Leptobotia guilinensis
Beschreibung
Leptobotia guilinensis ist eine kompakt gebaute Schmerle aus der Familie Botiidae, die mit einer Standardlänge von maximal 9-10 cm zu den mittelgroßen Vertretern ihrer Gattung zählt. Der Körperbau ist bodennah und seitlich leicht abgeflacht, mit einer Morphologie, die auf ein Leben am Substrat angepasst ist. Am Maul sind Barteln vorhanden, die der Art zur Orientierung und Nahrungssuche am Boden dienen. Wie alle Leptobotia-Arten besitzt sie bewegliche subokuläre Dornen unterhalb des Auges, die sich in Kescher-Netzen verfangen können; beim Fangen sind weiche Netze oder Gläser empfehlenswert.
Im Aquarium zeigt Leptobotia guilinensis typisches Bodenfischverhalten. Die Tiere halten sich überwiegend am Boden auf, durchwühlen leichteres Substrat auf der Suche nach Beutetieren und ruhen oft zwischen Steinen. Aktivitätsphasen finden überwiegend in der Dämmerung oder bei gedämpfter Beleuchtung statt. Besonders empfindlich reagiert die Art auf organische Belastungen am Substrat; sauberes, sauerstoffreiches Wasser ist Pflicht.
Hinweis: Im Handel werden Tiere unter diesem Namen häufig als Sinibotia pulchra verkauft. Eine genaue Identifikation beim Kauf ist ratsam.
Besonderheiten
- Bodenbewohner mit barteltragender Maulpartie
- Endemitenart aus China (Yangtze-Zuflüsse in Guangxi und Hunan)
- Klares, sauerstoffreiches, fließendes Wasser erforderlich
- Bewegliche subokuläre Dornen: beim Fangen weiches Netz oder Glas verwenden
- Anfällig für Flagellaten-Parasitosen (Dünnfischkrankheit)
- Gruppenhalter: mindestens 3-4 Tiere
- Sprungrisiko erhöht (Botiidae-typisch): sicheren Deckel verwenden
- Kupferempfindlichkeit: Kupfer ist für Botiidae tödlich
Vergesellschaftungshinweise
Leptobotia guilinensis sollte in Gruppen von mindestens 3-4 Tieren gehalten werden. Einzeln gehaltene Tiere können sich zurückziehen oder gegenüber ähnlich geformten Beckenbewohnern aggressiv werden. Gegenüber ruhigen, nicht territorialen Mitbewohnern ist die Art in der Regel friedfertig.
Schnecken: weitgehend unproblematisch. Garnelen: Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen werden eher toleriert.
Als Beifische sollten vorzugsweise andere ostasiatische Arten gewählt werden: Danio-Arten, friedliche Schmerlen (Gastromyzon, Sewellia) sowie ruhige Bodenfische. Afrikanische oder amerikanische Buntbarsche sind nicht kompatibel.
Geschlechtsdimorphismus
Die Datenlage ist begrenzt. Es gibt Hinweise, dass Weibchen bei Geschlechtsreife einen fülligeren Körperbau entwickeln können, wie es bei vielen Botiidae typisch ist. Konkrete dokumentierte Größenangaben nach Geschlecht liegen nicht vor.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 15,5-21 °C, pH 6,5-7,5, GH 5-20 °dGH. Hinweis: In der Natur toleriert die Art Temperaturen von etwa 5–21 °C. Für die dauerhafte Aquarienhaltung wird ein Bereich von 16–21 °C empfohlen.
Mindestgröße: 120 cm Kantenlänge und ca. 160 Liter für eine Gruppe von 3-4 Tieren. Eine breite Bodenfläche ist wichtiger als hoher Schwimmraum.
Einrichtung: Vielfältige Verstecke aus Flusssteinen, Kies- und Sandbereichen, Höhlen und flachen Steinplatten. Feines bis mittelkörniges, glattes Substrat; scharfkantiges Substrat vermeiden. Offene Sandflächen als Ruhestellen. Gedämpfte Beleuchtung. Stabile, mäßige Strömung.
Leistungsstarke Filterung mit 4-5-fachem Wasserumsatz pro Stunde ist Pflicht. Die Art ist sehr empfindlich gegenüber organischer Belastung. Sicherer, lückenloser Deckel erforderlich. Kupferhaltige Medikamente vermeiden.
Zucht und Fortpflanzung
Zur Zucht von Leptobotia guilinensis im Aquarium liegen keine dokumentierten Angaben vor. Eine Nachzucht im Heimaquarium ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht dokumentiert. Auch der Reproduktionstyp ist für diese Art nicht gesichert belegt.
Ernährung/Futterbedarf
Leptobotia guilinensis ist ein benthischer Räuber, der hauptsächlich tierische Nahrung aufnimmt.
Geeignetes Futter: Lebendfutter (Blutwürmer, Tubifex, Bachflohkrebse), Frostfutter (Artemia, Mysis, Cyclops), sinkende proteinreiche Pellets oder Tabs für Bodenfische. Kleine, häufige Mahlzeiten mit sinkenden Futterformen. Nicht überfüttern, da organische Rückstände die empfindliche Art stark belasten.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Leptobotia guilinensis stammt aus Yangtze-Zuflüssen in den chinesischen Provinzen Guangxi und Hunan. Die Art bewohnt Fluss- und Bachabschnitte mit fließendem Wasser, kiesig-sandigem Substrat und strukturreichen Uferbereichen. Als bodenbewohnende Schmerle ist sie an Strömungseinflüsse und den Kontakt mit Substrat angepasst.
Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.