen mit ausgeprägten Odontoden an Kopf, Kiemendeckeln und Brustflossenstacheln
- Überwiegend nachtaktiver Peitschenwels
- Verbreitung: Brasilien (Rio Trombetas), Kolumbien und Bolivien
- Kupfer-empfindlich wie alle Loricariidae
- Holz als Nahrungsquelle im Becken verfügbar halten
- Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen meist toleriert
Vergesellschaftungshinweise
Hemiloricaria castroi, auch als Castro-Hexenwels im Handel bekannt, ist ein ruhiger, sozialer Bodenbewohner, der in der Natur meist in kleinen Gruppen oder paarweise anzutreffen ist. Für die Aquarienhaltung empfiehlt sich die Pflege von mindestens 4–6 Tieren, da sie in Gesellschaft artgleicher Tiere ein natürlicheres Verhalten zeigen und weniger stressanfällig sind. Als Beckenpartner eignen sich friedliche, nicht zu große Schwarmfische wie Salmler oder kleine Bärblinge sowie andere ruhige Bodenfische wie Corydoras-Arten, wobei auf ähnliche Ansprüche an Wasserwerte und Temperatur zu achten ist. Zu vermeiden sind aggressive oder sehr lebhafte Arten, die die zurückhaltenden Hemiloricaria castroi bedrängen könnten, ebenso wie sehr kleine Beutefische, die als Nahrung angesehen werden könnten, sowie langflossige Fische, da es gelegentlich zu Flossenzupfen kommen kann.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind an den deutlich ausgeprägten Odontoden an Kopf, Kiemendeckeln und Brustflossenstacheln zu erkennen. Weibchen besitzen schmalere Köpfe und eine rundere Bauchregion, besonders ausgeprägt bei Laichbereitschaft.
Haltungstipps / Pflege
Rineloricaria castroi benötigt eine Temperatur von 20-24 °C, einen pH-Wert von 6,0-7,5 und eine Gesamthärte von 2-15 °dGH. Für eine artgerechte Haltung wird ein Aquarium ab 120 cm Kantenlänge und mindestens 300 Liter empfohlen.
Die Einrichtung benötigt ausreichend Bodenfläche. Feiner bis mittelfeiner Sand als Substrat ist ideal. Zahlreiche Verstecke sind wichtig: Tonröhren, Bambusröhren (Innendurchmesser ca. 1,5x Körperbreite), Wurzelwerk und größere Steine. Blattstreu und Laubmulm entsprechen dem natürlichen Habitat. Holz muss im Becken vorhanden sein, da es als Nahrungsbestandteil dient. Dezente bis moderate Beleuchtung mit schattigen Rückzugsbereichen. Robuste Pflanzen und Schwimmpflanzen zur Lichtdämpfung.
Die Art ist kupferempfindlich. Kupferhaltige Medikamente und Dünger vermeiden.
Zucht und Fortpflanzung
Rineloricaria castroi ist ein Höhlenlaicher mit väterlicher Brutpflege. Das Männchen reinigt eine Höhle (Tonröhre, Bambusrohr, Wurzelspalt), lockt das Weibchen zur Eiablage und bewacht das Gelege allein. Die Eier schlüpfen nach 4 bis 5 Tagen, die Jungfische werden 2 bis 3 Tage später freischwimmend. Zuchtschwierigkeit: mittelschwer. Zucht-Wasserwerte: pH 6,0 bis 7,0, GH 2 bis 8 °dGH. Große Wasserwechsel mit leicht kühlerem Wasser können die Laichbereitschaft stimulieren. Jungfische brauchen Mikrowürmer, Artemia-Nauplien und weiche pflanzliche Kost.
Ernährung/Futterbedarf
Rineloricaria castroi ist ein allesfressender Bodenbewohner, der in der Natur Aufwuchs, Detritus und kleine Wirbellose aufnimmt. Holz ist ein wichtiger Nahrungsbestandteil. Im Aquarium eignen sich sinkende Wels-Tabletten (mit Spirulina-Anteil), Lebendfutter (Mückenlarven, Artemia, Cyclops, Tubifex), Frostfutter und blanchiertes Gemüse (Gurke, Zucchini, Spinat). Fütterung abends oder nach dem Ausschalten des Lichts empfehlenswert.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Rineloricaria castroi ist im Amazonasbecken verbreitet. Die Erstbeschreibung basiert auf Material aus dem Rio Trombetas in Brasilien. Weitere Nachweise liegen aus Kolumbien (quebrada Yahuarcaca) und Bolivien (río Yata, Mamoré-System) vor. Die Habitate sind tropische Waldbäche mit sandigem bis schlammigem Substrat und Laubfall.