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Lepidocephalichthys annandalei

Deutscher Name: Pfauen-Schmerle

Bild: Ingo Seidel
Herkunft:
Bangladesch, Indien, Nepal
Farben:
braun, gelb
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Lepidocephalichthys annandalei
Gattung: Lepidocephalichthys
Familie: Cobitidae

Beschreibung

Die Pfauen-Schmerle (Lepidocephalichthys annandalei) ist eine kleine, schlanke Schmerle aus der Familie Cobitidae und wird bis zu 8 cm groß. Wie alle Vertreter der Gattung gilt: Der Kopf ist abgeflacht, das Maul ventral gerichtet und mit feinen Barteln ausgestattet, die bei der Nahrungssuche im Substrat unverzichtbar sind. Die Körperform ist stromlinienförmig; die Färbung unscheinbar mit zurückhaltender Marmorierung oder Fleckenzeichnung, die sich gut an sandige und kiesige Untergründe anpasst. Im Aquarium zeigen Lepidocephalichthys ein ausgeprägtes Buddelverhalten: Die Fische gründeln kopfvoran im Substrat und durchstöbern den Bodengrund auf der Suche nach Kleintieren und Detritus. Sie sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, können aber auch tagsüber bei der Nahrungssuche beobachtet werden. Offene, hell beleuchtete Bereiche werden gemieden. Charakteristisch für die Gattung ist die Fähigkeit, Luft an der Oberfläche aufzunehmen (darmbezogene Zusatzatmung). Das Substrat sollte daher unbedingt weich und feinkörnig sein, da grobes Kies die empfindlichen Barteln und die Bauchhaut schädigt.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: schlecht

Besonderheiten

  • Ausgeprägtes Grabverhalten
  • Darmbezogene Zusatzatmung: kann bei Sauerstoffmangel Luft an der Oberfläche aufnehmen
  • Barteln und Bauchhaut sehr empfindlich: nur weiches Substrat (Sand) verwenden
  • Dämmerungs- und nachtaktiv; starkes Licht wird gemieden
  • Garnelen ungeeignet als Mitbewohner; Schnecken werden toleriert
  • Das teilweise Fehlen von Schuppen macht die Art empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten – äußerste Vorsicht bei der Dosierung
  • Moderates Sprungrisiko
  • Beweglicher Dorn unter dem Auge: engmaschige Netze vermeiden, die Tiere verfangen sich darin

Vergesellschaftungshinweise

Lepidocephalichthys gelten als grundsätzlich gesellige Fische, die in Gruppen von mindestens 6-8 Tieren gepflegt werden sollten. Das Temperament ist friedlich und zurückhaltend; die Tiere meiden offene Konfrontationen. In einer Gruppe zeigen sie soziale Interaktionen wie koordinierte Nahrungssuche am Boden. Schnecken werden toleriert. Garnelen sind als Mitbewohner ungeeignet. Geeignete Beckenpartner sind kleine, ruhige asiatische Arten: Rasboras, Danioninen, ruhige Bärblinge und friedliche Schmerlen ähnlicher Herkunft. Afrikanische Buntbarsche und südamerikanische Bodenfische sind ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen zeigen vergrößerte Brustflossen, bei denen gattungstypisch der siebte und achte Strahl miteinander verwachsen und verdickt sind (lamina circularis). Weibchen sind zur Laichzeit an einem deutlich rundlicheren Bauch erkennbar.
Größe: ca. 8 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 20–26 °C, pH 6,0–7,5, GH 2–10 °dGH. Beckengröße: Ab 80 cm Kantenlänge, 160 Liter für eine Gruppe von 6–8 Tieren. Einrichtung: Weiches, feinkörniges Substrat (Sand) ist Pflicht. Grobes Substrat schädigt Barteln und Haut. Zahlreiche Verstecke durch Wurzeln, Steine, dichte Bepflanzung und Laubschichten. Laubstreu bildet Biofilm und bietet natürliche Nahrungsquellen. Moderate Filterströmung mit ruhigen Rückzugszonen. Gedämpfte bis moderate Beleuchtung. Kupfer-Warnung: Das teilweise Fehlen von Schuppen macht die Art empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten; bei der Dosierung ist äußerste Vorsicht geboten. Lepidocephalichthys sind anspruchsvolle, aber gut haltbare Schmerlen für das asiatische Gesellschaftsaquarium, wenn die Grundbedingungen stimmen: weiches Substrat, gute Wasserqualität und eine Gruppe von mindestens 6-8 Tieren.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,0-7,5
Temperatur:
20-26 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 160 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Saisonaler Substratlaicher (vermutet). Zuchtschwierigkeit: schwer bis sehr schwer. Die Zucht gilt als sehr anspruchsvoll. Für L. thermalis gibt es vereinzelte Berichte über erfolgreiche Aquariumsnachzuchten; für L. guntea gibt es einzelne Nachzuchtberichte. In der Natur sind die Arten vermutlich saisonale Laicher. Simulation von Regenzeiten (kühlere Wasserwechsel, erhöhte Strömung) und optimales Konditionieren mit Lebendfutter können die Laichbereitschaft fördern.

Ernährung/Futterbedarf

Lepidocephalichthys sind Mikropredatoren mit fleischbetonter Tendenz. In der Natur ernähren sie sich von Insektenlarven, Würmern, Kleinkrebsen und Detritus. Im Aquarium: Tiefkühl-Mückenlarven, Artemia, Daphnien als Hauptfutter. Sinkende Pellets und Bodentabletten als Grundversorgung. Lebendfutter (Tubifex, Enchyträen) zur Konditionierung. Das Futter muss bodennah angeboten werden.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 3–5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Lepidocephalichthys stammen aus Südasien und besiedeln typischerweise langsam fließende Gewässer, kleine Bäche, sumpfige Bereiche und überflutete Waldböden. Die natürlichen Gewässer weisen weiche Substrate, Laubschichten und umfangreiche Vegetation auf. Das Wasser ist weich bis mittelhart.

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