Lepidocephalichthys thermalis
Beschreibung
Lepidocephalichthys thermalis ist ein kleiner, bodenbewohnender Schmerle aus der Familie Cobitidae und wird etwa 5 cm groß (Standardlänge). Der Körper ist leicht seitlich abgeflacht; das nach unten gerichtete Maul trägt mehrere Barteln. Charakteristische Erkennungsmerkmale sind dunkle, eckige Flecken auf den Flanken sowie 3–5 breite, dunkle Querbänder auf der abgerundeten Schwanzflosse. Die Kopfoberseite trägt keine Schuppen.
Im Aquarium zeigt der Indische Steinbeißer ausgeprägtes bodenorientiertes Verhalten. Die Tiere bewegen sich dicht über dem Substrat, inspizieren den Bodengrund und nutzen Spalten und Verstecke. Aktivitätsgipfel liegen in den Dämmerungsstunden.
Ein biologisch bedeutsames Merkmal ist die fakultative Darmluftatmung: Bei Sauerstoffmangel können die Tiere Luftblasen an der Wasseroberfläche schlucken und den Sauerstoff über die Darmschleimhaut aufnehmen.
Besonderheiten
- Kleiner Bodenbewohner (ca. 5 cm SL)
- Fakultativer Luftatmer: kann bei Sauerstoffmangel Luft an der Wasseroberfläche aufnehmen (Darmatmung)
- Männchen besitzen eine verdickte lamina circularis an den Brustflossen (7./8. Strahl)
- Aktivitätsgipfel in Dämmerungsstunden; tagsüber oft im Substrat vergraben
- Kupferempfindlich (Cobitidae)
- Geringes Sprungrisiko
Vergesellschaftungshinweise
Lepidocephalichthys thermalis ist friedlich gegenüber Artgenossen und anderen Fischen. Die Art ist gesellig und profitiert von der Haltung in einer Gruppe von mindestens 4 Tieren. In kleineren Gruppen sind die Tiere scheu und verhalten sich weniger natürlich.
Schnecken stellen ein gewisses Risiko dar. Garnelen sind als Mitbewohner nicht empfehlenswert.
Geeignete Beckenpartner sind kleine, friedliche südasiatische Arten: Rasboras, Danios und strömungsliebende Schmerlen. Afrikanische Buntbarsche und aggressive Bodenfische sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind durch eine charakteristische Verdickung der innersten Brustflossenstrahlen (7. und 8. Strahl) erkennbar, die zur lamina circularis verwachsen sind. Weibchen sind etwas größer und fülliger, besonders zur Laichzeit.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20–25 °C, pH 6,0–8,0, GH 2–12 °dGH.
Beckengröße: Ab 80 cm Kantenlänge, 112 Liter für eine Gruppe von 4–6 Tieren.
Einrichtung: Feinkörniges Substrat aus feinem Sand ist Pflicht. Grobes oder scharfkantiges Material verletzt Barteln und Haut. Flache Steine, Kieselsteingruppen, Wurzeln und Höhlen bieten Verstecke. Offene Sandflächen zum Wühlen neben dicht bepflanzten Randzonen. Moderate bis kräftige Filterströmung mit guter Sauerstoffversorgung. Gedämpfte bis moderate Beleuchtung.
Kupfer-Warnung: Wie alle Cobitidae kupferempfindlich. Kupferhaltige Medikamente vermeiden.
Lepidocephalichthys thermalis ist ein pflegeleichter kleiner Schmerle für das südasiatische Biotop-Aquarium, wenn sauberes Wasser und feines Substrat gewährleistet sind.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Vermutlich saisonaler Laicher. Zuchtschwierigkeit: sehr schwer.
Dokumentierte, reproduzierbare Zuchterfolge im Aquarium fehlen bislang. Gelegentlich wurden Balz- und Paarungsverhalten im Becken beobachtet, konkrete Protokolle zu Gelegegröße oder Inkubationsdauer liegen nicht vor. Auslöser sind vermutlich saisonale Temperaturveränderungen entsprechend den Monsunbedingungen der Heimatgewässer.
Ernährung/Futterbedarf
Lepidocephalichthys thermalis ist ein Mikropredator mit fleischbetonter Tendenz. In der Natur ernährt er sich überwiegend von Insektenlarven und kleinen Bodentieren. Im Aquarium: Sinkende Pellets und Bodentabletten als Grundversorgung, ergänzt durch Mückenlarven, Artemia-Nauplien, Daphnia und Cyclops. Das Futter muss bodennah angeboten werden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Lepidocephalichthys thermalis ist in Südasien heimisch (Indien, Sri Lanka). Die Art besiedelt stehende bis langsam fließende Gewässer mit weichem Substrat, Blattstreu und vegetationsreichen Uferbereichen. Die Wasserläufe sind häufig beschattet durch Ufervegetation.
Hallo,
L. thermalis braucht keine Höhlen. Er lebt im freien Wasser. Eintragungen sind Laub und Holz. Bei Gefahr bzw. Störungen gräbt er sich ein.
Gruß, Jürgen
Danke für den Hinweis, haben wir ergänzt